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31.05.2012

10:30 Uhr

Verkauf

Französische Schlecker-Filialen werden zu Supermärkten

Für 139 Schlecker-Filialen in Südfrankreich ist ein Käufer gefunden. Die Läden gehen an die Einzelhandels-Genossenschaft Système U, die sie zu Mini-Supermärkten umfunktionieren will.

Die Zentrale der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker in Ehingen. dpa

Die Zentrale der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker in Ehingen.

EhingenDie insolvente Drogeriemarkt-Kette Schlecker hat ihre Frankreich-Tochter an die französische Einzelhandels-Genossenschaft Système U verkauft. Der Verbund übernehme die 139 Schlecker-Filialen in Südfrankreich, teilte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwochabend mit. Beschäftigt sind dort demnach rund 750 Mitarbeiter. Die französische Schlecker-Tochter hat im Gegensatz zum Mutterhaus nicht Insolvenz angemeldet. Der Übernahme müssen noch die Kartellbehörden zustimmen.

Système U betreibt den Angaben zufolge in Frankreich und den französischen Übersee-Départements über 1.400 Filialen. Diese reichen von besonders kleinen Supermärkten in Innenstädten bis hin zu großen Selbstbedienungs-Warenhäusern. Die Genossenschaft hat einen Umsatz von gut 16 Milliarden Euro, während Schlecker Frankreich gerade einmal rund 82 Millionen Euro umsetzt. Die Schlecker-Filialen sollen nach Angaben von Système U ab Herbst in Mini-Supermärkte zur Nachbarschaftsversorgung umgewandelt werden.

Der Mutterkonzern Schlecker hatte im Januar Insolvenz angemeldet, nachdem das Unternehmen über Jahre rote Zahlen geschrieben hatte. Im Rahmen der Sanierung schloss die Drogeriemarkt-Kette Ende März in Deutschland mehr als 2.000 Filialen. Über 10.000 Mitarbeiter wurden entlassen. Investoren haben bis Freitag Zeit, ein Angebot vorzulegen.

Vergangene Woche hatten die Gläubiger ihre Entscheidung über die Zukunft Schleckers noch einmal verschoben. Medienberichten zufolge sollen der Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen und der US-Fonds Cerberus Interesse haben. Der Verkauf der französischen Schlecker-Tochter hat laut einem Sprecher des Insolvenzverwalters keine Signalwirkung für die Investorensuche. Der geplante Verkauf sei noch vom alten Management angedacht und von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bereits vor Wochen kommuniziert worden, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur dapd.

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