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28.04.2017

00:43 Uhr

United Airlines

Rausgeworfener Passagier erhält Entschädigung

Der Rauswurf eines Arztes aus einer überbuchten Maschine ist für United zum PR-Desaster geworden. Jetzt bekommt der Mann eine Entschädigung. Wer künftig seinen Platz aufgeben muss, soll bis zu 10.000 Dollar bekommen.

United Airlines-Passagier David Dao wurde von der Polizei aus dem Flugzeug gezerrt. Reuters

United Airlines

United Airlines-Passagier David Dao wurde von der Polizei aus dem Flugzeug gezerrt.

DallasIn der Affäre um den Rauswurf eines Passagiers hat die US-Fluggesellschaft United Airlines einen Vergleich mit dem Betroffenen erzielt. Der 69-jährige Arzt David Dao und die Airline hätten sich auf eine Summe in ungenannter Höhe geeinigt, teilte der Anwalt des Fluggastes mit. United kündigte zudem an, dass Passagiere, die eine überbuchte Maschine verlassen, künftig mit bis zu 10.000 Dollar (9170 Euro) kompensiert werden sollen.

Zudem soll das Personal am Gate jährlich im Umgang mit ausverkauften Flügen geschult werden. Die Mitarbeiter sollten auch lernen, besser auf Konflikte mit Passagieren zu reagieren, sagte Unternehmenschef Oscar Munoz.

Für United Airlines hatte sich der Rauswurf des Arztes aus der Maschine zum PR-Desaster entwickelt. Die Airline hatte Mitte April einen Flug überbucht und per Zufall vier Passagiere bestimmt, die die Maschine wieder verlassen sollten. Der 69-Jährige weigerte sich, woraufhin das Unternehmen die Polizei rief. Diese zerrte den Mann vor laufenden Handykameras so rabiat aus der Maschine, dass er nach Angaben seines Anwalts zwei Zähne verlor, eine Gehirnerschütterung erlitt und sich die Nase brach.

United hatte zwar bereits versprochen, in solchen Fällen nie mehr die Polizei zu rufen, sah sich jetzt jedoch zu drastischeren Schritten veranlasst. „Die Leute sind bestürzt und ich vermute, dass eine Menge Menschen möglicherweise erwägen, nicht mit uns zu fliegen“, sagte Munoz der Nachrichtenagentur AP.

Die Maschinen sollen künftig nicht mehr so stark überbucht werden wie früher. Passagieren, die keinen Platz mehr fänden, sollten andere Transportmöglichkeiten angeboten werden, gegebenenfalls auch bei anderen Gesellschaften, hieß es.

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