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16.02.2014

18:04 Uhr

Vente Privee

Restposten-Guru fürchtet Online-Retouren

Der Franzose Granjon führt mit Vente Privee den größten Markt für Restpostenverkäufe im Internet – und der Umsatz wächst. Den deutschen Markt will Granjon aber wieder verlassen, falls die Deutschen zu viel zurücksenden.

Jacques-Antoine Granjon, der Chef des französischen Flash-Sales-Unternehmens vente-privee.com, aufgenommen in seiner Firma Paris Saint-Denis. Die Online-Shopping-Gemeinschaft vente-privee.com bleibt international auf deutlichem Wachstumskurs. Im jüngsten Geschäftsjahr 2013 setzte der weltweite Marktführer 1,6 Milliarden Euro um. Das Wachstum habe mit einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum die eigene Prognose noch übertroffen, teilte das Unternehmen am Montag in Saint-Denis bei Paris mit. dpa

Jacques-Antoine Granjon, der Chef des französischen Flash-Sales-Unternehmens vente-privee.com, aufgenommen in seiner Firma Paris Saint-Denis. Die Online-Shopping-Gemeinschaft vente-privee.com bleibt international auf deutlichem Wachstumskurs. Im jüngsten Geschäftsjahr 2013 setzte der weltweite Marktführer 1,6 Milliarden Euro um. Das Wachstum habe mit einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum die eigene Prognose noch übertroffen, teilte das Unternehmen am Montag in Saint-Denis bei Paris mit.

ParisHaare bis auf die Brust, offenes Hemd, Ringe und Ketten. Auf manche wirkt er wie ein Rocker - aber da ist kein Motorrad. Jacques-Antoine Granjon lässt sich lieber im Bentley vorfahren. Auch sein Erfolgsunternehmen vente-privee.com im Pariser Vorort Saint Denis steckt voller Überraschungen. Manch zeitgenössisches Museum könnte vor Neid erblassen: Die Wände des alten Fabrikgebäudes, Büros, selbst überfüllte Lager- und Arbeitsstätten sind gespickt mit Originalen internationaler Gegenwartskünstler. Das riesige Büro des Chefs gleicht einem Lager erstklassiger Kunstwerke.

In diesem Umfeld steuern Granjon und seine Mitarbeiter seit 2001 sogenannte Flash Sales im Internet: In zeitlich befristeten Aktionen für registrierte Mitglieder werden deutlich herabgesetzte Restposten meist bekannter Marken verkauft. Mit Erfolg. Vente Privee ist heute internationaler Marktführer unter den Shopping-Gemeinschaften. Im jüngsten Geschäftsjahr 2013 stieg der Umsatz um 23 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Erlös nach Steuern: jährlich zwischen fünf und sechs Prozent vom Umsatz.

Das Angebot reicht vom T-Shirt bis zum Auto. „Wir verkaufen Konzerte, Tickets, Reisen, Wein“, sagt Granjon. Umgeschlagen wird vor allem, was in den Geschäften liegenbleibt. Der Erfolg hängt von der Zahl der Nutzer ab. Bis zu drei Millionen Besucher klicken täglich auf Vente Privee. In acht europäischen Ländern und den USA hat die Einkaufsgemeinschaft inzwischen 20 Millionen Mitglieder, davon 1,3 Millionen in Deutschland.

Granjon ist immer noch Herr im unternehmergeführten Haus, auch wenn mit der Qatar Holding nach Summit Partners ein weiterer Investor im Unternehmen steckt. Über Anteile sagt Granjon nichts. Nach Verkauf anderer Shareholder und eigenen Zukäufen habe er heute „mehr Macht im Unternehmen - wenn das überhaupt möglich ist“. Über Beteiligungen der Qatar Holding an Luxusmarken oder dem exklusiven englischen Warenhaus Harrods verspricht sich der 51-Jährige Zugang zu den für Flash Sales so wichtigen Labels. „Alles hängt ab von der Qualität des Angebots.“

Kommentare (1)

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ralph

17.02.2014, 13:15 Uhr

Beim Einkauf in solchen Shopping-Gemeinschaften empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
Vorher nachsehen, wie lange ein in den Warenkorb gelegter Artikel reserviert wird. Gewünschte Ware in den Warenkorb legen. Dann in Preisvergleichen nach dem günstigsten Internetpreis für diesen Artikel zu suchen. Ich habe schon öfters erlebt, dass in Shopping-Gemeinschaften die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers herangezogen wird, um den Preisnachlass besonders hoch erscheinen zu lassen. Es gab Fälle, in denen der angeblich so günstige Preis der Shopping- Gemeinschaft höher war als der günstigste Internetpreis!

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