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14.01.2005

08:33 Uhr

Unternehmen will komplexes Geschäftsmodell auch in Deutschland besser vermarkten

Netjets strebt Kooperation mit Lufthansa an

Die Europa-Sparte der US-Firma Netjets treibt nach einem erfolgreichen Jahr 2004 ihre ehrgeizige Expansion voran. Die Zahl der Kunden in Europa soll bis Jahresende auf von 600 auf 1 000 steigen, sagte Mark Booth, Europachef des weltgrößten Privatflugzeugbetreibers, dem Handelsblatt. Er will das komplexe Geschäftsmodell auch in Deutschland besser vermarkten, denn hier zu Lande hat Netjets noch Akzeptanzprobleme.

HB DÜSSELDORF. Netjets gehört dem US-Investor Warren Buffett. Das Unternehmen verkauft Anteile an seinen VIP-Jets und neuerdings auch die stundenweise Abrechnung von Flügen – das System funktioniert ähnlich wie eine Telefonkarte. Netjets verspricht der Kundschaft damit flexible und effiziente Reisemöglichkeiten. Das kommt inzwischen auch in Europa an: „Wir haben 2004 den Durchbruch geschafft“, sagt Booth. Mit den mehr als 600 Netjets-Kunden in Europa sei das Unternehmen 2004 entscheidend vorangekommen.

Booths Hauptaugenmerk liegt in diesem Jahr auf dem deutschen Markt. Von den 600 Kunden kommen Unternehmensangaben zufolge bisher nur 40 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darunter seien fünf große deutsche Konzerne, sagte Booth.

Der frühere Chef des britischen Bezahlsenders BSkyB glaubt nicht an eine generelle Abneigung der Deutschen gegen die noble Privatfliegerei: „Wir haben es hier in der Vergangenheit einfach nicht geschafft, potenzielle Kunden von den Vorteilen unseres Geschäftsmodells zu überzeugen.“ 2005 werde man mehr Zeit investieren, um die Expansion im Schlüsselmarkt Deutschland voranzutreiben. „Wir hinken hier in der Wachstumskurve lediglich hinterher“, sagte Booth. Bereits in zwei Jahren will er deutlich aufgeholt haben.

Um das Geschäft mit Privatjets hier zu Lande bekannter zu machen, strebt Netjets eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa an. Eine Kooperation wäre „sehr sinnvoll“, sagte Booth, der mit dem Verweis auf laufende Verhandlungen keinen weiteren Kommentar abgeben wollte.

Handelsblatt-Informationen zufolge ist das Projekt namens „Lufthansa Private Jet“ weit fortgeschritten und soll in den nächsten Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hat sein Augenmerk bei diesem Projekt auf die exklusivere Betreuung der First-Class-Gäste gerichtet: Die zahlungskräftigsten Kunden sollen künftig nicht nur in eigenen Terminals abgefertigt, sondern darüber hinaus in Privatjets etwa von Netjets zum Airport ihres Langstreckenflugs gebracht werden. Wie es in Unternehmenskreisen hieß, soll die Kooperation mit Beginn des Sommerflugplans im April starten – zunächst testweise mit Zubringerflügen nach München.

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