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13.04.2006

12:13 Uhr

Ungesunder Preiswettbewerb

Ryanair fliegt über Europas Grenzen hinaus

Nach dem britischen Billigflieger Easyjet nimmt auch der irische Konkurrent Ryanair erstmals Flüge nach Nordafrika ins Programm.

HB FRANKFURT. Europas größte Billigfluglinie teilte gestern eine Streckenexpansion für den Standort Frankfurt/Hahn mit, die neun neue Flugziele vorsieht – unter anderem nach Fes und Marrakesch in Marokko. Bisher wird Nordafrika ab Deutschland fast ausschließlich im Charterverkehr angeflogen.

Der Trend, dass führende Billigflieger auf außereuropäische Ziele ausweichen, unterstreicht die hohe Wettbewerbsintensität im Kontinentalverkehr. Bisher galt es als Grundregel, dass Ryanair & Co. nur innerhalb Europas fliegen, weil ihnen auf längeren Strecken entscheidende Produktivitätsvorteile verloren gehen. „Bei Flügen ab drei Stunden wird das System unproduktiv“, sagte ein Germanwings-Sprecher. Interkontinentalflüge seien deshalb nicht geplant. „Das haben wir geprüft – und dann schleunigst bleiben lassen“, hatte auch Ryanair-Chef Michael O' Leary noch im Vorjahr betont.

Dass die weltweit rentabelste Billig-Airline von dieser Strategie abweicht, liegt auch am unverändert forschen Wachstumskurs der Iren: Insgesamt hat Ryanair 239 Boeing-Jets vom Typ 737-800 bestellt, von denen 139 noch ausgeliefert und im Markt untergebracht werden müssen. Die ersten Afrika-Flüge werten Luftfahrtexperten als Beleg dafür, dass die beliebtesten Europastrecken inzwischen doppelt und dreifach von Fluglinien besetzt sind und dort ein ungesunder Preiswettbewerb tobt.

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