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12.07.2012

12:06 Uhr

Verbraucher unsicher

Tengelmann ringt mit der Euro-Krise

Die Unsicherheit der Verbraucher macht dem Handelsriesen Tengelmann zunehmend zu schaffen. Konzernchef Haub poltert daher gegen die Politik. An seinen Expansionsplänen will er aber festhalten.

Der Geschäftsführer der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, Karl-Erivan Haub bei der Jahrespressekonferenz der Tengelmann-Unternehmensgruppe. dapd

Der Geschäftsführer der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, Karl-Erivan Haub bei der Jahrespressekonferenz der Tengelmann-Unternehmensgruppe.

Mülheim/RuhrDie Schuldenkrise in Europa macht dem Handelsriesen Tengelmann zu schaffen. Nach einem guten Start ins Jahr 2011 sei das zweite Halbjahr unter anderem geprägt worden von der Verunsicherung der Verbraucher durch die Staatsschuldenkrise, sagte Geschäftsführer des Familienunternehmens Karl-Erivan Haub am Donnerstag in Mülheim an der Ruhr. „Im Rückblick glich unser 145. Geschäftsjahr einer Achterbahnfahrt.“

Dank des Ausbaus des Filialnetzes - vor allem bei der Modekette KIK und den Baumärkten OBI - konnte die Unternehmensgruppe dennoch ihre Erlöse steigern. Der operative Gewinn (Ebitda) schrumpfte allerdings nach den Angaben Haubs um 20 Millionen Euro auf rund 390 Millionen.

Tengelmann erzielte 2011 mit seinen Töchtern Kaiser's Tengelmann, KIK, OBI, Tengelmann E-Commerce und zahlreichen kleineren Gesellschaften einen Umsatz von 10,78 Milliarden Euro, das sind 2,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 32 Prozent der Erlöse erzielte der Konzern im europäischen Ausland. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Osteuropa und Italien.

Die größten Einzelhändler der Welt

Platz 10

Best Buy (USA)

Das US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2010 betrug 50,27 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2010 über einen Umsatz von 67,42 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 68 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 77,95 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2010 gigantisch aus.

Platz 6

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2010 setzte der Lebensmittelhändler 82,19 Milliarden Dollar um.

Platz 5

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 89,08 Dollar im Jahr 2010 ebenfalls einen Spitzenplatz.

Platz 4

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit betreiben die Briten 5390 Supermärkte Großbritannien 94,185 4,104 384.389 Einzelhandel Philip Clarke

Platz 3

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Die Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2010 rund 96,4 Milliarden Dollar um.

Platz 2

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit 471.755 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2010 einen Umsatz von 120,3 Milliarden Dollar. Nur ein Einzelhändler setzte mehr um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 421,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2010 um - bei einem Gewinn von 16 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern 2,1 Millionen Angestellte.

Die Baumarktkette Obi konnte ihren Umsatz währungsbereinigt um 4,4 Prozent auf 6,67 Milliarden Euro steigern. Bereinigt um Neueröffnungen und Marktschließungen nahm der Umsatz um 1,2 Prozent zu. Obi wächst vor allem im Ausland, auf das inzwischen bereits fast die Hälfte des Umsatzes entfällt. In Deutschland stieg der Umsatz um 2 Prozent. Damit sei Obi im Inland erneut stärkere als die Branche gewachsen, die im Durchschnitt um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte.

Laut Konzernchef Haub konzentrieren sich die Expansionspläne für die Baumarktkette hauptsächlich auf Russland, Polen, Italien und Österreich. Obi war in 13 europäischen Ländern mit insgesamt rund 580 Märkten zum Jahresende 2011 vertreten. Das ist ein Zuwachs von 18 Märkten gegenüber 2010. Neben Deutschland wurde die Expansion 2011 auch durch Polen getragen, wo sieben Märkte neu eröffnet wurden.

Auch für den Gesamtkonzern peilt Haub einen weiteren Umsatzanstieg an. „Wenn es nicht groß knallt, bin ich optimistisch“, so der Konzernchef. Mit dem ersten Halbjahr sei er zufrieden, es habe sich nach Plan entwickelt. „Allerdings wachsen in solchen Zeiten die Pläne auch nicht in den Himmel“, betonte der persönliche haftende Gesellschafter des Familienunternehmens.

„Die verdammte Euro-Krise nervt“, polterte Haub. Tengelmann könne froh sein, nicht in Ländern unterwegs zu sein, die sich unter den Rettungsschirm flüchten müssten. Er sparte nicht mit Kritik an der Politik bei der Bewältigung der Schuldenkrise. „Haben wir überhaupt einen Wirtschaftsminister?“ Der hätte in diesen Zeiten unter anderem die Aufgabe, den Menschen die Schuldenkrise und die Rettungsmaßnahmen zu erklären, um die Unsicherheiten zu nehmen.

Haub forderte zudem, dass die Länder Macht an Europa abgeben müssten. „Sonst ist der Euro nicht zu retten.“ Einer müsse die Fäden in die Hand nehmen und für verbindliche Regeln der Haushaltführung sorgen. Die Handelsgruppe beschäftigt europaweit rund 83.500 Mitarbeiter in insgesamt 4256 Filialen.

Von

rtr

Kommentare (5)

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ESM

12.07.2012, 13:11 Uhr

Haub forderte zudem, dass die Länder Macht an Europa abgeben müssten. „Sonst ist der Euro nicht zu retten.“ Einer müsse die Fäden in die Hand nehmen und für verbindliche Regeln der Haushaltführung sorgen. --- Es ist erschreckend wie politisch naiv dieser Topmanager ist. Leider ist Europa nicht so zu managen wie ein Unternehmen.

Account gelöscht!

12.07.2012, 13:23 Uhr

"Unsicherheit der Verbraucher" - Immer diese Unsinnsphrasen!

Kein Verbraucher denkt sich: "Ach ne, jetzt in der EURO-Krise kaufe ich keine Lebensmittel (Schuhe, Kleidung, etc)".

Wenn Verbraucher keine notwenigen Verbrauchsgüter kaufen, dann nur weil sie nicht können! Es fehlt ihnen das Geld.



Joker1

12.07.2012, 13:52 Uhr

Wiederhole mich:
die Kasten halten zusammen wie eine Klette.
Der Euro muss gerettet werden und zwar um jeden Preis.
Die Vermögen der Kasten sichert der Steuerzahler.
Die exzessiven Expanditionspläne dieser Gieris und die
Gewinne, egal wo in Europa zahlt der Steuerzahler.
Polit- Bankster- und Handels- und Industriekasten,
ein Klüngel, der sich am Euro auf Kosten der Bürger
schamlos bereichert hat und weiter bereichert.
Man kann doch alles nachrecherchieren.
Umtauschkurs: 1:1.95583,
Preisumstellung innerhalb eines halben Jahres 1:1
Anhebung der Vorstandsgehälter auf DM-Niveau,
Anpassung der Politiker-Aufwands-und einkommesverhältnisse
1:1.
Halbierung der Einkommen und Ersparnisse des Bürgers.
Wird Zeit für eine kleine REVOLUTION!
Mittlerweiler spricht man ja schon wieder von ELITE und
PÖBEL. Den angesprochenen "Netzwerken" wird der"Arsch"
bald auf Grundeis gehen.

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