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21.03.2016

12:58 Uhr

Versandhandel

Otto.de macht Boden auf Amazon gut

VonChristoph Kapalschinski

Amazon ist der Platzhirsch im deutschen Versandhandel. Aber der Konkurrent Otto.de macht Boden gut. Der deutsche Online-Shop gewinnt zehn Prozent beim Umsatz, während Amazon hierzulande nur stagniert.

Der Online-Shop der Gruppe macht Boden auf Amazon gut. dpa

Otto-Versand

Der Online-Shop der Gruppe macht Boden auf Amazon gut.

HamburgDer deutsche Online-Shop Otto.de meldet für 2015 ein Umsatzplus von zehn Prozent auf 2,56 Milliarden Euro. Die Kerngesellschaft der Hamburger Handelsgruppe Otto profiliert sich dabei vor allem bei sperrigen Gütern wie Waschmaschinen und Sofas. Hier profitiert Otto von der konzerneigenen Logistiktochter Hermes, über die Otto.de etwa die Auslieferung am Samstag und zu vorher festgelegten Wunsch-Uhrzeiten anbietet. Die Konkurrenz wie Redcoon und Amazon bietet in diesem Bereich weniger Service.

Insgesamt sieht sich Otto.de bei Möbeln mit einem Marktanteil von gut 30 Prozent als größter Online-Anbieter – noch vor Ikea. Mit über 700 Millionen Euro Möbel-Umsatz deklassiert Otto.de aufstrebende Online-Konkurrenten wie die Rocket-Internet-Gründung Home24, die in den ersten neuen Monaten 2015 auf nur 172 Millionen Euro Umsatz kam.

Wie man Schnäppchen im Internet findet

Sparmöglichkeiten miteinander kombinieren

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Laufende Verträge kündigen

Ob Handy oder Strom- und Gasanbieter – manchmal kann es sich lohnen, laufende Verträge zu kündigen, um zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Der Grund: Konkurrenten ködern Neukunden zuweilen mit Sonderkonditionen und Prämien.

Mit einem neu gestarteten Möbel-Onlineshop verschärft Ottto.de zudem den Wettbewerb in dem Bereich. Anders als etwa Home24 ist Otto.de dabei profitabel. „Die Rendite liegt sehr gut im Zielkorridor von drei bis fünf Prozent“, sagte Vorstand Alexander Birken für das Geschäftsjahr bis Ende Februar über den Vorsteuergewinn. Der Gesamtkonzern war 2014 erstmals seit Jahrzehnten ins Minus gerutscht. Die Zahlen für 2015 liegen im Detail noch nicht vor. Erwartet wird jedoch ein positives Vorsteuerergebnis. Steuern etwa auf Firmenverkäufe könnten jedoch unter dem Strich zu einem Verlust führen, heißt es in der Gruppe.

Erstmals konnte Otto.de im abgelaufenen Jahr Marktanteile von Amazon zurückgewinnen: Der US-Konzern verlor 2015 in Deutschland leicht an Umsatz und kam auf 11,8 Milliarden Dollar. Allerdings dürfte der Rückgang von gut 100 Millionen Dollar der Währungsumrechnung von Euro in Dollar geschuldet gewesen sein.

Otto.de will jedoch die Jagd auf Amazon nicht in allen Bereichen aufnehmen. Frische Lebensmittel seinen weiterhin nicht geplant, die Lieferung am selben Tag nur in begrenzten Aktionen. Otto.de wolle sich durch verlässliche Lieferzeiten quer durch das gesamte Sortiment in ganz Deutschland auszeichnen, hieß es. So bekämen die Kunden etwa seit Anfang des Jahres deutschlandweit Ankündigungsmails mit der voraussichtlichen Uhrzeit der Zulieferung. Auch hier ist Otto durch die eigene Logistik im Vorteil zu Amazon – noch. Der US-Konzern baut derzeit ebenfalls eigene Logistik-Strukturen zum Endkunden auf.

Birken kündigte an, Otto.de werde im laufenden Jahr rund 180 neue Jobs schaffen. Bislang arbeiten dort 4.350 Menschen. Nach einer Komplett-Renovierung der IT-Plattformen stünden nun Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe vor allem in Büros an, sagte Birken. Der Versender will einige seiner Gebäude in Hamburg sanieren.

Dabei soll eine Campus-Atmosphäre mit modernen Konferenzzonen entstehen. In einigen Bereichen ist auch Desk-Sharing geplant, es soll also keine festen Arbeitsplätze mehr geben. Birken erhofft sich von den Umbauten auch eine kommunikativere Unternehmenskultur. Dazu passt, dass Otto-Chef Hans-Otto Schrader gerade das allgemeine „Du“ in der Gruppe eingeführt hat.

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