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09.01.2008

13:48 Uhr

Vergangenes Jahr

Einzelhandel rutscht unerwartet tief ins Minus

Selbst das Weihnachtsgeschäft hat den Umsatz des Einzelhandels in diesem Jahr nicht retten können. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden geht für 2007 von einem realen Rückgang von 1,5 bis 1,8 Prozent aus. Experten sehen dies als schlechtes Zeichen für den gesamten Konsum des vergangenen Jahres.

HB WIESBADEN. Nach unerwartet schlechten Zahlen für November sagte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden für das ganze Jahr 2007 einen Umsatzrückgang von nominal 0,7 bis 1,0 Prozent voraus. Nach Abzug der Teuerungsrate ist demnach real ist ein Umsatzminus zwischen 1,5 und 1,8 Prozent zu erwarten.

Von Januar bis November 2007 lag der Umsatz des Einzelhandels nach vorläufigen Ergebnissen des Bundesamtes nominal 0,8 und real 1,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Im November 2007 - dem Beginn des Weihnachtsgeschäfts - setzte der Einzelhandel vorläufigen Berechnungen zufolge nominal 1,0 Prozent und real 3,2 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Oktober 2007 sank der Umsatz bereinigt nominal um 0,6 Prozent und real um 1,3 Prozent.

Allerdings werde der Vorjahresvergleich von vorgezogenen Käufen im Jahr 2006 wegen der Mehrwertsteuererhöhung ab Januar 2007 beeinflusst, erklärte das Statistische Bundesamt. Im langjährigen Vergleich dürfte der nominale Umsatz 2007 etwa das Niveau des Jahres 2005 erreicht haben, real dürften die Umsätze niedriger liegen.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels HDE rechnet für das gesamte Jahr 2007 mit einem Umsatzminus von 0,5 Prozent nominal und 1,5 Prozent real, wie sein Sprecher Hubertus Pellengahr der Nachrichtenagentur AP sagte. Nach dem „verpassten Start ins Weihnachtsgeschäft“ im November wäre es „sehr schwer bis unmöglich“, die Einbußen im Dezember noch aufzuholen. „Das Wetter war viel zu mild und die Menschen machen sich Sorgen um die Preisentwicklung. Das hat die Konsumstimmung arg gedrückt“, erklärte Pellengahr.

Der HDE hatte im März 2007 trotz der Wirkungen der Mehrwertsteuererhöhung zunächst ein nominales Wachstum von 0,5 Prozent bis 1,0 Prozent für das Gesamtjahr vorausgesagt. Im Herbst hatte der Verband seine Prognose nach unten korrigiert.

Für das Jahr 2008 äußerte sich der HDE allerdings recht zuversichtlich. Pellengahr sagte ein Umsatzwachstum von nominal zwei Prozent und real 0,75 Prozent voraus. Die Rahmenbedingungen für 2008 seien gut, sagte Pellengahr: Die Beschäftigung steige, die Einkommen stiegen, und es seien keine staatlichen Eingriffe zu erwarten.

Im Jahr 2007 hätten die Nachwirkungen der Mehrwertsteuererhöhung und die steigenden Energiepreise die Konsumstimmung gedrückt. „Das Hauptrisiko im vergangenen Jahr waren Preise, Inflationssorgen“, erklärte Pellengahr. Im laufenden Jahr jedoch erwarte der Einzelhandel wieder Entspannung bei Energie- und Lebensmittelpreisen. „Der Preisanstieg wird sich normalisieren“, sagte der Verbandssprecher. Das werde den privaten Konsum beleben.

Analysten werteten die Zahlen des Einzelhandels als Hinweis auf einen Rückgang des Konsums insgesamt im vierten Quartal 2007. Dafür spreche auch der deutliche Rückgang der Importe um drei Prozent im November, erklärten die Volkswirte der Commerzbank.

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