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23.08.2014

12:36 Uhr

Vereinigung Cockpit droht

Neue Pilotenstreiks bei Lufthansa

Erst im April hatte der schärfste Streik in der Unternehmensgeschichte die Lufthansa hart getroffen. Kein halbes Jahr später erklären die Piloten sich wieder bereit zum Arbeitskampf. Schon kurzfristig könnte es losgehen.

Tarifkonflikt bei Lufthansa

Pilotengewerkschaft droht mit neuen Streiks

Tarifkonflikt bei Lufthansa: Pilotengewerkschaft droht mit neuen Streiks

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FrankfurtLufthansa-Passagiere müssen erneut mit massiven Piloten-Streiks rechnen. Mitten in der Ferienzeit kündigte die Vereinigung Cockpit (VC) am Freitagabend einen Ausstand an, mit dessen Beginn „ab sofort“ gerechnet werden müsse. Hintergrund ist ein Streit über die Übergangsrente für die Piloten. Deshalb hatte es bereits im April massive Flugausfälle gegeben.

Die drohenden Streiks der Lufthansa-Piloten könnten nach Angaben der Vereinigung Cockpit (VC) kurzfristiger angekündigt werden als bei der massiven Streikwelle im April. „Damals haben wir den Streik 72 Stunden vorab angekündigt“, sagte Cockpit-Vorstandsmitglied Markus Wahl am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. „Jetzt ist es auch denkbar, dass wir diese Vorlauffrist ein wenig kürzer halten.“

Streiks im deutschen Luftverkehr

5. März 2008

Auf dem Frankfurter Flughafen legen laut Gewerkschaft Verdi rund 2.000 Mitarbeiter von Vorfeld, Passagierkontrolle und Werkstätten für vier Stunden ihre Arbeit nieder.

23. Januar 2009

Wegen eines Warnstreiks des Kabinenpersonals fallen 44 Flüge von und nach Frankfurt aus. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verlangt Tariferhöhungen.

Februar 2012

Bei einem tagelangen Arbeitskampf in Frankfurt fallen mehr als 1.700 Flüge aus. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März 2012

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht.

7. September 2012

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verursacht den bis dahin größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1.000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100.000 Passagiere sind betroffen. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

Januar/Februar 2013

Streiks des Sicherheitspersonals privater Dienstleister legen mehrere deutsche Flughäfen mehrfach weitgehend lahm. In Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn kommt es zu massiven Behinderungen.

22. April 2013

Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem ganztägigen Warnstreik auf, um Forderungen nach Jobgarantien und 5,2 Prozent mehr Geld durchzudrücken. Das Bodenpersonal der Lufthansa sorgt dafür, dass von 1.720 geplanten Flügen nur noch 32 stattfinden.

21. Februar 2014

Private Sicherheitsleute legen mit einem 21-stündigen Warnstreik den Frankfurter Flughafen nahezu lahm. Verdi fordert für die Beschäftigten einen Einheitsstundenlohn von 16 Euro.

2. April 2014

Im April kommt es zum längsten Arbeitskampf der Piloten bei der Lufthansa jemals. Die Vereinigung Cockpit (VC) ruft ihre Mitglieder bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings auf, für drei Tage die Arbeit niederzulegen. Die Lufthansa reduzierte in diesen Tagen ihr Flugplanangebot stark und strich insgesamt 3800 Flüge, wodurch weit über 400.000 Passagiere betroffen waren.

29. August 2014

Die Gewerkschaft Cockpit ruft Piloten der Lufthansatochter Germanwings zum Arbeitsausstand auf. Streitpunkt sind vor allem die Regelungen zur Übergangsversorgung der bei Lufthansa angestellten Piloten. Von dem sechsstündigen Streik an sieben Standorten sind 116 von 164 Germanwings-Flügen an dem Tag betroffen, 15.000 Passagiere können nach Angaben der Airline nicht wie gewohnt reisen.

Zwar müsse „ab sofort“ mit Streiks gerechnet werden, sagte Wahl. Doch würden Ausstände rechtzeitig angekündigt. „Es wird kein Passagier erst am Flughafen erfahren, dass sein Flug nicht stattfindet. Er wird ausreichend Zeit haben, auf anderem Weg an sein Ziel zu kommen.“

Cockpit erklärte die Verhandlungen für gescheitert. Die genauen Streiktermine will die Gewerkschaft vorab bekanntgeben - und zwar so rechtzeitig, dass kein Passagier ungewarnt am Flugsteig stehen müsse, wie Sprecher Jörg Handwerg der Nachrichtenagentur dpa sagte. Nähere Details wollte er aber nicht nennen.

Im Tarifkonflikt geht es um höhere Gehälter und die Übergangsrenten für die 5400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Im Schnitt gehen die Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das Eintrittsalter wegen der hohen Kosten und der auf 65 Jahre hochgesetzten Altersgrenze für Verkehrspiloten merklich erhöhen. Die Vereinigung Cockpit verlangt zudem Verdienststeigerungen um zehn Prozent.

Im April hatte der schärfste Streik in der Lufthansa-Geschichte zu rund 3800 Flugausfällen geführt, betroffen waren an den drei Tagen 425.000 Fluggäste.

Nach den Streiks hatten beide Seiten die Verhandlungen wieder aufgenommen - hinter verschlossenen Türen und mit Hilfe eines Moderators. Doch die Lufthansa habe ihre „weitreichenden Forderungen“ aufrechterhalten, die nicht akzeptable Einschnitte in die Versorgung der Piloten bedeuten würden, erklärte Cockpit nun.

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