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22.11.2013

17:05 Uhr

Verbraucherschutz

Wer nicht aufpasst, stimmt zu

Die Verbraucherschützer kritisierten Häkchen auf Firmen-Websites. Wer Fahrkarten-Buchungen online durchführt, sollte gut aufpassen. Doch nicht nur die Bahn versucht, dem Kunden etwas unterzumogeln, was er nicht will.

Wer Online bestellt, sollte gut aufpassen. Online-Händler wie Wettanbieter versuchen mittels vorher aktivierter Häkchen dem Kunden Leistungen unterzumogeln, die er nicht will. dpa

Wer Online bestellt, sollte gut aufpassen. Online-Händler wie Wettanbieter versuchen mittels vorher aktivierter Häkchen dem Kunden Leistungen unterzumogeln, die er nicht will.

DüsseldorfVerbraucherschützer haben die Praxis von Firmen kritisiert, Nutzern ihrer Internetseiten durch vorab angewählte Häkchen Werbung oder auch Produkte zum Kauf unterzumogeln. Dieses Vorgehen von Unternehmen im Internet sei „ebenso frech wie kundenfeindlich“, erklärte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am Freitag in Düsseldorf. Zustimmung zum Empfang von Werbung oder zum Kauf von Produkten solle „Kunden weder zwangsweise untergejubelt noch per voreingestelltem Häkchen entlockt werden“.

Als Beispiel für den Verkauf von Leistungen per voreingestelltem Häkchen nannten die Verbraucherschützer die Deutsche Bahn. Fahrkarten-Buchungen über das Internet sollten bei der Deutschen Bahn „nie in Eile“ erledigt werden, warnte die Verbraucherzentrale NRW. Bemerkten Verbraucher beim Kauf von Fahrkarten für den Fernverkehr aktivierte Häkchen an bestimmten Stellen nicht, buchten sie eine Sitzplatz-Reservierung gleich mit. Diese koste vier Euro je Strecke und Person.

In sieben Schritten zum Onlineshop

1. Die richtige Software

Die Frage nach dem richtigen Shopsystem ist die erste, die sich der zukünftige Onlineshopbetreiber stellen sollte. Hierbei müssen einige Fragen geklärt werden: Wie viele Artikel möchte ich später verkaufen? Was soll das System können? Lässt es sich einfach bedienen? Gefällt mir das Design? Und natürlich: Ist der Preis angemessen? Denn eine Einstiegslösung muss nicht teuer sein, aber auch kein Billig-System, mit dem man nur Ärger hat.

2. Das richtige Produkt – aber welches?

Auch das Produkt, mit dem man den Sprung ins Internet wagt, ist wichtig. Ein Blick ins eigene Sortiment genügt dabei schon. Ein Onlineshop muss nicht vom ersten Tag an alle Artikel anbieten, die auch im Ladengeschäft vorrätig sind. Es macht unter Umständen Sinn, mit einigen „Testartikeln“ anzufangen. Folgende Artikel sind statistisch gesehen übrigens am beliebtesten: Bekleidung, Textilien, Schuhe, Bücher, DVDs, Unterhaltungselektronik und Computer. Doch auch Nischenprodukte sind der Renner.

3. Individualität und Suchmaschinenoptimierung

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie nicht der Erste sein, der das jeweilige Produkt im Internet verkauft. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich von der Konkurrenz abzuheben und einen hohen Wiedererkennungswert zu generieren. Zum Beispiel durch ein kreatives und einzigartiges Template-Design. Eine konsequente Corporate Identity ist eine Art Visitenkarte des Unternehmens und sollte sich im Design durch Logo und Farbgebung widerspiegeln. Zudem ist es überaus wichtig, dass das Onlineshopsystem suchmaschinenoptimiert ist, denn dies ist die Voraussetzung dafür Gute Shopsysteme bringen SEO-Instrumente von Haus aus mit.

