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11.03.2013

14:41 Uhr

Verlustbringer

Rewe will ProMarkt-Filialen los werden

Mit seiner Elektronikkette ProMarkt verliert der Handelskonzern Rewe Geld. Deswegen ist nun offenbar ein Verkauf von Standorten geplant – das Unternehmen hat einen Verkaufsprospekt verschickt.

Rewe zieht die Konsequenzen aus den zuletzt roten Zahlen von ProMarkt und will die Kette loswerden. dapd

Rewe zieht die Konsequenzen aus den zuletzt roten Zahlen von ProMarkt und will die Kette loswerden.

KölnDer Handelskonzern Rewe will einem Medienbericht zufolge seine defizitäre Elektronikkette ProMarkt möglichst bald loswerden. Rewe-Chef Alain Caparros dringe auf eine schnelle Trennung von ProMarkt, berichtet die „Lebensmittel Zeitung“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Vor kurzem soll ein Verkaufsprospekt verschickt worden sein. In Branchenkreisen sei allein für das Jahr 2011 von einem Verlust von rund 40 Millionen Euro die Rede. Damit sei ProMarkt der zweitgrößte Verlustbringer im Kölner Konzern nach der Discounttochter Penny.

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Rewe soll dem Zeitungsbericht zufolge zuvor Pläne für ein Gemeinschaftsunternehmen von ProMarkt mit dem Konkurrenten Expert verworfen haben. Es sei darum gegangen, die zuletzt noch 68 Promarkt-Standorte schrittweise an den Langenhagener Verbund abzugeben. Dieser Prozess hätte sich aber über mehrere Jahre hinziehen können. Das soll dem Rewe-Chef zu lang gewesen sein, der einen Schlussstrich unter das Kapitel ProMarkt ziehen wolle. Nun ist nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ ein Einzelverkauf von Standorten vorgesehen.

Zu dem Bericht äußerten sich am Montag weder Rewe noch die Expert AG. Ein Rewe-Sprecher verwies darauf, dass man Gerüchte auch in der Vergangenheit nicht kommentiert habe. Caparros selbst hatte vor knapp einem Jahr bei der Rewe-Bilanz 2011 Spekulationen über eine Trennung von ProMarkt zurückgewiesen. „Das ist und bleibt ein Gerücht“, sagte er damals. Die Rewe habe bei ihren Toom-Baummärkten gezeigt, dass sie schwächelnde Töchter wieder auf Kurs bringen könne. „In jeder Familie gibt es kranke Kinder und wir haben ein paar kranke Kinder.“

Vor einem halben Jahr hieß es bei Rewe, dass ProMarkt mit einem gestrafften Filialnetz und aufgemöbelten Läden aus den roten Zahlen geholt werden soll. Zehn unrentable Läden sollen 2012 geschlossen werden, verlautete im September. Die Filialzahl gehe von 70 auf 60 zurück. Damit würden 290 von 1 890 Vollzeitarbeitsplätzen gestrichen. Die Läden stelle man schrittweise auf ein neues Konzept um. ProMarkt ist nur in Deutschland aktiv. 2011 sank der Umsatz um 3,8 Prozent auf 600 Millionen Euro. Nach einem früheren Bericht der „Lebensmittel Zeitung“ soll ProMarkt bis 2016 wieder in die Gewinnzone kommen.

Von

dpa

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