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06.08.2013

07:41 Uhr

Verseuchte Molke

Auch Danone-Tochter ruft Babymilch zurück

Der Skandal um verseuchte Molke in Säuglingsnahrung in Neuseeland weitet sich aus. Auch die Danone-Tochter Nutricia ruft Babynahrung zurück. Die Regierung startet eine große Informationskampagne.

Der weltgrößte Milchproduktexporteur Fonterra aus Auckland schlug am Wochenende Alarm und rief die Produkte in den Supermärkten zurück. AFP

Der weltgrößte Milchproduktexporteur Fonterra aus Auckland schlug am Wochenende Alarm und rief die Produkte in den Supermärkten zurück.

WellingtonDer Skandal um verseuchte Molkeproteine in Neuseeland zieht weitere Kreise: Der zu Danone gehörende Babynahrungshersteller Nutricia rief in Neuseeland ein zweites Babymilchprodukt zurück. Das Ministerium für die Rohstoffindustrie (MPI) startete am Dienstag eine groß angelegte Informationskampagne, um Eltern, Krankenhäuser und Kinderhorte zu warnen.

In Supermärkten hingen große Schilder an den Regalen, die über den Rückruf der Säuglingsnahrung informierten. Die Produkte sollten vernichtet oder in den Laden zurückgebracht werden, sagte Premierminister John Key im Parlament. „Unsere höchste Priorität ist die Sicherheit der Verbraucher“, sagte er.

Der weltgrößte Milchproduktexporteur Fonterra aus Auckland schlug nach dem Nachweis gefährlicher Botulismus-Bakterien in einer Fabrik, die Molkeprotein herstellt, am Wochenende Alarm. 38 Tonnen des im Mai 2012 hergestellten Proteinkonzentrats seien durch eine schmutzige Leitung verseucht worden, teilte das Unternehmen mit. Das Konzentrat wurde von acht Firmen in sieben Ländern in 900 Tonnen Nahrungsmitteln verwendet. Keiner dieser Fonterra-Kunden ist in Europa.

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Die Sorge, giftiges Milchpulver zu kaufen, ist in China groß: Verwandte kaufen in Deutschland Regale leer und schicken Ware gen Heimat. Ein Chef macht daher den Kotau. Seine Firma hatte verseuchtes Milchpulver verkauft.

Fonterra betont, dass nach allen Erkenntnissen niemand erkrankt sei. In China und Vietnam wurden Produkte, die das Molkeprotein enthalten könnten, vom Markt genommen. Die Milchindustrie trägt in Neuseeland sieben Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Auf sie geht ein Viertel der Ausfuhrerlöse zurück.

Kommentare (2)

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06.08.2013, 09:16 Uhr

Meine Güte, wieso muss man so ein Zeug kaufen, wenn es genug Kühe im eigenen Land und in der eigenen Umgebung gibt?
So langsam fragt man sich doch glatt wieso Babys vor 50 Jahren nicht verhungert sind, sondern im Gegenteil, kaum Allergien hatten und man diese mit ganz normalen Lebensmitteln groß und stark bekommen hat.
Kapitalismus in zu hohen Dosen tötet.

borstel

06.08.2013, 09:30 Uhr

@Netshadow:
E sind Säuglinge und Kleinkinder verhungert, seit knapp 4000 JAhren versucht man, diese mit anderen Nahrungsmitteln als Muttermilch zu ernähren - zuerst mit Kuh- oder Ziegenmilch, aber auch seit 150 Jahren mit künstlicher Säuglingsnahrung (J.von Liebig 1865). Seit 1866 gibt es diese "Suppe für Säuglinge" in Pulverform. Klar, Stillen ist das Beste, nur es funktioniert nicht immer, deshalb gibt es seit 1866 eben Milchpulver. Vielleicht hast Du als Kind ja auch davon profiert - böser Kapitalismus.

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