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20.09.2013

16:13 Uhr

Verdi

Ikea-Beschäftigte protestierten in Hessen

Rund 500 Ikea-Angestellte demonstrierten vor der Deutschland Zentrale in Walle und forderten bessere Arbeitsbedingungen. Auch in einzelnen Filialen wurde gestreikt. Ikea will die Arbeitszeiten die Zuschläge beschneiden.

Keine fairen Arbeitsbedingungen für Ikea-Mitarbeiter: Ikea will die Arbeitszeiten vollkommen flexibilisieren und plant Einschnitte bei den Zuschlägen. ap

Keine fairen Arbeitsbedingungen für Ikea-Mitarbeiter: Ikea will die Arbeitszeiten vollkommen flexibilisieren und plant Einschnitte bei den Zuschlägen.

WallauRund 500 Ikea-Beschäftigte haben am Freitag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bei einem zentralen Aktionstag vor der Deutschlandzentrale des Konzerns in Wallau bei Wiesbaden für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. „Ikea verdient in Deutschland gutes Geld“, sagte Sprecher Ulrich Dalibor in Wallau. „Das ist auch in Ordnung. Aber dafür verlangen die Beschäftigten auch abgesicherte Arbeitsplätze.“

Seinen Angaben nach handelte es sich um Abordnungen aus insgesamt 17 Ikea-Einrichtungshäusern in ganz Deutschland, die nach Wallau gereist waren. Parallel fanden in den einzelnen Filialen vor Ort weitere Aktionen von Streikenden statt.

„Unsere Erwartungen wurden zahlenmäßig weit übertroffen“, sagte Verdi-Streikleiter Wolfgang Thurner. In einem Demonstrationszug umstellten die Beschäftigten die Zentrale. „Das Haus hatte geöffnet, war aber unterbesetzt“, sagte Thurner. Das Unternehmen gab auf Anfrage keine Stellungnahme ab.

Hintergrund der Proteste bei Ikea ist ein Tarifkonflikt im deutschen Einzelhandel, der sich schon seit Monaten hinzieht. Die Verhandlungen werden dezentral in verschiedenen Tarifbezirken geführt. Deshalb gab es zuletzt auch immer wieder Streiks bei ganz verschiedenen Unternehmen.

Verdi fordert von Ikea und den übrigen Arbeitgebern unter anderem höhere Löhne sowie die Wiederinkraftsetzung des Manteltarifvertrags. Die Firmen wollten hingegen Arbeitszeiten vollkommen flexibilisieren und planten Einschnitte etwa bei den Zuschlägen, warnte Verdi. Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt in mehreren Tarifbezirken Einkommenserhöhungen ohne Tarifabschluss empfohlen. Die Gewerkschaft lehnt das als nicht rechtsverbindlich ab.

„Wenn sich an der Haltung der Arbeitgeber nichts ändert, werden weitere Streiks folgen“, erklärte Stefanie Nutzenberger, Verdi-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. Anfang Oktober seien weitere Aktionen geplant.

Von

afp

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