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17.04.2013

19:40 Uhr

Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Warum Sie heute Ihre Post nicht bekommen könnten

An vielen Türen klingelt am Mittwoch kein Postbote – Hunderte Briefträger der Deutschen Post streiken. Millionen Briefe und Pakete bleiben wohl liegen. Ver.di fordert sechs Prozent mehr Geld für die Beschäftigten.

Nachdem eine zweite Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft und der Post kein Ergebnis brachte, soll es bis zum nächsten Treffen am 25. April Warnstreiks geben. ap

Nachdem eine zweite Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft und der Post kein Ergebnis brachte, soll es bis zum nächsten Treffen am 25. April Warnstreiks geben.

Bonn/ BerlinBriefträger im Ausstand - Postsäcke bleiben stehen: Viele Kunden der Deutschen Post haben am Mittwoch vergeblich auf Briefe, Päckchen oder Pakete gewartet. Bundesweit folgten 3400 Zusteller dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks. Deswegen seien 2,4 Millionen Briefe und mehr als 100 000 Pakete nicht zugestellt worden, teilte Verdi in Berlin mit. Ein Sprecher der Post bestätigte die Behinderungen in den Regionen. Das Bonner Unternehmen stellt jeden Tag im Schnitt mehr als 60 Millionen Briefe und Pakete zu. Die Warnstreiks sollen an diesem Donnerstag weitergehen.

Schwerpunkte der Arbeitsniederlegungen am Mittwoch waren nach Angaben von Verdi städtische Ballungsgebiete im ganzen Bundesgebiet. Betroffen waren unter anderem Berlin, Hamburg, Kiel, Lübeck, Hannover und Braunschweig, Düsseldorf, Köln und Bonn sowie Wiesbaden, Mainz, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Nürnberg und Dresden. „Wir unternehmen alles, um betriebsbedingte Auswirkungen von Warnstreiks für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten“, erklärte der Konzernvorstand der Deutschen Post, Jürgen Gerdes.

Was Paketlogistik im E-Commerce-Zeitalter leisten muss

Packstation

Ende 2001 wurden in Dortmund und Mainz die ersten Packstationen in Betrieb genommen, heute stehen mehr als 2.500 dieser Automaten in ganz Deutschland den Kunden von DHL zur Verfügung. An sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr können sie hier ihre Pakete abholen. Insbesondere für Berufstätige ist die Zustellung an eine Packstation eine sinnvolle Alternative zur Heimzustellung.

Online-Retoure

Für den Betreiber fällt damit die kostenintensive und wenig umweltfreundliche Produktion vieler ungenutzter Retouren-Label weg. Der Käufer muss nicht wie bisher üblich diese Label lange aufbewahren, sondern kann sie bei Bedarf zuhause ausdrucken. Der Shop-Betreiber wiederum hat die Möglichkeit zu wissen, welche Retouren überhaupt zu ihm unterwegs sind – und kann sie bereits für den Wiederverkauf einplanen, wenn sie noch gar nicht wieder bei ihm angekommen sind. Das erhöht die Umlaufgeschwindigkeit der Ware und verringert die Kapitalbindung.

Wunschzustellung

Registrierte DHL-Kunden können bei der Bestellung ihrem Händler ihre DHL-Kundennummer angeben. Sie werden dann von DHL per SMS kostenlos über den voraussichtlichen Zustelltag informiert. Ebenfalls per SMS kann der Kunde antworten und, für einen geringen Preisaufschlag, einen anderen Zustelltag vereinbaren und damit selbst bestimmen, wann er sein Paket empfangen möchte.

Internationale Retouren

Dank dieses vollständig webbasierten Verfahrens können Kunden die Sendungen bei allen Filialen der Postgesellschaften im Zielland zurückgeben. Den Online-Händlern stehen dabei drei unterschiedliche Varianten zur Verfügung, von einer Online-Buchungsmaske mit Link zum Retouren-Label bis zur Vollintegration in den eigenen Webauftritt.

