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06.02.2014

14:04 Uhr

US-Ausrüster

Gore-Tex soll neue Sportarten erobern

VonJoachim Hofer

Ein Dress für alle Elemente: Außer den Joggern und Radfahrern will die Familienfirma Gore jetzt auch Triathleten und Langläufer bedienen. Wer dort einkaufen möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen.

Jacken aus dem Material Gore-Tex: Ein Expansion in neue Marktsegmente ist geplant.

Jacken aus dem Material Gore-Tex: Ein Expansion in neue Marktsegmente ist geplant.

MünchenRegenjacken, Skihosen, Bergstiefel: Gore-Tex ist für viele Sportmarken seit Jahrzehnten die erste Wahl. Ob North Face, Schöffel oder Salomon: Fast alle renommierten Outdoor-Labels setzen die Stoffe des amerikanischen Familienunternehmens ein. Das hat seinen Grund: Der Name Gore bürgt für wasserdichtes, atmungsaktives Equipment. So lassen sich höhere Preise erzielen.

Die Produzenten von Laufshirts, Jogginghosen und Fahrradbekleidung aber wollten von den Gore-Textilien einst nichts wissen. Zu teuer war den Herstellern in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Ware. Daher hat die Firma aus dem US-Bundesstaat Delaware schon vor drei Jahrzehnten angefangen, eigenes Equipment für diese Sportarten zu entwickeln und zu vermarkten. Mit Erfolg: Mit der „Gore Running Wear“ und der „Gore Bike Wear“ gehört das Unternehmen heute zu den profiliertesten Bekleidungsausrüstern im Lauf- und Radsport.

Nun plant Gore den nächsten Schritt. „Triathlon und Langlauf sind Sportarten, die wir im Visier haben“, sagte Thomas Weiß dem Handelsblatt. Der Gore-Manager führt vom bayerischen Feldkirchen-Westerham aus das weltweite Endkundengeschäft. 100 Leute sind in seinem Team.

Die größten Sportartikelhersteller (Umsatz 2012)

Nike

17,8 Milliarden Euro

Adidas

14,9 Milliarden Euro

VF Corp. (USA)

5 Milliarden Euro

Puma

3,3 Milliarden Euro

Asics

2,3 Milliarden Euro

Jarden

2,1 Milliarden Euro

Amer Sports

2,1 Milliarden Euro

New Balance

2,1 Milliarden Euro

Quiksilver

1,6 Milliarden Euro

Columbia Sport

1,3 Milliarden Euro

Billabong

1,1 Milliarden Euro

Pacific Sunwear

0,6 Milliarden Euro

Quellen

FAZ, GfK, Sport-Scheck, eigene Recherche (via Statista.de)

Weiß ist ein Exot bei Gore. Einerseits, weil die anderen Divisionen von den USA aus gesteuert werden. Andererseits, weil Gore sonst fast nur an Firmenkunden verkauft. Outdoor-Equipment oder wasserdichte Schuhe etwa produzieren die Amerikaner nicht selbst, sondern liefern das bekannte Gore-Tex an Sport- und Modemarken oder Schuhhersteller.

Darüber hinaus versorgt Gore die unterschiedlichsten Branchen mit von hoch-technischen Produkten, von Kabeln für die Luftfahrt über Implantate in der Medizintechnik bis zu Filterschläuchen für Kraftwerke. Der Umsatz: Rund 3,2 Milliarden Dollar.

Wie viel die Division von Weiß dazu beiträgt, verrät das Unternehmen nicht. Der Bike-Bereich erwirtschafte einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, die Running-Kollektion liege deutlich darunter. Alles in allem aber dürften die Amerikaner hier einen dreistelligen Millionenbetrag einspielen.

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