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02.05.2013

15:28 Uhr

Versandhändler

Otto will einige hundert Stellen abbauen

Die Zeiten des zweistelligen Wachstums des Online-Geschäfts sind vorbei. Es muss gespart werden. Der Versandhauskonzern will sich über Stellenstreichungen und Synergien der Hausmarken Luft für Preissenkungen verschaffen.

Otto-Schriftzug über der Konzernzentrale in Hamburg: Der Konzern will Stellen streichen. dapd

Otto-Schriftzug über der Konzernzentrale in Hamburg: Der Konzern will Stellen streichen.

DüsseldorfDer weltgrößte Versandhauskonzern Otto wird einige hundert Stellen abbauen. Mit diesem Schritt will das Unternehmen seine Kosten senken und sich im boomenden Onlinehandel gegen Konkurrenten wie Zalando behaupten. Doch sei die ursprünglich angenommene Zahl an Stellenstreichungen, über die nun mit der Arbeitnehmerseite verhandelt werde, weit geringer als anfangs mit rund 700 von 6300 angenommen, teilte das Hamburger Unternehmen am Donnerstag mit. So sei es etwa über Versetzungen oder die Fluktuation gelungen, die Zahl einzudämmen. „Schon heute ist abzusehen, dass die verbleibende Zahl der noch abzubauenden Vollzeitstellen voraussichtlich nicht einmal mehr die Hälfte der ursprünglich angekündigten 700 Vollzeitstellen betragen wird.“

Otto baut sein Internetgeschäft seit Jahren aus und sieht sich als zweitgrößter Onlinehändler hinter dem US-Konzern Amazon. Der Anteil am Handelsumsatz lag im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende Februar) bei 57 Prozent. Doch ließ das Wachstum nach. 2012/2013 stieg der Erlös im Handel über das Internet um sieben Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, in den vergangenen Jahren hatte Otto allerdings teils noch hohe zweistellige Zuwachsraten verzeichnet.

Retouren im Online-Handel

Kunden schicken mehr zurück

Viele Online-Händler stellen eine steigende Zahl von Rücksendungen fest. In einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts ibi research an der Universität Regensburg gab jeder zweite Händler an, dass seine Retourenquote in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Mehrheit rechnet mit einer weiteren Zunahme in den kommenden Jahren.

Auswahlbesteller

Die Rücksendungen sind aus Sicht der Händler vor allem darauf zurückzuführen, dass der Artikel dem Kunden nicht gefällt oder – in der Modebranche – er nicht passt. Dritthäufigster Retourengrund seien Auswahlbestellungen, bei denn Kunden bereits beim Kauf eine Rücksendung einiger Artikel einkalkulieren.

Unbestimmter Kostenfaktor

Die durchschnittlichen Kosten pro zurückgeschicktem Artikel schätzen die Online-Shop-Betreiber sehr unterschiedlich ein. Die Angaben sind breit gestreut und reichen von unter fünf bis 75 Euro. Mehr als jeder Dritte kann die Kosten nicht schätzen.

Hausmittel

Die Händler sehen durchaus Möglichkeiten ihre Retourenquote zu senken. Mit Abstand als am wichtigsten erachten sie in diesem Zusammenhand eine detaillierte Produktbeschreibung und -darstellung.

Prüfung selten

Mehr als 50 Prozent der von ibis research befragten Händler sagen, dass Sie Bestellungen nicht dahingehend überprüfen, ob der Kunde eine hohe Retourenwahrscheinlichkeit aufweist. Sie begründen das überwiegend mit einem zu hohen Aufwand.

Faktor Zahlungsverfahren

80 Prozent erfassen die Retouren je Zahlungsverfahren nicht. Im Schnitt schätzen die Anbieter aber, dass bei Vorkasse am wenigsten Retouren auftreten – beim Versand auf Rechnung dagegen liegt der Wert am höchsten.

Kostenloser Rückversand

Drei Viertel der Online-Händler planen mit Inkrafttreten der neuen EU-Verbraucherrecht-Richtlinie 2014 die Versandkosten bei Retouren auf den Kunden zu übertragen. Gleichzeitig gehen die meisten Befragten aber davon aus, dass ihre Kunden einen kostenlosen Rückversand erwarten.

Das Hamburger Unternehmen will die drei Vertriebsmarken Otto, Schwab und Baur enger verzahnen, um die Kosten zu senken und sich Luft für Preissenkungen zu verschaffen. Die Organisation soll gestrafft werden. Durch gezielte Maßnahmen sollen die Marken bei Preissuchmaschinen in die vorderen Ränge kommen. Der Stellenabbau soll nicht im Vordergrund stehen.

In sieben Schritten zum Onlineshop

1. Die richtige Software

Die Frage nach dem richtigen Shopsystem ist die erste, die sich der zukünftige Onlineshopbetreiber stellen sollte. Hierbei müssen einige Fragen geklärt werden: Wie viele Artikel möchte ich später verkaufen? Was soll das System können? Lässt es sich einfach bedienen? Gefällt mir das Design? Und natürlich: Ist der Preis angemessen? Denn eine Einstiegslösung muss nicht teuer sein, aber auch kein Billig-System, mit dem man nur Ärger hat.

