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10.01.2007

14:22 Uhr

Unregelmäßigkeiten bei Geldtransporten

Heros-Gründer belastet Marsh

Der Gründer des Geldtransportunternehmens Heros, Karl-Heinz Weis, hat den Versicherungsmakler Marsh belastet. Marsh habe weit vor Bekanntwerden der Betrügereien Mitte Februar 2006 von Unregelmäßigkeiten bei Heros gewusst, sagte Weis vor dem Landgericht Hildesheim aus, wo er sich wegen Untreue verantworten muss. Er berichtete über ein Gespräch im Sommer 2005.

ddp BERLIN. Bei dem Gespräch ging es in Anwesenheit eines zuständigen Marsh-Mitarbeiters um Zahlungsrückstände gegenüber dem Handelskonzern Rewe in Höhe von 60 bis 70 Mill. Euro gegangen sei. Rewe habe wegen der hohen Heros-Rückstände das Gespräch mit den Versicherern gesucht, die sich laut Weis von Marsh vertreten ließen. Der Handelskonzern habe eine verlängerte Schadensmeldefrist verlangt. Laut Vertrag musste Rewe Schäden innerhalb von 120 Stunden melden. Ergebnis des Gesprächs sei gewesen, dass die Meldefrist verlängert worden sei. Marsh wollte sich unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu dem Gespräch äußern.

Die zuständigen Versicherer haben die Informationen über Verzögerungen nach eigenen Angaben nie von dem Makler erhalten. Damit hätte Marsh nach Meinung von Fachleuten seine Vermögensbetreuungspflicht verletzt und könnte auf Schadensersatz verklagt werden. Der Gesamtschaden im Heros-Komplex beträgt rund 400 Mill. Euro.

Weis sagte auch aus, ein Metro-Mitarbeiter habe für Auftragsvergaben insgesamt rund eine halbe Million Euro verlangt und auch erhalten. Der Mann habe das Geld jeweils bei der Fahrt von oder zu einem Ferienhaus an der Nordsee bei Heros in Hannover abgeholt. Die Metro-Gruppe hat im Zusammenhang mit dem Heros-Skandal einen Schaden von rund zwei Millionen Euro erlitten.

Bei dem Geldtransportunternehmen Heros waren in großem Umfang Kundengelder veruntreut worden. Als Folge hatte das Unternehmen, das täglich mehr als 600 Millionen Euro bewegte, Gelder regelmäßig erst mit Verspätung an seine Kunden weitergeleitet. In der Branche gelten solche Verspätungen grundsätzlich als Hinweise auf mögliche Betrügereien.

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