4. Rechtliches

Bevor der Shop online geht, sollten Sie eine wichtige Regel befolgen: Legen Sie sich einen Anwalt zu, der sich im Bereich IT auskennt. Der elektronische Handel stellt heutzutage in rechtlicher Hinsicht eine virtuelle Stolperfalle dar. Denn aufgrund der sich ständig ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen und einem komplexen Anwendungsfeld ist es schwer, immer im Bilde über die neusten rechtlichen Bedingungen zu sein. Denn neben Vertragsrecht sind auch datenschutz-, marken-, urheber-und wettbewerbsrechtliche Aspekte in vielen Fällen relevant. Um letztendlich kostenintensive Abmahnungen und Verfahren aufgrund von falschen Angaben im Impressum oder Verstößen gegen das Urhebergesetzt zu vermeiden, ist eine kompetente externe Rechtsberatung vor Erstellung und während des Betriebs des Online-Shops unerlässlich. Auf dem richtigen Weg sind Sie jedoch schon einmal, wenn Ihr System eines der gängigen juristischen Gütesiegel für Onlineshops trägt (bspw. Trusted Shops, Tüv oder EHI).

5. Kundenvertrauen

Viele potentielle Käufer begegnen dem Online-Shopping noch mit Vorsicht, wenn es um die Eingabe von persönlichen Daten sowie geheimen Bankdaten geht. Deshalb muss über empfindliche Themen wie Datenschutz und Zahlungsbedingungen offen kommuniziert werden, sodass dem Kunden vermittelt wird, an einen seriösen Online-Partner geraten zu sein. Es besteht außerdem die Möglichkeit, als Shopbetreiber mit externen Zahlungsdienstleistern wie Billsafe, Klarna oder PayPal zusammenzuarbeiten. Diese können als Medium zwischen Kunden und Online-Shop fungieren und somit einen sicheren Zahlungstransfer gewährleisten.

6. Langfristige Bindung

Ist der Shop erst einmal erfolgreich angelaufen, geht es an eine Lektion für Fortgeschrittene: Die langfristige Bindung der Kunden. Die emotionale Ebene ist der Schlüssel: Durch ansprechende Produktvideos und -präsentationen können Sie den Kunden auf eine virtuelle Erlebnisreise schicken, und ihn zur Rückkehr in den Shop bewegen. Dabei helfen übrigens auch Gutscheine, Sonderrabatte oder ein Bonussystem.

7. Mobiles Shoppen

Auch hierzulande kaufen immer mehr Endverbraucher ihre Waren über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-PCs. Ihr Shopsystem sollte dafür optimiert sein, denn die Anforderungen an mobile Endgeräte sind etwas anders. Bspw. sollte das System in der mobilen Version über größere Buttons verfügen oder die bei Tablets üblichen „Swipe“-Gesten („Fingerblättern“) unterstützen.

Fazit

Der Wunsch nach einem individuellen und selbst gestalteten Onlineshop besteht bei vielen mittelständischen Unternehmen. Allerdings besteht häufig Zurückhaltung, wenn es zur eigentlichen Realisierung dieses Wunsches kommt. Denn viele Unternehmen haben keine konkreten Vorstellungen über Umfang, Kosten und Gewinn. Dabei ist es heutzutage keinesfalls mehr schwierig und kostspielig und schon gar kein „Hexenwerk“, eine eigene Internetpräsenz zu erstellen.

Quelle: Sebastian Hamann (Vorstand und Manager Corporate Marketing der Shopware AG) auf Mittelstandsmanager.de

Ähnlich gehe es Verbrauchern bei Gewinnspielen im Internet, teilte die Verbraucherzentrale mit. Wer nicht aufpasse, stimme mit einem vorab aktivierten Häkchen zu, dass ihm Werbung zugeschickt werde. „Häkchen sollten nicht zur Belästigung werden“, forderte die Verbraucherzentrale.

Von

afp

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