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01.10.2012

12:17 Uhr

Unfälle und Fehler

Wie das Gift ins Germanwings-Cockpit kam

VonJens Koenen

Gerne würde die Lufthansa bekanntgeben können, dass Ölaustritte seltener sind als befürchtet. Doch seit Jahren schlägt sich der Konzern mit dem Problem herum - mit gravierenden Folgen für Insassen und Bordpersonal.

In einem Airbus-Cockpit kam es 2010 zu brenzligen Situationen. dpa

In einem Airbus-Cockpit kam es 2010 zu brenzligen Situationen.

FrankfurtDas Thema ist fast so alt wie die zivile Luftfahrt mit Düsentriebwerken: Ist das System, das die Kabine und das Cockpit mit Atemluft versorgt, wirklich sicher? Ein aktueller Bericht über einen schweren Vorfall bei der Lufthansa-Tochter Germanwings Ende 2010 hat jetzt die Debatte über das heikle Thema massiv angeheizt.

Was der von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig am vergangenen Donnerstag publizierte Zwischenbericht beschreibt, hat es in sich. Es geht um einen Flug von Wien nach Köln/Bonn am 19. Dezember 2010. Kurz vor der Landung nehmen beide Piloten einen seltsamen Geruch wahr, den sie später als "elektrisch-süßlich" beschreiben. Eine Rückfrage beim Kabinenpersonal ergibt, dass der Geruch nur im Cockpit auftaucht.

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Zunächst scheint der Geruch wieder nachzulassen, dann meldet der Kopilot, dass ihm "kotzübel" sei und er die Sauerstoffmaske aufsetzen werde. Kurze Zeit später bemerkt auch der Flugkapitän ein Kribbeln in Händen und Füßen sowie eine Beeinträchtigung seiner Sinne. Auch er greift zur Sauerstoffmaske.

Doch während der Kapitän schnell eine Besserung verspürt, geht es seinem Kopiloten zunehmend schlechter. Der Kapitän meldet Luftnotlage an den Tower und bittet um eine bevorzugte Landung. Der Kopilot ist mittlerweile so weit beeinträchtigt, dass er den Dingen im Cockpit kaum noch folgen kann. Auch der Kapitän leidet unter der extremen Situation, kann die Maschine aber am Ende sicher landen. Erst als sofort die Feuerwehr und der Notarzt am Flugzeug auftauchen, merken die Passagiere, dass da etwas nicht stimmt.

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Die Fluggesellschaft habe nach dem Zwischenfall nichts verharmlost, so ein Sprecher.

Germanwings selbst stuft den Fall als "gravierend" ein, wie ein Sprecher des Unternehmens erklärte. Den Vorwurf, den Vorfall in der Meldung vom 20. Dezember 2010 an das BFU verharmlost zu haben, weist der Sprecher aber vehement zurück. Auch wenn es eine Extremsituation gewesen sei, der Kapitän habe auf Befragung angegeben, die Situation jederzeit im Griff gehabt zu haben.

Das BFU war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Behörde weist aber auf seiner Internetseite darauf hin, dass ein Zwischenbericht nur einen Recherchestand wiedergebe, damit weder eine Wertung noch ein abschließendes Urteil darstelle.

Kommentare (7)

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Didi

01.10.2012, 12:58 Uhr

Mir ist als Vielflieger schon häufiger der nach Abgas und Öl riechende Luftstrom aus den Düsen über dem Sitz aufgefallen insbesondere vor den Starts.
Jetzt gibt es eine Erklärung dazu, schnelle Abhilfe ist notwendig.

Account gelöscht!

01.10.2012, 13:33 Uhr

Man könnte im ersten Schritt Sensoren einbauen die die zugeführte Luft auf giftige Substanzen hin untersuchen.

Man könnte das Belüftungssystem des Airbus speziell überdenken. Besser wäre die Belüftung redudant über beide Turbinen zu gewährleisen. So hätte man mithilfe der Sensoren die Möglichkeit frühzeitig einen Luftkanal zu deaktivieren.

Das beide Turbinen gleichzeitig anfangen giftige Luft zu liefern ist weniger warscheinlich.

Ansich halte ich die Idee die Luft über die Turbinen zu erwärmen nicht für gut. Warum dafür extra Strom verheizen.

Account gelöscht!

01.10.2012, 13:33 Uhr

Ich meinte ich halte die Idee für gut. Wie das "nicht" da hin gekommen ist weiß ich nicht :)

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