Angebote für Shop-Betreiber

Vom Aufbau eines Web-Shops über die logistische Abwicklung und Lagerhaltung bis hin zum Kunden- und Debitoren-Management reichen die Fulfillment-Lösungen, die DHL für Versandhändler offeriert. Damit kann der Händler sehr flexibel auf die Nachfrage in seinem Shop reagieren und die von seinen Kunden erwartete Servicequalität sichern. Hinzu kommen spezielle Angebote für Powerseller wie der kostenlos herunterladbare DHL Versandhelfer: Mit Portorechner, Ausfüllhilfe, Online-Frankierung, Sendungsverfolgung, Postfinder und Adressbuch.

Auch in den nächsten Tagen könne es zu Verzögerungen vor allem bei der Briefzustellung kommen. Die Zustellung von Paketen sei derzeit nur in geringem Umfang betroffen. Verdi will den Streik am Donnerstag in andere Bereiche bei der Post verlagern. Die Zusteller sollen wieder zur Arbeit kommen, sagte ein Sprecher. Denkbar sind Arbeitsniederlegungen in Briefzentren.

„Unsere Mitglieder sind entschlossen. Wir haben die klare Erwartung, dass der Arbeitgeber in der nächsten Tarifrunde ein einigungsfähiges Angebot vorlegen muss“, betonte Verdi- Verhandlungsführerin Andrea Kocsis in einer Mitteilung. Am 25. April kommen die Tarifpartner in Neuss zu weiteren Gesprächen zusammen.

Am vergangenen Montag war die zweite Tarifrunde ohne Ergebnis geblieben. Während das Management von konstruktiven Verhandlungen sprach, kündigte Verdi an, mit Warnstreiks den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen zu wollen. Für die rund 132 000 Tarifbeschäftigten fordert Verdi sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. Bislang legte die Deutsche Post noch kein Angebot vor. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland 175 000 Menschen, darunter mehr als 40 000 Beamte.

Allein in Nordrhein-Westfalen traten nach Gewerkschaftsangaben 600 Postboten in den Ausstand. Rund eine Million Briefe und Pakete seien vermutlich liegen geblieben, betonte ein Sprecher. Diese würden verspätet ausgeliefert. In Rheinhessen und Mainz beteiligten sich 200 und in Mittelfranken 500 Zusteller an den Warnstreiks. „Die Verärgerung der Postzusteller ist sehr groß“, sagte Anton Hirtreiter von Verdi Bayern. Viele arbeiteten bis an die Belastungsgrenze.

Auch viele Berliner warteten am Mittwoch vergeblich auf Post. Hunderte Brief- und Paketzusteller in der Hauptstadt legten die Arbeit nieder. „Wir schätzen, dass knapp eine Million Sendungen verspätet ankommen“, sagte Benita Unger, Fachbereichsleiterin Postdienste bei Verdi. In Sachsen beteiligten sich rund 300 Post-Mitarbeiter an den Arbeitsniederlegungen. Betroffen war laut Verdi unter anderem das zentrale Verteilzentrum in Ottendorf-Okrilla.

Von

dpa

Kommentare (1)

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S.F.

17.04.2013, 10:21 Uhr

Die Briefträger kommen nach überstimmender Beobachtung zahlreicher von mir befragter Personen eh nur noch 3mal, höchstens 4mal pro Woche. Eine Leistungskürzung also um ca. ein Drittel bis zur Hälfte der zu erwartenden Leistung. Die durchschnittlichen Brieftransportzeiten haben sich - auch dies eine Erkenntnis aus vielen Befragungen meines Bekannten- und Freundeskreises - spürbar verlängert. Wer heutzutage zu einer Beerdigung einlädt, muss damit rechnen, dass mindestens ein Drittel aller Angeschriebenen die Einladung zu päst erhalten.

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