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20.09.2012

16:17 Uhr

Versandhandel

Otto kürzt fast 700 Stellen

Der Otto-Konzern will sich im deutschen Versandhandel neu aufstellen. Nach monatelanger Ungewissheit zeichnet sich die Zukunft von drei Tochterunternehmen klarer ab. Allerdings auf Kosten von bis zu 700 Arbeitsplätze.

Der Versandhändler Otto schaut optimistisch in die Zukunft - auch wenn er bis zu 700 Stellen streichen will. Reuters

Der Versandhändler Otto schaut optimistisch in die Zukunft - auch wenn er bis zu 700 Stellen streichen will.

HamburgDer Handels- und Dienstleistungskonzern Otto wird in den kommenden Jahren bei drei deutschen Versandhandelstöchtern bis zu 700 Stellen streichen. Das sei eine Maximalzahl bis 2015, die sich aus vorläufigen Schätzungen ergebe, teilte die Otto Group am Donnerstag in Hamburg mit. Endgültige Aussagen seien Ende Februar zu erwarten, wenn die Planungen im Detail vorliegen.

Der größte Einschnitt sei mit 450 von mehr als 3200 Vollzeitstellen bei der Einzelgesellschaft Otto möglich, der Keimzelle des Konzerns. Das wären 14 Prozent der Belegschaft. Bei Baur in Burgkunstadt stehen 210 von knapp 2200 Arbeitsplätzen zur Disposition, bei Schwab in Hanau 40 von 900.

Otto hatte bereits im April angekündigt, die Marken Otto, Baur und Schwab neu zu ordnen und im Online-Markt schärfer zu positionieren. Die Unternehmen sind durchaus gesund; der Universalversender Otto verzeichnet wachsende Umsätze und Gewinne. Gleichzeitig zeichnet sich aber ab, dass Otto durch neue Konkurrenten wie Zalando oder Media Markt unter verschärften Konkurrenzdruck gerät.

Im Handel brechen massenhaft Jobs weg

Kahlschlag

Zehntausende Arbeitsplätze stehen im Handel auf der Kippe. Schlecker-Pleite, Stellenabbau bei Karstadt und Metro und auch bei Neckermann.de geht es um viele Jobs. Hier eine Übersicht…

Wie ist die Lage bei Karstadt?

Der Warenhaus-Konzern will 2000 Arbeitsplätze streichen. Ende August läuft der Sanierungstarifvertrag bei Karstadt aus - damit steigen die Personalkosten für das Unternehmen. Außerdem dämpft die Euro-Krise die Kauflaune der Verbraucher. Bis Ende 2014 soll der Jobabbau über die Bühne gehen - möglichst sozialverträglich.

Wie viele Stellen kostet die Schlecker-Pleite?

Mit dem Ende der Drogeriemarktkette Schlecker brachen bislang etwa 25 000 Arbeitsplätze weg. Offen ist derzeit noch die Zukunft der gut 4000 Mitarbeiter zählenden Tochter Ihr Platz. Der Insolvenzverwalter ringt gegenwärtig noch um den Einstieg eines Investors bei Ihr Platz.

Wie viele Stellen stehen bei Neckermann auf der Kippe?

Beim Versandhändler Neckermann.de stehen 1380 Jobs auf der Streichliste des Managements. Der vom US-Finanzinvestor Sun Capital beherrschte Versandhändler hat insgesamt 2400 Arbeitsplätze. Neckermann.de will den Eigenhandel mit Textilien und das Frankfurter Zentrallager aufgeben. Das Kataloggeschäft war zuletzt so rapide eingebrochen, dass Erfolge aus dem Onlinehandel aufgezehrt wurden.

Wie umfangreich ist der Stellenabbau bei Metro?

Der größte deutsche Handelskonzern will mittelfristig 900 Stellen abbauen. Betroffen davon ist vor allem die Verwaltung. Auf der Verkaufsfläche soll das Personal nicht reduziert werden. Konzernchef Olaf Koch hatte vor wenigem Monaten angekündigt, etwa 100 Millionen Euro einsparen zu wollen.

Strikter Sparkurs nötig

Die Metro AG, zu der neben den Metro- Großhandelsmärkten für Gewerbetreibende auch die Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real sowie die Kaufhof-Warenhäuser gehören, ist aber schon seit etlichen Jahren auf einem strikten Sparkurs mit Stellenstreichungen.

Cordes machte den Anfang

Unter Kochs Vorgänger Eckhard Cordes wurde die Metro AG 2009 einem milliardenschweren Sparprogramm („Shape“) unterzogen, mit dem weltweit etwa 19 000 Arbeitsplätze gestrichen wurden. An anderer Stelle entstanden durch neue Märkte und Dienstleistungen ähnlich viele Jobs. Ende 2011 hatte Metro weltweit 281 000 Mitarbeiter.

Welche Hintergründe haben die Stellenstreichungen?

Die Handelskonzerne bieten unterschiedliche Sortimente und sind zumeist auch in unterschiedlichen Ländern aktiv. Hinzu kommen auch hausgemachte Probleme. Erklärtes Ziel des Managements ist in der Regel, die Kosten zu senken und die Strukturen im Unternehmen zu verbessern. Konzepte müssen häufig den veränderten Konsumgewohnheiten angepasst. Die Staatsschuldenkrise und eine hohe Arbeitslosigkeit in vielen Ländern Europas dämpfen aktuell die Konsumlust der Kunden.

Das „böse“ Internet

Ein großer, übergreifender Faktor im Handel ist das boomende Internetgeschäft. Immer mehr Menschen kaufen online ein. Damit nimmt der Preisdruck für die Läden zu. Nur wenige Bereiche wie der Lebensmittelhandel sind bisher kaum von diesem Trend betroffen.

Zeitenwende

Nach Einschätzung von Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub (Obi, Kik, Kaiser's Tengelmann) sind die Zeiten, in denen Läden wie Pilze aus dem Boden schossen, vorbei. Das verdeutlichten viele leerstehende Läden nach der Schlecker-Pleite. Neue Verkaufsflächen entstünden inzwischen vor allem im Internet mit den zahlreichen Online-Shops.

Der Universalversand Otto hat die Umstellung auf den Online-Handel besser hinbekommen als Neckermann und Quelle. Bei der Einzelgesellschaft beträgt der Online-Anteil 75 Prozent. „Wir wollen aus einer Position der Stärke heraus handeln und investieren“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Kommentare (1)

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Hermes

01.10.2012, 14:07 Uhr

ja ja Otto der GROßE was Otto ankündigt wird doch schon seit Jahren gemacht mit Hermes und seinem 2009 verkauften (verschenkten) Kundendienst,beim Kundendienst der ja von da ab nicht mehr zum Otto gehörte lies mann diesen sterben.
Ich kam aus diesem Bereich und die die noch beim Ottokundendienst später Hermestechnischer Kundendienst genannt dann TS24 hatten auch immer alles gegeben für Otto.
Durch die Schließung dieses bleibt Otto sauber da das Unternehmen ja nicht mehr teil dieses war und keiner spricht mehr vom schleichenden Stellenabbau.
aber so ist das in dieser Welt fressen oder gefressen werden, wer gefressen wird wird vom Markt genommen, trotzdem auf das arbeitsamt ist kein verlass nur Jobs für weniger Geld.
Ich habe glück gehabt die neue firma weiß mein können zu schätzen und auch honorieren

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