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13.08.2015

15:20 Uhr

Verdi bleibt hart

Amazon drohen wieder Streiks

Im Streit bei Amazon ist kein Ende in Sicht. Mit weiteren Streiks will die Gewerkschaft Verdi ihre Forderungen nach einem Tarifvertrag auf Einzel- und Versandhandelsniveau durchsetzen – doch Amazon hält davon nichts.

Verdi versucht, für die mittlerweile rund 10 000 Mitarbeiter des US-Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen. dpa

Streik bei Amazon

Verdi versucht, für die mittlerweile rund 10 000 Mitarbeiter des US-Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen.

BerlinDie Gewerkschaft Verdi will im Dauer-Streit mit Amazon nicht nachgeben. Es sei von Anfang klar gewesen, dass in der Auseinandersetzung ein langer Atem nötig sei, sagte eine Sprecherin des Verdi-Bundesvorstands der Nachrichtenagentur dpa. Nach zahlreichen vorangegangenen Streikaktionen werde es daher auch weiter zu Arbeitsniederlegungen an verschiedenen Standorten kommen. Amazon will aber bei seiner Linie bleiben.

Konkret drohte die Gewerkschaft am Donnerstag am Amazon-Standort Pforzheim mit Streik. „Da Amazon die Aufnahme von Tarifverhandlungen verweigert, wird es unweigerlich auch in Pforzheim zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen“, sagte der Leiter des Fachbereichs Handel bei Verdi in Baden-Württemberg, Bernhard Franke. Über das Thema berichteten auch die „Stuttgarter Nachrichten“ (Donnerstag).

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Die Fronten in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Tarifstreit sind verhärtet. Mit den Arbeitskämpfen versucht Verdi, für die mittlerweile rund 10 000 Mitarbeiter des US-Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen.

So starten die Beschäftigten in den Logistikzentren nach Amazon-Angaben mit einem durchschnittlichen Basis-Stundenlohn von 10,09 Euro brutto und bekommen nach zwei Jahren 12,69 Euro brutto pro Stunde. Hinzu kämen Extras wie Boni, Weihnachtsgeld und Mitarbeiteraktien. „Um ein fairer Arbeitgeber zu sein, braucht man keinen Tarifvertrag“, sagte eine Amazon-Sprecherin in München. Auch von der Gewerkschaft genannte Krankenstandsquoten von 20 Prozent und mehr an einzelnen Standorten könne sie nicht bestätigen. „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität“, sagte die Sprecherin.

Amazon in Zahlen

Umsatz

88,99 Milliarden Dollar (2013: 74,45 Milliarden Dollar)

Ergebnis

241 Millionen Dollar Verlust (2013: 274 Millionen Dollar Gewinn)

Mitarbeiter

Rund 154.100 fest und zeitweise angestellte Beschäftigte. Die Zahl schwankt im Jahresverlauf deutlich mit Ausschlägen vor allem zum Weihnachtsgeschäft.

Märkte

62,33 Prozent der Erlöse machte Amazon 2014 im Heimatmarkt USA (Anteil 2013: 59,8 Prozent). In Deutschland gab es nach Umrechnung in US-Währung einen Jahresumsatz von 11,9 Milliarden Dollar (2013: 10,535 Milliarden Dollar).

Steuern

Amazon stellte 2014 laut Jahresbericht 167 Millionen Dollar für die Einkommensteuer zurück (2013: 161 Millionen Dollar)

Von

dpa

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