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18.01.2005

10:32 Uhr

Verbot von Langzeitverträgen wäre erster Schritt

Neue Wettbewerber fordern schnelle Öffnung des Gasmarkts

VonJürgen Flauger

Die neuen Wettbewerber auf dem deutschen Gasmarkt haben die Pläne des Bundeskartellamts begrüßt, die exklusiven und langfristigen Verträge zwischen den etablierten Lieferanten und den Stadtwerken zu öffnen. Gleichzeitig forderten sie jedoch weitere Maßnahmen, um den schleppenden Wettbewerb anzukurbeln.

DÜSSELDORF. „Das ist ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung“, sagte Henning Borchers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter gestern dem Handelsblatt. Das Kartellamt beseitige eine hohe Barriere. „Es kann aber nur ein Puzzlestück im Gesamtkonzept für mehr Wettbewerb sein.“

Nach monatelangen Ermittlungen gegen 16 große Unternehmen der Branche hat das Bundeskartellamt Richtlinien für die Verträge zwischen Gaslieferanten und Stadtwerken erarbeitet (Handelsblatt 17.1.2005). Dabei will es kürzere Laufzeiten durchsetzen und den Lieferanten untersagen, Weiterverteiler faktisch exklusiv zu binden. Unter Branchenexperten gelten die bisher üblichen Verträge, die zum Teil über mehrere Jahrzehnte laufen, als ein großes Hindernis für neue Wettbewerber bei der Suche nach Kunden.

Eine Sprecherin der Behörde bestätigte gestern die Informationen. Die Behörde habe ein Grundsatzpapier erarbeitet, in dem es der Branche Lösungswege zur Diskussion stelle. In Kartellamtskreisen wurde aber betont, die Konzerne seien in die Erarbeitung des Papiers bereits eingebunden gewesen. Mit großen Änderungen sei nicht zu rechnen.

„Die bisherigen Verträge sind ein Riesenproblem für neue Wettbewerber, die Stadtwerke sind an die Lieferanten gekettet“, sagte Paul van Son, Deutschland-Chef des niederländischen Essent-Konzerns. Das Unternehmen versucht seit einem Jahr, auf dem deutschen Gasmarkt Kunden zu akquirieren – bislang mit mäßigem Erfolg. „Wenn das Kartellamt die Mauern aufbricht, wäre das ein entscheidender Schritt bei der Marktöffnung“, sagte van Son.

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