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16.12.2014

19:20 Uhr

Verdi versus Amazon

Keine Bewegung im Tarifstreit

Die Fronten sind verhärtet. „Wir bieten ein attraktives Vergütungspaket“, erklärt Amazon und weist alle Verdi-Forderungen von sich. Die Gewerkschaft weitet ihre Streiks aus, den Versandhändler aber lässt das kalt.

Zwischen Verdi und Amazon sind die Fronten verhärtet. Keine der beiden Seiten will sich bewegen. Reuters

Zwischen Verdi und Amazon sind die Fronten verhärtet. Keine der beiden Seiten will sich bewegen.

DüsseldorfIm Tarifstreit beim weltgrößten Versandhändler Amazon zeigen Gewerkschaften und das Management keinerlei Entgegenkommen. Die Gewerkschaft Verdi weitete am Dienstag ihre Streiks auf sechs Standorte aus. Amazon zeigte sich aber auch davon unbeeindruckt und versicherte, dass es keinerlei Engpässe gebe. „Wir bieten ein attraktives Vergütungspaket“, wies eine Sprecherin des Konzerns die Forderung Verdis erneut zurück, über höhere Löhne zu verhandeln. „Die Streiks werden nicht nachlassen“, kündigte unterdessen die Gewerkschaft an.

Der Arbeitskampf schwelt bereits seit Ostern 2013. Die Gewerkschaft fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Der US-Konzern dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird. Bei Amazon könnten die Beschäftigen bereits nach wenigen Tagen der Einarbeitung 2000 Euro brutto verdienen, betont das Unternehmen.

An den Arbeitsniederlegungen beteiligten sich am Dienstag nach Gewerkschaftsangaben über 2500 Beschäftigte. Erstmals war auch Koblenz betroffen. Weitere Streiks habe es wie bereits zuvor in Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern), Rheinberg und Werne (beide NRW) gegeben. Der Ausstand soll bis Mittwochabend fortgesetzt werden. „Amazon hält nur wegen seiner anti-gewerkschaftlichen Position an seiner Blockadehaltung fest und lässt die Kunden dafür bezahlen. Wir wissen, dass etliche Pakete liegen bleiben und Amazon nervös reagiert“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Die beliebtesten deutschen Händler

Quelle

Die Beratungsfirma OC&C hat 30.000 Kunden in neun Ländern befragt. Die hier gezeigten Ergebnisse beziehen sich auf Deutschland. Die Kunden wurden unter anderem zu Preisen, Qualität, Service und Markenvertrauen befragt. Maximal waren 100 Punkte zu erreichen, ein Wert von mehr als 75 gilt als „sehr gut“.
Stand der Veröffentlichung: Dezember 2013.

Platz 10

bonprix
Mode
Indexwert: 77,9 (plus 1,9 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 9

Otto
Multisortimenter
Indexwert: 77,9 (minus 0,1 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 8

Globus
Lebensmittel
Indexwert: 78,1 (minus 2,3 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 7

Tchibo
Multisortimenter
Indexwert: 79 (minus 1,0 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 6

Rossmann
Drogerie
Indexwert: 79,6 (plus 0,8 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 5

Müller
Drogerie
Indexwert: 80,0 (plus 2,2 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 4

Thalia
Bücher
Indexwert: 81 (minus 1,4 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 3

Douglas
Drogerie
Indexwert: 81,1 (plus 2,7 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 2

Amazon
Multisortimenter
Indexwert: 82,5 (minus 7,7 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 1

dm
Drogerie
Indexwert: 84,2 (minus 1,3 Punkte gg. Vorjahr)

„Wir liefern zuverlässig. Es gibt keine Lieferengpässe“, sagte hingegen eine Sprecherin von Amazon. Bei den Streikenden handele es sich um eine Minderheit. Ingesamt seien 19.000 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, darunter derzeit mehrere tausend Saisonkräfte. Zudem verfüge der Konzern über 28 Logistikzentren in sieben Ländern. Die Kunden in Deutschland würden auch aus dem Ausland beliefert. Dies sei aber keine Folge des Streiks, sondern gängige Praxis.

Von

rtr

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