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02.03.2017

11:45 Uhr

Verpackungshersteller Darex

Henkel plant Milliarden-Übernahme in den USA

Henkel will in den USA für fast eine Milliarde Euro einen Verpackungsspezialisten übernehmen. Damit würde der Dax-Konzern seine weltweite Marktführerschaft im Klebstoffgeschäft weiter stärken.

Der deutsche Konsumgüterriese plant, in den USA den Verpackungshersteller Darex zu übernehmen. Kostenpunkt: rund 1,05 Milliarden US-Dollar. Reuters, Sascha Rheker

Henkel

Der deutsche Konsumgüterriese plant, in den USA den Verpackungshersteller Darex zu übernehmen. Kostenpunkt: rund 1,05 Milliarden US-Dollar.

DüsseldorfHenkel will sich für fast eine Milliarde Euro die US-Verpackungsfirma Darex Packaging Technologies einverleiben. Der Pattex-Hersteller bietet der amerikanischen Konzernmutter GCP Applied Technologies 1,05 Milliarden für den Hersteller von Dosenabdichtungen und -beschichtungen, wie die Düsseldorfer am Donnerstag mitteilten.

Henkel will damit sein Klebstoffgeschäft, zu dem auch Marken wie Pritt oder Loctite gehören, ausbauen. Darex beliefert zahlreiche Kunden, die Getränke- oder Lebensmittelkonserven und Spraydosen herstellen. Die Firma entwickelte 1921 laut Henkel die erste Dosenabdichtung, die das bis dahin übliche Lötverfahren ablöste.

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„Dieses Geschäft würde unser Portfolio für den Bereich der Metallverpackungen sehr gut ergänzen und unsere Position in diesem hochattraktiven und nicht-zyklischen Geschäft weiter stärken“, erklärte Henkel-Vorstand Jan-Dirk Auris. Im vergangenen Jahr setzte die Firma aus Massachusetts mit ihren Dosen- und Verschlussdichtungen rund 300 Millionen um. Etwa 700 Mitarbeiter in 19 Ländern sind bei Darex beschäftigt.

Für Henkel hat das Klebstoffgeschäft große Bedeutung: Der Konsumgüterriese, zu dem Waschmittel-Marken wie Persil und Perwoll oder Pflegeprodukte von Schwarzkopf gehören, erzielte mit seinen Kleb- und Dichtstoffen sowie High-Tech-Beschichtungen 2016 fast die Hälfte seines Gesamtumsatzes von knapp 19 Milliarden Euro.

Parallel zu den exklusiven Kaufverhandlungen werde Darex Gespräche mit den Gewerkschaften aufnehmen, teilte Henkel mit. Nach deren Abschluss solle der Kauf besiegelt werden, der aber wie üblich noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Behörden stehe. Die Vereinigten Staaten sind der größte Einzelmarkt der Düsseldorfer, rund ein Viertel des Jahresumsatzes stammt von dort. Henkel hatte in den USA mit dem Waschmittelhersteller Sun Products im vergangenen Jahr den zweitgrößten Zukauf seiner Geschichte gestemmt. Der neue Henkel-Chef Hans Van Bylen hatte bei der Gelegenheit erklärt, sein Haus wolle weiter nach Zukäufen Ausschau halten.

Van Bylen konnte in der vergangenen Woche für seinen Konzern neue Rekorde verkünden. Nach Höchstwerten bei Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr sagte der belgische Manager am Donnerstag neue Zuwächse voraus. Den Umsatz will Henkel 2017 abgesehen von Akquisitionen um zwei bis vier Prozent nach oben schrauben. Die operative Marge soll bei gut 17 Prozent liegen.

Bylen übernahm Anfang Mai das Ruder und profitiert noch vom Kurs seines Vorgänger Kasper Rorsted. Der hatte den Konzern auf Profit getrimmt, war aber im Herbst zu Adidas gewechselt.

Von

rtr

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