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06.01.2005

10:04 Uhr

Verkauf der „Disco“-Supermärkte droht zu scheitern

Ahold zieht in Argentinien vor Gericht

VonChristoph Schlautmann

Mit einem Vorstoß beim obersten Gericht in Argentinien will der niederländische Handelskonzern Ahold nun die Erlaubnis erstreiten, die Supermarkttochter Disco an den chilenischen Wettbewerber Cencosud zu verkaufen.

HB DÜSSELDORF. Die Wettbewerbshüter hatten die Übernahme immer wieder verzögert, weil sie eine marktbeherrschende Stellung von Cencosud befürchteten. Der von dem deutschen Auswanderer Horst Paulmann Ende der 50er Jahre gegründete Handelskonzern besitzt mit seinen Jumbo- Märkten in Argentinien einen Marktanteil von sechs Prozent. Zusammen mit Disco käme er zwar auf 24 Prozent, dies wären aber immer noch sechs Prozent weniger als beim Konkurrenten Carrefour.

Scheitert das Verfahren, muss Ahold den Verkauf rückgängig machen. Am ersten November hatten die Holländer 85 Prozent der Supermarktkette Disco für 315 Mill. Dollar veräußert. Von einem lokalen Gericht in Mendosa war die Übertragung der Aktien aber untersagt worden. „Für Ahold wäre die Rückabwicklung ein Desaster“, urteilt Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers. Weil sich der Konzern vom übrigen Südamerikageschäft getrennt hat, gäbe es keine Synergien mehr.

Den Plan von Ahold-Chef Anders Moberg, bis Ende 2005 durch den Verkauf von Beteiligungen 2,5 Mrd. Euro in die Firmenkasse zu bekommen, sieht Elfers dennoch nicht in Gefahr. Nach dem Verkauf der spanischen Supermärkte für 685 Mill. Euro, der US-Ketten Bruno’s und Bi-Lo für 660 Mill. Dollar und der brasilianischen G. Barbosa-Supermärkte für schätzungsweise 80 Mill. Euro rechnet Elfers nun am Ende mit Gesamteinnahmen von 2,76 Mrd. Euro.

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