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09.08.2012

15:05 Uhr

Umstrukturierung

Ikea verkauft seine Marke für neun Milliarden Euro

Die Markenrechte an der Marke Ikea wechseln den Besitzer. Doch der Name bleibt quasi in der Familie. Das schwedische Möbelhaus verkauft seinen Namen an eine Tochterfirma - für neun Milliarden Euro.

Ikea hat seinen Wert selbst auf neun Milliarden Euro geschätzt. dpa

Ikea hat seinen Wert selbst auf neun Milliarden Euro geschätzt.

StockholmDie Marke Ikea ist nach Einschätzung des schwedischen Möbelkonzerns selbst neun Milliarden Euro wert. Ikea verkaufte die Rechte an der Marke an eine eigene Tochterfirma und schrieb diese Summe in die Bücher, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Ikea besteht aus einem komplizierten Firmengeflecht. Den Angaben zufolge verkaufte die Stiftung Interogo in Liechtenstein den Markennamen bereits am 1. Januar an Inter Ikea Systems. Ziel sei, „die Unternehmensstruktur zu stärken und zu vereinfachen“, sagte Sprecher Anders Bylund von Inter Ikea Systems der Nachrichtenagentur AFP.

Die „interne Transaktion“ habe keinerlei externe Folgen, sagte Bylund. Der Name Ikea habe nun aber erstmals einen Buchwert. Diesen hätten außenstehende Experten ermittelt. Inter Ikea Systems habe „keinen Rabatt“ bekommen. Daher habe Interogo Inter Ikea Systems 5,4 Milliarden Euro geliehen und Kapital in Höhe von 3,6 Milliarden Euro in die Firma eingebracht.

Ikea wurde 1943 von Ingvar Kamprad gegründet, der im Alter von 86 Jahren immer noch die Fäden in der Hand hält. Erst seit kurzem veröffentlicht das Unternehmen Umsatz- und Gewinnzahlen. Kamprad ist laut Angaben des Schweizer Magazins „Bilanz“ der reichste Mensch Europas. Nach den Berechnungen der Wochenzeitung kommt der in der Nähe von Lausanne lebende Schwede auf ein Vermögen von 37,5 Milliarden Dollar (knapp 30,1 Milliarden Euro). Mitberechnet wurde dabei der Wert seiner Stiftung, die einen Großteil des Ikea-Vermögens verwaltet.

Die Geschichte von Ikea

1943 - Gründung

Ingvar Kamprad gründet im zarten Alter von 17 Jahren seine eigene Firma. Als Startkapital nutzt er eine Belohnung, die ihm sein Vater für den bestandenen Schulabschluss schenkte. Der Name Ikea setzt sich zusammen aus den Initialen des Gründers (I. K.), sowie dem Bauernhof, Elmtaryd (E), und dem Dorf Agunnaryd (A), in dem er aufwuchs. Anfangs verkaufte Kamprad Stifte, Portemonnaies, Bilderrahmen, Tischläufer, Uhren, Schmuck und Nylonstrumpfhosen.

1948 - Möbel im Sortiment

Möbel werden ins Sortiment aufgenommen. Die Möbel werden von lokalen Herstellern in den Wäldern in der Nähe von Ingvar Kamprads Wohnort produziert.

1951 - Der erste Katalog

Kamprad verkauft seine Möbel auch per Katalog - und steigert so die Verkaufszahlen. Der erste Ikea-Katalog unterscheidet sich allerdings noch deutlich von heutigen Ausgaben.

1956 - Möbel zum Selbstbauen

Ikea beginnt eigene Möbel zu entwerfen, nachdem ein Mitbewerber die Lieferanten von einem Ikea-Boykott überzeugen möchte. Erstmals verpacken die Schweden ihre Möbel als Paket. Die Entdeckung der Selbstmontage ist ein Zufall: Ein Ikea-Mitarbeiter schraubte die Beine seines Tisches ab, damit der in sein Auto passte.

1958 - Das erste Einrichtungshaus

Das erste Ikea-Einrichtungshaus eröffnet in Älmhult, Schweden. Mit 6.700 Quadratmeter war es das zum damaligen Zeitpunkt größte Möbelgeschäft in Skandinavien.

