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05.01.2005

17:50 Uhr

Verbraucherschützer mahnen Elektromärkte ab

Metro-Töchter geizten offenbar bei Rabatt-Aktion

Nach den Rabattaktionen vom Montag haben Verbraucherschützer die Elektro-Filialisten Media-Markt und Saturn weiter kritisiert. Wegen des Verdachts auf „irreführende Preiswerbung“ mahnte der Bundesverband der Verbraucherzentralen am Mittwoch Filialen der Metro-Tochter Media-Saturn-Holding im Saarland und in Baden-Württemberg ab.

HB BERLIN/INGOLSTADT. Der neue Vorwurf: Das Unternehmen soll die Preise erst hochgesetzt haben, um sie dann öffentlichkeitswirksam wieder zu reduzieren.

Viele Kunden hätten sich beschwert, dass die regulären Preise am Aktionstag teils deutlich höher gewesen seien als an Tagen zuvor. So sei in einem Markt im Saarland ein digitaler Camcorder Ende Dezember für 299 Euro angeboten worden, der am Rabatt-Tag dann aber mit 349 Euro ausgezeichnet worden sei. Die bundesweit massiv beworbene Aktion, einen Nachlass in Höhe der Mehrwertsteuer von 16 Prozent zu gewähren, hatte Media Markt einen Kundenansturm beschert.

Es sei unzulässig, mit besonderen Preisherabsetzungen zu werben, wenn diese nicht oder nur unerheblich stattgefunden hätten, sagte Egbert Groote, Jurist bei den Verbraucherzentralen.

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat Media Markt ebenfalls gerügt. Hier gingen zahlreiche Anfragen und Beschwerden ein. Die Preisaktion sei als eintägiger Sonderverkauf zwar zulässig. Media Markt müsse sich aber widersprüchliche Werbeaussagen vorhalten lassen, die dem Gebot der Transparenz widersprächen. Hintergrund sei, dass ein Nachlass in Höhe der Mehrwertsteuer vom Bruttobetrag gerechnet nicht 16 Prozent, sondern nur 13,79 Prozent ausmache.

Ein Sprecher der Media-Saturn-Holding in Ingolstadt wies die Vorwürfe zurück. Bei 197 Standorten und 30 000 angebotenen Produkten je Markt könnten Pannen im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden. „Trotzdem steht unsere Aussage: Wir haben keine Produkte hochgezeichnet.“ Die von den Verbraucherzentralen genannten Beispiele hätten entkräftet werden können oder seien nicht nachprüfbar, weil die konkreten Markt-Standorte nicht genannt würden. Auch die Kritik der Wettbewerbszentrale sei „weder logisch noch mathematisch nachvollziehbar“.

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