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20.01.2011

19:51 Uhr

Unternehmensberatung

McKinsey deutlich gewachsen

VonKatrin Terpitz

Die Unternehmensberatung McKinsey ist 2010 deutlich gewachsen - und das nicht nur hierzulande. Deutschlandchef Frank Mattern spricht von "einem der besten Jahre in der jüngeren Geschichte". Auch für 2011 erwartet er ein expandierendes Geschäft. Neuartige, praxisnahe Angebote sollen den Marktführer für den harten Wettbewerb rüsten.

McKinsey-Deutschlandchef Frank Mattern kann auf eines der besten Jahre der jüngeren Geschichte zurückblicken. Quelle: Bernd Roselieb

McKinsey-Deutschlandchef Frank Mattern kann auf eines der besten Jahre der jüngeren Geschichte zurückblicken.

FRANKFURT. Über konkrete Zahlen indes schweigt sich die Partnerschaft seit einigen Jahren aus. Für 2006 hatte der Marktführer einen deutschen Jahresumsatz von 600 Millionen Euro angegeben. Wettbewerber Boston Consulting und Roland Berger erreichten zuletzt je um die 400 Millionen Euro.

In der Rezession waren laut Mattern auch für McKinsey "die Bäume nicht in den Himmel gewachsen". Die meisten Beratungen erlitten zum Teil zweistellige Umsatzeinbrüche, weil Konzerne Beraterbudgets kräftig gekappt hatten. Inzwischen habe McKinsey wie die meisten Beratungen die Krise gut überwunden, bestätigt Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung aus Bonn. Laut Bundesverband Deutscher Unternehmensberater hatte die Branche ein sehr gutes Jahr.

Wachstumsmotor für McKinsey war vor allem die Beratung des Finanzsektors. Das Haus berät etwa die Postbank bei der Integration in die Deutsche Bank und angeschlagene Landesbanken. Auch die Sparten Energie, Pharma und Transport wuchsen überdurchschnittlich. Für Mattern ist die Ertragslage "äußerst zufriedenstellend". McKinsey erwirtschafte sehr hohe Renditen vergleichbar mit denen forschender Pharmafirmen. Dort liegt die Ebit-Marge meist bei 25 bis 30 Prozent.

Hohe Renditen benötigt McKinsey für Investitionen in die Zukunft. Mehrere 100 Millionen Dollar steckt das Haus in den Wissensaufbau wie das McKinsey Global Institute oder branchenspezifische Datenbanken. Dieses Wissen verbreitet McKinsey über eine Reihe neuartiger praxisnaher Beratungsmodelle, die weit über die reine Strategieberatung hinausgehen. Mattern: "Wir wollen die Mitarbeiter unserer Klienten fit machen für die Umsetzung unserer Programme." In Modell- und Lernfabriken können diese etwa digitales Marketing oder Krankenhausmanagement üben. Im Sommer eröffnet in München ein festes Zentrum dafür. Branchenexperte Fink lobt die Experimentierfreude der Beratung, die sich gezielt umbaue. McKinsey habe erkannt, dass das klassische Geschäftsmodell der Strategieberatung an seine Grenzen stoße.

Der Wettbewerb bleibt hart. In der Branche trenne sich die Spreu vom Weizen, sagt Mattern. Nur wer global alles aus einer Hand anbiete, überlebe. "Wir werden nicht fusionieren", betont Mattern in Anspielung auf gescheiterte Annäherungen zwischen Deloitte und Roland Berger sowie Booz und ATKearney.

Die Zahl der Berater und Partner von McKinsey in Deutschland blieb mit etwa 1 300 sowie 153 stabil. 2010 kamen wie im Vorjahr knapp 170 Berater an Bord. Für 2011 sind 220 Neueinstellungen geplant. Mattern: "23 Prozent aller 1,0-Abiturienten bewerben sich bei uns."

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