Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2012

17:28 Uhr

Versandhändler

Kaum noch Chancen für Neckermann

Der Insolvenzverwalter macht wenig Hoffnungen auf den Fortbestand des Unternehmens. Neckermann sei "über einen langen Zeitraum" unwirtschaftlich geführt worden. Das schrecke viele Investoren ab.

Diese Pakete könnten bald nur noch Relikte aus der Vergangenheit sein: Der Versandhändler Neckermann hat große Schwierigkeiten bei der Investorensuche.

Diese Pakete könnten bald nur noch Relikte aus der Vergangenheit sein: Der Versandhändler Neckermann hat große Schwierigkeiten bei der Investorensuche.

Berlin Beim Versandhändler Neckermann bestehen nach Angaben der Insolvenzverwaltung kaum noch Chancen auf Rettung. In den vergangenen acht Wochen hätten die Insolvenzverwalter zwar zahlreiche Gespräche mit möglichen Käufern geführt, erklärte Insolvenzverwalter Joachim Kühne am Mittwoch in Berlin. Dabei habe sich jedoch abgezeichnet, dass „für viele Investoren die Herausforderungen bei einer Übernahme von Neckermann zu komplex erscheinen“. Mehr als 200 Investoren seien angesprochen worden. 50 potenzielle Käufer hätten sich intensiv mit Neckermann auseinandergesetzt.

Die Insolvenzverwaltung habe den Mitarbeitern am Mittwoch während einer Versammlung diese „schwierige Situation“ geschildert, erklärte Co-Insolvenzverwalter Michael Frege. Investoren hätten vor allem moniert, dass bei Neckermann „über einen langen Zeitraum hinweg nicht kostenbewusst gewirtschaftet worden sei“. Potenzielle Käufer seien dabei „überall“ im Unternehmen „auf die sichtbar schlimmen Folgen für die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gestoßen“.

Die Lage werde zunehmend aussichtslos und die Chancen für die Weiterführung von Neckermann schrumpften, erklärte Frege. Jedoch wollten Insolvenzverwaltung, Geschäftsführung und Belegschaft weiter für den Erhalt kämpfen. Die Bundesagentur für Arbeit zahle jedoch nur noch bis Ende September Insolvenzgeld.

Neckermann hatte im Juli Insolvenz angemeldet, weil der US-Investor Sun Capital Partners als Eigentümer einen Sanierungsplan für das Unternehmen nicht mittragen wollte. Der Geschäftsbetrieb wurde in den vergangenen Wochen jedoch fortgesetzt.

Bis Anfang 2008 hatte Neckermann zum ebenfalls pleite gegangenen Handelskonzern Arcandor gehört. Arcandor rutschte 2009 in die Insolvenz. Zu dem Konzern gehörte auch der Versandhändler Quelle, der als Katalogversender ebenfalls Probleme hatte.

Zukunft des Einkaufens: Der digitale Kaufrausch

Zukunft des Einkaufens

Der digitale Kaufrausch

E-Commerce gehört längst zum Alltag: Ob Buch, Reise oder Auto - das Internet hat sich zum Marktplatz entwickelt. Modelle, Preise und Erfahrungen werden verglichen. Doch der körperlose Warenaustausch steht erst am Anfang.


Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

franky

14.09.2012, 00:22 Uhr

Empfehle eine Lektüre der Neckermann Facebook-Seite. Diese ist voller gefrusteter Kunden die schon seit mehr als 3 Wochen auf ihre Ware warten. Der Service bei Neckermann war vor der Insolvenz nicht der Renner aber was man sich in der Insolvenz leistet übertrifft alles. Welcher Investor will eine Firma die finanziell und imagemässig total ramponiert wurde?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×