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24.07.2015

09:39 Uhr

Under Armour setzt Adidas unter Druck

Angriff des Underdogs

VonJoachim Hofer

Die Sportmarke Under Armour geht jetzt auch in Deutschland an den Start. Konzernchef Kevin Plank ruft in München den Großangriff auf Platzhirsch Adidas aus – bleibt beim Fußball-Sponsoring aber zweitklassig. Vorerst.

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MünchenIn den USA hat Under Armour den deutschen Rivalen Adidas als Nummer zwei in den Sportgeschäften bereits abgelöst. Nun greift das Label aus Baltimore auch in der Heimat der Marke mit den drei Streifen an. Am Donnerstagabend hat Konzernchef Kevin Plank gemeinsam mit mehreren Hundert Gästen die neue Deutschlandzentrale in München eröffnet. Vor Reportern gab sich der 42-Jährige Firmengründer angriffslustig: „Wir wollen eine wahrhaft globale Marke werden.“ Das gehe nur, wenn Under Armour auch in Deutschland erfolgreich sei.

Um bekannt zu werden, steigen die Amerikaner ins Sportsponsoring ein. Aber nicht bei einem Bundesligisten wie Ende vergangenen Jahrzehnts, als Under Armour drei Jahre lang Hannover 96 ausstattete. Diesmal gibt sich die Marke mit dem Zweitligisten FC St. Pauli zufrieden.

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Fitness liegt wieder im Trend – und das zieht immer mehr Konzerne an. Nun will auch der japanische Laufsportspezialist Asics in das Geschäft einsteigen. Das dürfte vor allem den Konkurrenten Adidas stören.

Der Kultstatus des Kiezklubs ist Plank wichtiger als große sportliche Erfolge. „Die passen ausgezeichnet zu unserer Marke“, unterstrich Plank. Schließlich pflege auch Under Armour das Image eines Underdogs, der gegen die übermächtigen Wettbewerber Nike und Adidas kämpfe. Von der Saison 2016/17 an treten die Hamburger in den Trikots des US-Labels an.

Sportexperten sind überzeugt, dass die Amerikaner trotz des eher bescheidenen Sponsorings ihren Platz in den Regalen finden werden. „Die werden weiter Gas geben“, ist Jochen Schnell, Vorstand der Fachhandelskette Intersport überzeugt. Under Armour biete ein überzeugendes Gesamtpaket: „Die kommen aus der Funktion und haben gute Styles.“ Im Klartext: Die US-Firma verbindet hochtechnische Kleidung mit modischen Schnitten.

Das ist kein Wunder, liegen die Wurzeln doch in sogenannter Kompressionswäsche, also extrem eng anliegenden Shirts und Shorts. Ähnlich positiv schätzt die Konkurrenz von Sport 2000 die Marke ein: „Wir glauben, dass sich die entwickeln“, sagt Andreas Rudolf, Geschäftsführer der Verbundgruppe.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Es hat seinen Grund, dass Under Armour in den vergangenen Monaten ein eigenes Deutschland-Hauptquartier mit bald 30 Mitarbeitern aufgebaut hat. Bislang ist die Marke zwischen Nordsee und Alpen kaum bekannt, trotz des Engagements bei Hannover vor ein paar Jahren. Zudem waren die Amerikaner bisher hier gar nicht selbst vertreten, sondern haben sich auf eine Agentur verlassen.

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