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05.03.2013

13:27 Uhr

Urteil

Deutsche Bahn muss 1900 Bahnhöfe nachrüsten

Das wird nicht ganz billig: Die Bahn muss gut ein Drittel ihrer Bahnhöfe nachrüsten, damit wartende Fahrgäste über Zugausfälle und Verspätungen "aktiv" informiert werden. Der Konzern grollt über die Millionen-Ausgaben.

Es reicht nicht aus, wenn Plakate auf Nummern von Info-Telefonen hinweisen. dpa

Es reicht nicht aus, wenn Plakate auf Nummern von Info-Telefonen hinweisen.

Essen/KölnDie Bahn hat genau 18 Monate Zeit und muss 1900 ihrer bundesweit 5500 Bahnhöfe und Haltepunkte mit elektronischen Hinweistafeln oder Lautsprecheranlagen nachrüsten. Dazu zwingt sie das Kölner Verwaltungsgericht, das mit seinem Urteil die Rechte der Bahnreisenden deutlich stärkt.

Ein Sprecher der Deutsche Bahn bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Dienstag). Das Gericht und das Amt waren zunächst nicht zu erreichen. Allein in Nordrhein-Westfalen müssen jetzt mehr als 300 Bahnhöfe nachgerüstet werden. Die Nachrüstung kostet pro Anlage 6000 bis 8000 Euro, heißt es bei der WAZ.

So fahren Sie günstig mit der Bahn

Sparpreis

Diese Tickets gelten für einfache Fahrten oder für Hin- und Rückfahrt. Sie kosten bei einfacher Strecke - je nach Länge der Reise und Verfügbarkeit - zwischen 19 und 99 Euro. Reisen in Nachbarländer kosten mit dem Europa-Sparpreis ab 19 Euro. Erhältlich sind sie ab drei Monaten und bis zu drei Tage vor der gewünschten Reise. Die Zahl der Tickets ist begrenzt, Gerade rund um Wochenenden und Feiertage sind sie schnell vergriffen. Beim Sparpreis muss sich der Kunde auf einen bestimmten Zug festlegen.

Bahncard

Die Bahncard 25 bietet für 59 Euro im Jahr 25 Prozent Ermäßigung auf alle Fahrkarten. Der Rabatt kann mit anderen Rabatten - auch dem Sparpreis - kombiniert werden. Die Bahncard 50 kostet in der Standardversion 240 Euro. Sie bietet 50 Prozent Rabatt auf alle Fahrkarten. Die Kombination mit anderen Rabatten ist nicht möglich, dafür besteht keine Zugbindung. Die Bahncard 50 lohnt sich für Vielfahrer und für alle, die ihre Reisen lieber kurzfristig planen. Ab etwa 480 Euro Fahrtkosten pro Jahr sparen Bahnkunden mit ihr.

Ehe- und Lebenspartner

Ehe- und Lebenspartner von Bahncard-25-Besitzern können eine eigene, voll gültige sogenannte Zusatzkarte für zehn Euro erhalten. Bedingung dafür ist aber, dass mindestens ein Kind unter 18 Jahren im selben Haushalt lebt. Ansonsten kostet die Partnerkarte 39 Euro. Die Bahncard 50 gibt es für Partner im selben Haushalt für 122 Euro - also gut die Hälfte des Preises der ersten Karte.

Kinder, Jugendliche und Senioren

Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren fahren in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern immer kostenlos, sie müssen aber in die Fahrkarte eingetragen sein. Reisen sie alleine, erhalten sie einen Rabatt von 50 Prozent. Daneben kann sich die Jugend-Bahncard 25 für einmalig zehn Euro lohnen, die bis einschließlich 17 Jahre gilt. Die Bahncard 50 gibt es generell für Kinder bis einschließlich 17 Jahre sowie für Schüler und Studenten bis 26 Jahre zum halben Preis. Auch Senioren ab 60 Jahren zahlen bei der Bahncard 50 nur die Hälfte des Kartenpreises. Keine Ermäßigung gibt es für sie hingegen bei der Bahncard 25.

