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20.12.2013

16:42 Uhr

Urteil

Werbung für Rotbäckchen-Saft verstößt gegen EU-Recht

Ein Gericht pfeift den Hersteller des „Rotbäckchen“-Safts zurück. Das Flaschenetikett wirbt damit, dass das Getränk die Konzentrationsfähigkeit unterstützt. Das verstößt gegen EU-Recht – und ist jetzt nicht mehr erlaubt.

Die Werbung für den Rotbäckchen-Saft ist einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz zufolge nicht zulässig, weil sie gegen eine EU-Verordnung verstößt. dpa - picture-alliance

Die Werbung für den Rotbäckchen-Saft ist einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz zufolge nicht zulässig, weil sie gegen eine EU-Verordnung verstößt.

KoblenzDer Hersteller des „Rotbäckchen“-Safts darf ab sofort nicht mehr mit verschiedenen Gesundheitsversprechen auf dem Flaschenetikett werben. Die Aussagen „lernstark“ sowie „mit Eisen und Vitamin B-Komplex zur Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit“ seien wettbewerbswidrig, heißt es in dem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz (Az. 9 U 405/13).

Die Werbung verstoße gegen eine EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben bei Lebensmitteln, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag. Diese „Health-Claim-Verordnung“ soll Verbraucher vor irreführenden oder wissenschaftlich nicht bewiesenen Angaben schützen.

Nur nach der Verordnung zugelassene Aussagen dürfen nach Angaben des Gerichts in der Werbung genutzt werden. Für die Aussagen auf den Flaschenetiketten des Mehrfruchtsaftes „Rotbäckchen“ habe keine Zulassung vorgelegen, hieß es. Das OLG wies damit die Berufung der Rotbäckchen-Vertriebs GmbH im rheinland-pfälzischen Unkel gegen ein Urteil des Koblenzer Landgerichts zurück. Das Urteil gilt ab sofort, eine Revision wurde nicht zugelassen, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Deutschlands größte Getränkehersteller

Platz 10

PepsiCo - 9,75 Millionen Hektoliter

Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.
Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten für 2012

Platz 9

Oettinger-Gruppe - 10,6 Millionen Hektoliter

Mit der Fokussierung auf billiges Bier ist die Oettinger-Gruppe zu einer der größten Brauereien des Landes aufgestiegen.

Platz 8

Riha Richard Hartinger - 11 Millionen Hektoliter

Riha ist Deutschlands größter Fruchtsafthersteller. Dazu zählt etwa die Marke Fruchtquell.

Platz 7

AB-Inbev - 12 Millionen Hektoliter

Die Brauerei-Gruppe steht für Marken wie Beck's und Hasseröder.

Platz 6

Radeberger - 13 Millionen Hektoliter

Die Brauerei gehört zum Oetker-Imperium und vertreibt ab 2015 Pepsi-Produkte in ganz Deutschland.

Platz 5

Bitburger- 14 Millionen Hektoliter

Die Brauerei aus der Eifel hat neben der Stammmarke etliche weitere Biermarken im Angebot wie König Pilsener oder Licher.

Platz 4

Schäff-Gruppe - 19 Millionen Hektoliter

Das Aldi-Mineralwasser Altmühltaler stammt von der Schäff-Gruppe ebenso wie zahlreiche andere Eigenmarken von Discountern.

Platz 3

Hansa-Heemann - 24 Millionen Hektoliter

Auch an Rang drei steht ein Produzent von Handelsmarken für Discounter.

Platz 2

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG - 26,8 Millionen Hektoliter

Die 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.

Platz 1

Coca-Cola - 36,5 Millionen Hektoliter

Der rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

Das Unternehmen wolle dagegen Beschwerde beim Bundesgerichtshof einreichen, kündigte ein Sprecher der Rotbäckchen-Vertriebs GmbH an. „Wir sind davon überzeugt, nach geltendem Recht zu handeln.“ Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) in Berlin, der gegen das Unternehmen geklagt hatte, begrüßte dagegen das Urteil. In diesem Fall sei die Verordnung der EU ein wirksames Mittel gegen unlautere Werbung gewesen, sagte eine Sprecherin.

Von

dpa

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