2. Das richtige Produkt – aber welches?

Auch das Produkt, mit dem man den Sprung ins Internet wagt, ist wichtig. Ein Blick ins eigene Sortiment genügt dabei schon. Ein Onlineshop muss nicht vom ersten Tag an alle Artikel anbieten, die auch im Ladengeschäft vorrätig sind. Es macht unter Umständen Sinn, mit einigen „Testartikeln“ anzufangen. Folgende Artikel sind statistisch gesehen übrigens am beliebtesten: Bekleidung, Textilien, Schuhe, Bücher, DVDs, Unterhaltungselektronik und Computer. Doch auch Nischenprodukte sind der Renner.

3. Individualität und Suchmaschinenoptimierung

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie nicht der Erste sein, der das jeweilige Produkt im Internet verkauft. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich von der Konkurrenz abzuheben und einen hohen Wiedererkennungswert zu generieren. Zum Beispiel durch ein kreatives und einzigartiges Template-Design. Eine konsequente Corporate Identity ist eine Art Visitenkarte des Unternehmens und sollte sich im Design durch Logo und Farbgebung widerspiegeln. Zudem ist es überaus wichtig, dass das Onlineshopsystem suchmaschinenoptimiert ist, denn dies ist die Voraussetzung dafür Gute Shopsysteme bringen SEO-Instrumente von Haus aus mit.

4. Rechtliches

Bevor der Shop online geht, sollten Sie eine wichtige Regel befolgen: Legen Sie sich einen Anwalt zu, der sich im Bereich IT auskennt. Der elektronische Handel stellt heutzutage in rechtlicher Hinsicht eine virtuelle Stolperfalle dar. Denn aufgrund der sich ständig ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen und einem komplexen Anwendungsfeld ist es schwer, immer im Bilde über die neusten rechtlichen Bedingungen zu sein. Denn neben Vertragsrecht sind auch datenschutz-, marken-, urheber-und wettbewerbsrechtliche Aspekte in vielen Fällen relevant. Um letztendlich kostenintensive Abmahnungen und Verfahren aufgrund von falschen Angaben im Impressum oder Verstößen gegen das Urhebergesetzt zu vermeiden, ist eine kompetente externe Rechtsberatung vor Erstellung und während des Betriebs des Online-Shops unerlässlich. Auf dem richtigen Weg sind Sie jedoch schon einmal, wenn Ihr System eines der gängigen juristischen Gütesiegel für Onlineshops trägt (bspw. Trusted Shops, Tüv oder EHI).

5. Kundenvertrauen

Viele potentielle Käufer begegnen dem Online-Shopping noch mit Vorsicht, wenn es um die Eingabe von persönlichen Daten sowie geheimen Bankdaten geht. Deshalb muss über empfindliche Themen wie Datenschutz und Zahlungsbedingungen offen kommuniziert werden, sodass dem Kunden vermittelt wird, an einen seriösen Online-Partner geraten zu sein. Es besteht außerdem die Möglichkeit, als Shopbetreiber mit externen Zahlungsdienstleistern wie Billsafe, Klarna oder PayPal zusammenzuarbeiten. Diese können als Medium zwischen Kunden und Online-Shop fungieren und somit einen sicheren Zahlungstransfer gewährleisten.

6. Langfristige Bindung

Ist der Shop erst einmal erfolgreich angelaufen, geht es an eine Lektion für Fortgeschrittene: Die langfristige Bindung der Kunden. Die emotionale Ebene ist der Schlüssel: Durch ansprechende Produktvideos und -präsentationen können Sie den Kunden auf eine virtuelle Erlebnisreise schicken, und ihn zur Rückkehr in den Shop bewegen. Dabei helfen übrigens auch Gutscheine, Sonderrabatte oder ein Bonussystem.

7. Mobiles Shoppen

Auch hierzulande kaufen immer mehr Endverbraucher ihre Waren über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-PCs. Ihr Shopsystem sollte dafür optimiert sein, denn die Anforderungen an mobile Endgeräte sind etwas anders. Bspw. sollte das System in der mobilen Version über größere Buttons verfügen oder die bei Tablets üblichen „Swipe“-Gesten („Fingerblättern“) unterstützen.

Fazit

Der Wunsch nach einem individuellen und selbst gestalteten Onlineshop besteht bei vielen mittelständischen Unternehmen. Allerdings besteht häufig Zurückhaltung, wenn es zur eigentlichen Realisierung dieses Wunsches kommt. Denn viele Unternehmen haben keine konkreten Vorstellungen über Umfang, Kosten und Gewinn. Dabei ist es heutzutage keinesfalls mehr schwierig und kostspielig und schon gar kein „Hexenwerk“, eine eigene Internetpräsenz zu erstellen.

Quelle: Sebastian Hamann (Vorstand und Manager Corporate Marketing der Shopware AG) auf Mittelstandsmanager.de

Allein durch die Ausgliederung der Finanzbuchhaltung könnten rund 100 Arbeitsplätze gesichert werden, so Otto. Konzernbetriebsratsvorsitzender Uwe Rost gab aber zu Bedenken, dass dies mit einem Leistungsverzicht der Mitarbeiter verbunden sei. Auch der bereits erfolgte Abbau über Fluktuation, die Nicht-Verlängerung von befristeten Verträgen oder Probezeitkündigungen träfen die Arbeitnehmer hart.

Derzeit liefen die Verhandlungen zum Interessenausgleich und Sozialplan, wie die Parteien mitteilen. Beide Seiten rechneten mit Ergebnissen noch vor der Sommerpause.

Von

rtr

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