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16.04.2013

14:33 Uhr

Verhandlungen ergebnislos

Deutsche Post wird ab Mittwoch bestreikt

Den Tarifstreit bei der Post bekommen nun auch die Verbraucher zu spüren. Warnstreiks werden voraussichtlich Briefe und Pakete ausbremsen. Zuvor war die zweite Runde der Tarifverhandlungen ergebnislos zu Ende gegangen.

Ein Mitarbeiter der Deutschen Post. Die Gewerkschaft droht der Post mit Streik. dapd

Ein Mitarbeiter der Deutschen Post. Die Gewerkschaft droht der Post mit Streik.

Bielefeld/Düsseldorf/Bonn/BerlinNach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden über Löhne und Gehälter bei der Post erhöht die Gewerkschaft Verdi jetzt mit Warnstreiks den Druck. Schon von diesem Mittwoch an werden Mitarbeiter in einzelnen Verteilzentren vorübergehend die Arbeit niederlegen. Die Kunden müssten sich deshalb auf Störungen im Brief- und Paketversand gefasst machen, teilte Verdi am Dienstag mit.

Welche Zentren genau bestreikt werden, gibt die Gewerkschaft vorab aber nicht bekannt, um der Post möglichst wenig Reaktionszeit zu lassen. Die Post will trotzdem versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, sagte ihr Sprecher Dirk Klasen in Bonn.

"Wir sind in der 2. Runde nicht über unverbindliche Sondierungen hinausgekommen", beklagte Verdi-Verhandlungsleiterin Andrea Kocsis. Die Post habe erneut kein Angebot vorgelegt. Die Warnstreiks sollten nun bereits am Mittwoch beginnen und in den folgenden Tagen fortgesetzt werden, kündigte Verdi an. Von den Arbeitsniederlegungen würden "unterschiedliche Arbeitsbereiche" der Post betroffen sein. Dabei könne es auch zu Beeinträchtigungen für die Kunden kommen.

Die Post kritisierte die Warnstreiks: „Wir halten es nicht für zielführend und auch nicht für notwendig“, sagte Klasen. Die Gespräche seien bislang konstruktiv gewesen. Mit einem Angebot ist vor der nächsten Verhandlungsrunde aber nicht zu rechnen. Ob es vorgelegt werde, hänge vom Verlauf der Gespräche ab, sagte Klasen.

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Die Tarifverhandlungen sollen am 25. April fortgesetzt werden. Verdi verlangt für die rund 132.000 Tarifbeschäftigten eine lineare Erhöhung der Einkommen um sechs Prozent, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. Außerdem sollen die Auszubildenden monatlich 65 Euro mehr verdienen. Die Post setzt darauf, dass die Gespräche zu einem "vernünftigen und tragfähigen Ergebnis" kommen.

Bei der ersten Tarifrunde vor gut drei Wochen hatte die Post die Verdi-Forderungen als „sehr ambitioniertes“ Ziel bezeichnet. In Deutschland werden immer weniger Briefe verschickt. Diese Rückgänge glich die Post im Geschäftsjahr 2012 mit dem gut laufenden Pakete-Sektor aus. Für das Geschäftsjahr 2013 rechnet die Post mit einem Gewinnzuwachs.

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