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02.05.2016

09:54 Uhr

Urban Gardening

Deutschlands neuer Garten-Trend

Sie sind Hobbykoch und kaufen ihre Zutaten noch im Supermarkt? Da sind Sie nicht zeitgemäß. Wer etwas auf sich hält, erntet seine Tomaten oder Paprika auf dem eigenen Balkon – sehr zur Freude von Garten-Centern.

Immer mehr Menschen in der Stadt pflanzen ihr Gemüse selbst an. Der Trend des „Urban Gardening“ sorgt in Garten-Centern für neue Kundschaft. Imago

Urban Gardening

Immer mehr Menschen in der Stadt pflanzen ihr Gemüse selbst an. Der Trend des „Urban Gardening“ sorgt in Garten-Centern für neue Kundschaft.

MünchenGeranien waren gestern: Heute wachsen auf Deutschlands Balkonen Tomaten, Paprika oder Erdbeeren. Baumärkte und Gartencenter freuen sich zum Auftakt der Saison über wachsende Umsätze mit Obst und Gemüse zum Selbstanbau mitten in der Stadt („Urban Gardening“). „Die Selbstversorger-Bewegung hat eine wahre Renaissance der Nutzpflanzen eingeläutet. Die Nachfrage nach Gemüsepflanzen zum Eigenanbau, auch auf kleinstem Raum, sowie passendem Zubehör hat in den letzten Jahren stark zugenommen“, sagt Anne Hahnenstein, Werbeleiterin der Gartencenter-Gruppe Dehner.

Auch Konkurrent Kölle freut sich über gute Geschäfte mit den Stadtgärtnern. „Urban Gardening ist ein starker Trend, den wir in unterschiedlichen Sortimenten spüren“, sagt eine Sprecherin. Auch Baumärkte und Supermärkte profitieren von der neuen Lust am Gärtnern und haben ihr Angebot deutlich ausgeweitet. „Für ihr grünes Wohnzimmer geben die Deutschen gerne Geld aus“, sagt Bernd Ohlmann, Sprecher beim Handelsverband Bayern.

Statt es zum Nullzins aufs Konto zu legen, kaufen sich die Verbraucher lieber Blumentöpfe fürs Balkongeländer in knalligen Farben, Handharken aus Edelstahl oder ein Hochbeet mit Thermohaube: Im Schnitt gab jeder Verbraucher einer Studie der BBE Handelsberatung zufolge 2014 rund 34 Euro pro Jahr für Gartenbedarf aus und damit rund ein Drittel mehr als 2005. Besonders stark legten jedoch die Umsätze mit Outdoor-Lampen und Grills zu.

Für die Gartencenter und Baumärkte ist der Trend ein Segen: Denn neben der Stammkundschaft, die Bodendecker für Friedhöfe oder die Stiefmütterchen für den Vorgarten kauft, wächst neue Kundschaft heran: Der Spaß am „Urban Gardening“ treibt zahlreiche junge Kunden in die Gartencenter, die dort früher höchstens eine Topfblume zum Muttertag gekauft haben. „Der Trend zur Selbstversorgung ist in allen Altersgruppen erkennbar“, sagt Garten-Expertin Hahnenstein.

Dabei sind die Kunden auch experimentierfreudig: Im Trend lägen in dieser Saison Pflanzenzüchtungen mit Doppelnutzen wie Kreuzungen aus Tomaten und Kartoffeln oder Auberginen und Kartoffeln. Oder das Saatgut „Möhre mit Radies“. Wer etwas mehr Geld ausgeben will, kauft gleich Sträucher oder Pflanzen, an denen bereits Früchte hängen: Für die schnelle Ernte auf dem Balkon. Daran können sich selbst harte Kerle erfreuen: Actionstar Liam Hemsworth („Die Tribute von Panem“) bekannte vor wenigen Tagen in der Münchner Zeitung „tz“: „Ich bin unter die Gärtner gegangen: Letzte Woche habe ich meine ersten Gemüsebeete angepflanzt.“

Von

dpa

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