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28.09.2016

14:31 Uhr

Vegetarische Produkte

Warentest findet Mineralölbestandteile

Die Bilanz von Schnitzeln, Bratwürsten und Frikadellen ohne Fleisch fällt laut Stiftung Warentest durchwachsen aus. Testsieger wird ausgerechnet ein Produkt, das gar kein Ersatz sein will.

Der Markt für Fleischersatz wächst kräftig. dpa

Vegetarische Ersatzprodukte

Der Markt für Fleischersatz wächst kräftig.

BerlinDie Stiftung Warentest hat vegetarische Wurst- und Fleischprodukten untersucht – die gesundheitliche, ethische und geschmackliche Bilanz von Schnitzeln, Bratwürsten und Frikadellen, für die kein Fleisch verwendet wird, durchwachsen aus. In sechs von 20 Fleischersatzprodukten fanden die Tester hohe Mengen an kritischen Mineralölbestandteilen. 15 Produkte enthielten Soja, für das in Brasilien Regenwald gerodet wird. Und neun Fleischersatz-Produkte sorgten bei den Testessern nur für ein „befriedigendes” oder „ausreichendes” Geschmackserlebnis.

Ausgerechnet in dem vegetarischen Schnitzel, das den Testern am besten schmeckte, fanden sie eine der höchsten Belastungen mit Mineralölbestandteilen, die sie je in Lebensmitteln gemessen hatten, wie der Vize-Chefredakteur von „test”, Werner Hinzpeter, am Mittwoch sagte. Die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa stuft diese sogenannten MOSH-Verbindungen als „potenziell besorgniserregend” ein. Sie können sich langfristig im Körper, vor allem in Leber, Milz und Lymphknoten, anreichern.

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Untersuchungsleiter Holger Brackemann erklärte, ein Mensch nehme pro Tag etwa zwei bis 20 Milligramm MOSH auf. „Bereits diese Zufuhr wird als bedenklich bewertet.” Es gebe aber keine gesetzlichen Grenzwerte für MOSH. Das betroffene Schnitzel habe 400 Milligramm MOSH enthalten und fiel deshalb mit „mangelhaft” durch. Die Unternehmen könnten die Belastung vermeiden, indem sie Mineralöle bei der Herstellung durch Pflanzenöle ersetzen.

Der Markt für Fleischersatz wächst kräftig. Laut Hinzpeter stieg der Jahresumsatz 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 31,5 Prozent auf insgesamt mehr als 310 Millionen Euro.

Die größten Discounter der Welt

Platz 10

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2014 6,8 Milliarden Euro.

Quelle: Planet Retail/Statista

Platz 9

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2014 setzte das Unternehmen sieben Milliarden Euro um.

Platz 8

2014 generierte der US-Discounter Family Dollar einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro.

Platz 7

Der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2014 setzte die Kette 9,3 Milliarden Euro um.

Platz 6

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2014 10,3 Milliarden Euro um.

Platz 5

Auf dem fünften Platz findet sich ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2014 betrug der Umsatz des Discounters 12,1 Milliarden Euro.

Platz 4

Der viertgrößte Discounter der Welt ist Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Die US-Kette Dollar General verkaufte 2014 Waren im Wert von 15,0 Milliarden Euro.

Platz 2

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter mit großem Abstand zum Drittplatzierten den zweiten Platz. 2014 betrug der Umsatz der Supermarktkette 62,7 Milliarden Euro.

Platz 1

Aldi Nord und Süd sind gemeinsam auf Platz eins im Ranking der weltweit größten Discounter. 2014 verkauften die beiden deutschen Unternehmen Artikel im Wert von 65,9 Milliarden Euro.

Um herauszufinden, warum Verbraucher die Produkte kaufen, befragte die Zeitschrift „test” ihre Leser im Internet. Das Ergebnis: Nur ein gutes Drittel der 3600 Teilnehmer will, dass diese Erzeugnisse auch tatsächlich wie Fleisch aussehen und schmecken. 16 Prozent wollen das auf keinen Fall. Deshalb gaben die Tester keinem Produkt eine schlechtere Note, wenn es nicht wie sein fleischliches Vorbild schmeckte.

An Geschmack und Konsistenz sollte einige Hersteller trotzdem arbeiten. Die fünf geschulten „test”-Verkoster mussten teils „krümelige, schwer kaubare Tofulappen in den Mund nehmen, äußerst salzige Sojamasse und gummiartige Seitanstreifen”, sagte Hinzpeter.

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