1963 - Ikea expandiert ins Ausland

Das erste Ikea-Einrichtungshaus außerhalb Schwedens wird in Oslo, Norwegen, eröffnet.

1968 - Ikea verwendet erstmals Spanplatten

Für das Sofa „Privat“ setzt Ikea erstmals gepresste Holzplatten aus Spänen ein. Mit weißer Lackierung und braune Cretonne-Bezüge wird das Sofa zum Verkaufsschlager.

1974 - Ikea kommt nach Deutschland

Das erste Ikea-Einrichtungshaus in Deutschland wird am 17. Oktober in Eching bei München eröffnet. Nach der Schweiz und Dänemark ist Deutschland damit der vierte Auslandsmarkt für Ikea - und der größte.

1979/1 - Die Erfindung des Billy-Regals

Das Billy Bücherregal wird in das Sortiment aufgenommen – und entwickelt sich zum Klassiker. Mittlerweile haben die Schweden auch nach Australien, Österreich, Kanada und in die Niederlande expandiert.

1979/2 - Klippan feiert Premiere

Mit dem Klippan-Sofa gelingt den Schweden im selben Jahr ein weiterer Klassiker. Der Bau des Billigsofas ist umstritten - es soll teilweise von DDR-Zwangsarbeitern gebaut worden sein.

1984 - Ikea Family wird gegründet

Mit Ikea Family wird der erste Kundenklub gegründet.. Heute besitzen rund 15 Millionen Menschen eine Ikea-Kundenkarte.

1985 - Ikea erreicht die USA

Das erste Einrichtungshaus in den USA wird in Philadelphia eröffnet. Mittlerweile hat Ikea auch Filialen in Frankreich und Belgien. Die Schweden haben nun 10.000 Mitarbeiter über 60 Einrichtungshäuser.

1986 - Kamprad gibt die Konzernleitung ab

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad zieht sich von der Konzernleitung zurück und wird Berater. Anders Moberg wird Konzernchef.

1991 - Ikea nutzt die Wende

Schon kurz nach der Wende eröffnet Ikea mehrere Einrichtungshäuser in Polen, Ungarn und Tschechien.

1998 - Ikea expandiert nach China

Der Möbelriese erkennt früh die Potentiale des chinesischen Wirtschaftswachstums. Das erste IKEA Einrichtungshaus in China wird in Shanghai eröffnet.

1999 - Anders löst Anders ab

Der IKEA Konzern beschäftigt nun 50.000 Mitarbeiter und hat 158 Einrichtungshäuser in 29 Ländern. Anders Dahlvig löst Anders Moberg ab und wird Konzernchef.

2000 - Ikea startet Online-hop

Zuerst darf nur Schweden und Dänemark online bei Ikea eingekauft werden. Nach und nach schließen sich andere Märkte an.

2006 - Ikea hat 100.000 Mitarbeiter

Der IKEA Konzern hat nun mehr als 100.000 Mitarbeiter und ist in 44 Ländern tätig. Kamprad gilt als reichster Mann der Welt.

2012 - Entschuldigung für dunkles DDR-Kapitel

Ikea beschäftigte in der DDR Zwangsarbeiter. Im Jahr 2012 legte das Unternehmen dazu eine eigene Studie vor. Demnach wusste die Führung bereits seit 1981 davon, reagierte aber nicht. Ikea entschuldigte sich für den Einsatz von DDR-Zwangsarbeitern.

2014 - Ikea feiert 40-jähriges Jubiläum in Deutschland

Am 17. Oktober feiert Ikea sein 40-jähriges Bestehen in Deutschland.

Von

afp

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

09.08.2012, 15:52 Uhr

Ich fresse einen Besen quer, wenn dahinter nicht steuertaktische Überlegungen stehen...

Hans

09.08.2012, 16:09 Uhr

@george.orwell
Dann guten Appetit!

steuer-esel

09.08.2012, 16:24 Uhr

Genau das habe ich auch sofort gedacht. Ikea ist ja verschrien dafür. Da Staaten so dumm sind oder sich so dumm stellen und die Plattform für so ein Reichtum anbieten, ohne es adäquat zu versteuern, bleibt die Steurlast auf uns Steuer-Esel.

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