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30.06.2015

15:46 Uhr

Unlauterer Wettbewerb

Uber-Manager müssen in Paris vor Gericht

Taxifahrer protestieren seit Monaten gegen den Fahrdienstvermittler Uber. Nun geht auch die französische Justiz einen Schritt weiter – und zieht zwei Manager des Taxi-Konkurrenten in Paris vor Gericht.

Paris

Ausschreitungen bei Taxifahrer-Protest gegen Uber

Paris: Ausschreitungen bei Taxifahrer-Protest gegen Uber

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ParisDer umstrittene Fahrdienstvermittler Uber und zwei seiner Manager müssen sich in Frankreich vor Gericht verantworten. Bei der Anhörung am 30. September geht es um den Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs, wie die Staatsanwaltschaft Paris am Dienstag mitteilte. Zudem werde dem Unternehmen und den Mitarbeitern Anstiftung und Beihilfe zu einer illegalen Praxis vorgeworfen.

Dabei geht es um das Angebot UberPop, über das sich Privatleute ohne Taxi-Lizenz mit ihren Autos als Fahrer anbieten können. Trotz eines Verbotes sind in Frankreich weiterhin entsprechende Wagen unterwegs. Das amerikanische Start-up verweist darauf, dass der Rechtsstreit über das im Herbst beschlossene Verbot noch nicht abgeschlossen sei. Das Verfahren gegen das Unternehmen war im November 2014 eröffnet, die beiden Uber-Manager am Montag festgenommen worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden bisher in 202 Fällen Geldbußen gegen Uber-Fahrer verhängt. In einem Fall gab es demnach eine Bewährungsstrafe von 15 Tagen Haft für einen Fahrer. 79 Verfahren seien anhängig.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Die Uber-Angebote stoßen auch in Frankreich auf viel Protest eingesessener Dienstleister. In der vergangenen Woche hatten französische Taxifahrer erneut zahlreiche Straßen blockiert und ein Verkehrschaos ausgelöst. In Deutschland streiten Taxiverbände ebenfalls erbittert gegen Uber. Der Dienst UberPop wurde auch hierzulande für rechtswidrig erklärt. Einen Neustart versuchte Uber zuletzt mit dem Angebot UberX, das mit lizenzierten Chauffeur-Diensten speziell auf die Regulierungsvorschriften zugeschnitten sein soll. UberX ist in beiden Ländern weiterhin zugelassen.

Von

dpa

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