Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.10.2014

15:54 Uhr

US-Konzern Monsanto

Gen-Soja führt zu Ausbreitung von Schädlingen

Der US-Konzerns Monsanto kämpft nach eigenen Angaben mit Schädlingen, die sich nach dem Verzehr ihrer gentechnnisch veränderten Soja-Sorte Intacta schneller verbreiten.

Testbiotech-Experte Christoph Then erklärte, die Ergebnisse überraschten nicht. „Bei der Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen tauchen regelmäßig Hinweise auf ungewollte Effekte auf, die wohl durch den Vorgang der gentechnischen Veränderung verursacht werden. Diese werden aber fast nie genauer untersucht.“ Reuters

Testbiotech-Experte Christoph Then erklärte, die Ergebnisse überraschten nicht. „Bei der Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen tauchen regelmäßig Hinweise auf ungewollte Effekte auf, die wohl durch den Vorgang der gentechnischen Veränderung verursacht werden. Diese werden aber fast nie genauer untersucht.“

Die in der Europäischen Union zugelassene, gentechnisch veränderte Soja-Sorte Intacta des US-Konzerns Monsanto kann laut einer mit Beteiligung von Monsanto-Mitarbeitern erstellten Studie die Ausbreitung bestimmter Schädlinge befördern. Dies berichtete die Organisation Testbiotech am Donnerstag in Berlin. Demnach seien die Ursache dafür ungewollte Effekte, die durch die gentechnische Veränderung der Pflanze verursacht wurden.

Laut Testbiotech stellten brasilianische Wissenschaftler zusammen mit Monsanto-Mitarbeitern fest, dass bestimmte Schädlinge, die im Soja-Anbau zu erheblichen Schäden führen können, sich schneller entwickeln und länger leben, wenn ihre Raupen von den gentechnnisch veränderten Pflanzen fressen. In der Publikation heiße es: „Unsere Ergebnisse sollten als Alarm interpretiert werden, dass der Befall mit S.eridania auf Feldern mit Bt-Sojabohnen zunehmen kann.“ Nach Empfehlung von Monsanto sollten auf Feldern mit Gentechnik-Soja zusätzlich Nützlinge ausgebracht werden, um die Raupen in Schach zu halten.

Die größten Konsumgüterhersteller der Welt

Platz 10

Tyson Foods

Umsatz 2012: 33,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus vier Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Quelle: OC&C

Platz 9

Archer Daniels Midland

Umsatz 2012: 34,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus sechs Prozent

Operative Marge (2012): zwei Prozent

Platz 8

Mondelez (ehemaliges Auslandsgeschäft von Kraft Foods)

Umsatz 2012: 35 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 15 Prozent

Platz 7

JBS

Umsatz 2012: 37,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus 24 Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Platz 6

AnheuserBusch Inbev

Umsatz 2012: 39,8 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 34 Prozent

Platz 5

Coca-Cola

Umsatz 2012: 47,9 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 24 Prozent

Platz 4

PepsiCo

Umsatz 2012: 65,5 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 3

Unilever

Umsatz 2012: 66 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 2

Procter & Gamble

Umsatz 2012: 83,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 18 Prozent

Platz 1

Nestlé

Umsatz 2012: 98,4 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 16 Prozent

Testbiotech-Experte Christoph Then erklärte, die Ergebnisse überraschten nicht. „Bei der Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen tauchen regelmäßig Hinweise auf ungewollte Effekte auf, die wohl durch den Vorgang der gentechnischen Veränderung verursacht werden. Diese werden aber fast nie genauer untersucht.“ Then forderte die EU auf, die Zulassung für das Soja zu widerrufen. Es gebe offensichtlich Bedarf für eine Neubewertung und für weitere Untersuchungen.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Dr. Max Motte

02.10.2014, 17:02 Uhr

Die westlichen Medienkonzerne spielen die tatsächlichen Gefahren durch gentechnisch veränderte (GV ) Feldfrüchte, besonders im Entwicklungssektor, herunter.

Tatsächlich haben seit 1995 fast 300 000 indische Bauern Selbstmord begangen, als direkte Folge steigender Schulden und Missernten vor allem von Baumwolle, für die Big Biotech patentierte transgene Sorten entwickelt hat.

Laut einem Bericht der indischen Zentralstelle für die Erfassung von Verbrechen (National Crime Records Bureau, NCRB) gab es von 1995 bis 2011 in Indien 290 740 Selbstmorde von Bauern, die durch die Einführung von GVO in den wirtschaftlichen Ruin und die Armut getrieben wurden.

Für die Zeit danach gibt es keine offiziellen Zahlen, es hat aber vermutlich mehrere Tausend weitere Selbstmorde gegeben, sodass die Zahl bei 300 000 oder noch höher liegen dürfte.

Wie die Philosophin, Physikerin und Umweltaktivistin Dr. Vandana Shiva in einer sehr sorgfältigen Studie darlegt, sind GVO-Pflanzentechnologien ein Trojanisches Pferd, mit dem sich multinationale Konzerne die Kontrolle über die weltweite Nahrungsversorgung verschaffen.

Mit falschen Versprechungen von gesteigerten Ernteerträgen und niedrigeren Kosten haben Firmen wie Monsanto indische Bauern in Vertragsvereinbarungen gelockt, durch die sie von einem zentralisierten Landwirtschaftssystem abhängig wurden, das viele von ihnen in den Bankrott geführt hat.

"Durch Patente auf Saatgut ist Monsanto zum ›Gott des Lebens‹ auf unserem Planeten geworden, der für die Erneuerung des Lebens von Bauern, den ursprünglichen Züchtern, Abgaben kassiert", schrieb Dr. Shiva auf der Website Global Research.

Frau Dr. Max Motte

02.10.2014, 17:05 Uhr

Teil 2

Dr. Shiva dokumentiert, wie Monsanto Ende der 1980er Jahre nach Indien kam; sie beschreibt die schrittweise Übernahme des Landwirtschaftssystems des Landes. Es begann mit der Deregulierung des indischen Saatgutsektors, die eine allmähliche Konzentration zur Folge hatte. Monsanto kaufte alle Saatgutfirmen auf, die es in die Hand bekommen konnte, mit den übrigen wurden Joint Ventures gebildet oder Lizenzvereinbarungen getroffen.

Allmählich bestand der allgemeine Saatgut-Pool, der den indischen Bauern zur Verfügung stand, fast ausschließlich aus Monsanto-Samen, die als Wundersamen etikettiert und vermarktet wurden, die die indischen Bauern reich machen und Nahrung für alle liefern würden. Nach der Einführung erwies sich, dass die »Terminator«-Samen genau das Gegenteil bewirkten – Hunderttausende indischer Bauern verloren ihre Ernte, ihr Bankkonto, ihren Lebensunterhalt und in vielen Fällen das Leben, weil sie den GVO-Köder geschluckt hatten.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/ethan-a-huff/schon-fast-3-selbstmorde-indischer-bauern-nachgvomissernten.html;jsessionid=00872FD50B3D92FF4B4CBF3156767DEB

Herr Wolfgang Trantow

02.10.2014, 18:55 Uhr

Nur noch Chemie und schon mehr Ungeziefer? Kann man die Experten, Manager und Politiker nicht wegen Menschenverachtung verklagen???

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×