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23.05.2013

09:05 Uhr

Umstrittene Erdgas-Förderung

Bierbrauer fürchten Fracking

Der Deutsche Brauer-Bund schlägt Alarm bei Kanzlerin Angela Merkel: Durch die Fracking-Methode sei das Reinheitsgebot in Gefahr. Das Trinkwasser könnte durch die umstrittene Erdgas-Förderung Schaden nehmen.

Bundeskanzlerin Merkel mit einer Maß Bier: „Gesetzesänderungen reichen nicht aus“. dpa

Bundeskanzlerin Merkel mit einer Maß Bier: „Gesetzesänderungen reichen nicht aus“.

BerlinIn der Debatte um das sogenannte Fracking sehen deutsche Bierbrauer das Reinheitsgebot in Gefahr. Wie die „Bild“-Zeitung am Donnerstag berichtete, warnte der Deutsche Brauer-Bund in einem Brief an die Bundesregierung vor einer Verunreinigung des Trinkwassers durch die umstrittene Förderung von Erdgas aus schwer zugänglichen Gesteinsschichten.

„Die bislang von der Bundesregierung vorgesehenen Gesetzesänderungen reichen nicht aus, um die erforderliche Sicherheit für die Trinkwasserversorgung sicherzustellen und den Anforderungen an das Reinheitsgebot für Bier Rechnung zu tragen“, heißt es der Zeitung zufolge in dem Brief.

Die Brauwirtschaft sei auf ein „qualitativ einwandfreies Trinkwasser zum Brauen angewiesen“, heißt es weiter. Durch die Fracking-Methode könne diese Versorgungssicherheit eingeschränkt oder sogar ganz beseitigt werden. Vor einem Regierungsbeschluss solle die Diskussion daher weiter fortgeführt werden.

Was hinter „Fracking“ steckt

„Fracking“ - umstrittene Förderung von Erdgas

Das umstrittene „Fracking“ wird seit mehreren Jahrzehnten zur Gewinnung von Erdgas aus Gesteinsporen eingesetzt. Bei dem „Hydraulic Fracturing“ wird Gestein in 1000 bis 5000 Metern Tiefe mit hohem hydraulischen Druck aufgebrochen.

Künstliche Fließwege

Um das Gas fördern zu können, werden künstliche Fließwege geschaffen. Dazu wird ein flüssiges Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, so dass Risse im Gestein entstehen. Durch sie entweicht das Gas und gelangt schließlich an die Oberfläche.

Gefahr für das Grundwasser

Unter den Chemikalien sind auch gefährliche Stoffe, die bei unsachgemäßer Verwendung Mensch und Umwelt gefährden können. Kritiker weisen darauf hin, dass der Chemikalien-Cocktail bei Bohrpannen oder dem Durchstoßen von Wasserspeichern ins Grundwasser gelangen kann. Auch das Umweltbundesamt äußert Bedenken.

Beherrschbarkeit des Verfahrens

Energiekonzerne wie ExxonMobil betonen dagegen die Beherrschbarkeit des Verfahrens: Jeder Eingriff („Frac“) werde durch eine stabile Ummantelung der Bohrung von der Umwelt getrennt.

Lagerstätten in Deutschland

In Deutschland wird das Gas in „unkonventionellen Lagerstätten“ vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Nord-Hessen und dem Oberrheingraben vermutet.

... und in der Welt

Über das weltweit größte Vorkommen verfügt laut einer Studie des US-Energieministeriums China, danach kommen die USA und Argentinien. In den USA sind die Energiepreise durch die massive Erschließung von Gasvorkommen eingebrochen - allerdings gibt es Berichte über massive ökologische Folgen.

Das Einbringen eines Gesetzentwurfs zum Fracking ins Kabinett wurde bereits mehrfach verschoben. Mitte Mai hatte sich die schwarz-gelbe Koalition auf einen Gesetzentwurf geeinigt, in dem Berichten zufolge Fracking im Einzugsgebiet von Trinkwasserseen wie dem Bodensee verboten werden soll. In der Nähe von Talsperren solle es hingegen weiter erlaubt sein.

Die Bundesregierung will ein Gesetz auf den Weg bringen, das die Bedingungen festlegen soll, unter denen die Technologie in Deutschland eingesetzt werden darf. Durch das sogenannte Fracking wird Schiefergas aus Schiefergestein tief unter der Erde gelöst. Die Technologie ist unter anderem deshalb umstritten, weil dabei Chemikalien eingesetzt werden, die auch das Trinkwasser verunreinigen könnten.

Von

afp

Kommentare (32)

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Account gelöscht!

23.05.2013, 09:26 Uhr

Fürs Bier besteht eine Gefahr wegen verunreinigtem Grundwasser.
Bloß gut, dass fürs Trinkwasser keine Gefahr besteht.

Gerechtigkeit

23.05.2013, 09:31 Uhr

Ja Ja die Atomkraftwerke als saubere und günstige Energie von Heute auf Morgen abschalten und als Ersatz die Landschaft mit Windkrafträdern verschandeln und unser Grundwasser mit Chemie verseuchen! Es lebe der amerikanische Kapitalismus! Denn dort haben die Menschen schon extrem unter Fracking zu leiden! Die Quittung gibt es für Merkel bei der Wahl 2013! Wählt die AfD!

RumpelstilzchenA

23.05.2013, 09:40 Uhr

Fracking?

Schon wieder so'n amerikanischer "Scheiß"!

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