Tickets für den Nahverkehr

Mit dem Schönes-Wochenende-Ticket können fünf Menschen einen Samstag oder Sonntag lang die Nahverkehrszüge der Bahn nutzen. Im Internet oder am Automaten kostet das Ticket 40 Euro, am Schalter 42 Euro. Die auf eine bestimmte Region beschränkten Ländertickets gelten ebenfalls für bis zu fünf Fahrgäste in der zweiten Klasse des Nahverkehrs. Sie sind von Montag bis Freitag von 09.00 Uhr an gültig, samstags oder sonntags schon von Mitternacht an. Sie kosten für fünf Leute ab 28 Euro. Mit dem Quer-durchs-Land-Ticket kann ein Reisender von montags bis freitags ab 09.00 Uhr für 40 Euro am Automaten und im Internet oder für 42 Euro am Schalter deutschlandweit den gesamten Nahverkehr nutzen. Jeder weitere von maximal vier Mitfahrern zahlt sechs Euro extra.

Weitere Tipps und Tricks

Sparpreis-Tickets und die Pauschaltickets für den Nahverkehr sind am Schalter ein ganzes Stück teurer. Hingegen bringt es mittlerweile nichts mehr, Reservierungen im Internet oder am Ticketautomaten statt am Schalter zu kaufen. Sparen kann, wer bei weiten Fahrten vom ICE auf den IC umsteigt: Der IC ist nur selten viel langsamer, kostet dafür aber meist deutlich weniger. Der „Sparpreis-Finder“ auf der Internetseite der Bahn zeigt, zu welchen Uhrzeiten die besten Preise zu haben sind. Und wer noch vor diesem Sonntag bucht, bekommt die Fahrkarten für die kommenden drei Monate noch zum alten Preis.

Laut Urteil (Az.: 18 K 4907/11) ist die Bahn verpflichtet, auf allen Bahnhöfen und selbst auf Kleinststationen wartende Fahrgäste über Zugausfälle und Verspätungen „aktiv“ zu informieren. Es reiche nicht aus, wenn Plakate auf Nummern von Info-Telefonen hinweisen würden.

Die Bahn in Zahlen

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

Halbjahresergebnis

Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

Mitarbeiter zum Jahresende

Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

Personenverkehr

Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

Nach Angaben eines Sprechers will das Staatsunternehmen der Gerichtsentscheidung im Wesentlichen folgen. Nicht akzeptieren will die Bahn allerdings die Forderung, auch Haltepunkte mit weniger als 100 Ein- und Aussteigern am Tag nachzurüsten. Dagegen will sie juristisch in die nächste Instanz gehen.

Ein Sprecher der Bahn betonte, es gehe bei dem Streit nur um die "allerkleinsten Bahnhöfe", 600 bis 700 Stationen vor allem in den Flächenländern. Auf den betroffenen Strecken komme es selten zu Verspätungen, "die Beschwerden sind gleich null". Daher wolle die Bahn angesichts der Kosten von je 6000 bis 8000 Euro für eine elektronische Hinweistafel vom Oberverwaltungsgericht prüfen lassen, ob dies auf den kleinen Stationen wirklich nötig sei.

Die Deutsche Bahn strebe eine zweitinstanzliche Klärung darüber an, ob eine Ausstattung mit den sogenannten Schriftanzeigern mit integriertem Lautsprecher wirtschaftlich angemessen sei, sagte der Sprecher der dpa. Dies betreffe aber nur einen „Bruchteil“ der 1900 Stationen und Haltepunkte.

Wie die WAZ-Zeitungen weiter berichteten, war die fehlende Ausstattung der Bahnhöfe und Haltepunkte mit Informationssystemen dem Eisenbahnbundesamt bei der Überprüfung von zwei Stationen in Schleswig-Holstein aufgefallen. Bundesweite Prüfungen ergaben dann, dass dies tatsächlich auf einem Drittel aller Bahnhöfe der Fall ist. Zunächst hatte sich die Bahn geweigert, einer entsprechenden Weisung des Bundesamtes nachzukommen, das dann geklagt hat.

Kommentare (2)

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gesen

05.03.2013, 08:48 Uhr

Tja, liebe Bahn, anstelle teuerer Prestige-Objekte, die der Kunde nicht wirklich braucht (S21), hättet Ihr mal lieber in die ganz normalen kleinen Bahnhöfe investieren sollen. Auch der Kunde auf einem kleinen Bahnsteig ist ein Kunde, pst...

Licht

05.03.2013, 11:46 Uhr

Eine Billiglösung mit PC-Monitor in einem Schaukasten (Panzerglas) sollte möglich sein!

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