Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2014

18:48 Uhr

Vertragsverlängerung

Toll Collect hofft auf 240 Millionen Euro Gewinn

Noch, so betont das Verkehrsministerium, ist der Vertrag mit dem LKW-Maut-Betreiber Toll Collect nicht verlängert. Doch das scheint nur noch Formsache zu sein. Das Unternehmen hofft auf 240 Millionen Euro Gewinn.

Toll Collect wird bei der geplanten Vertragsverlängerung mit dem Bund Abstriche bei der Rendite machen müssen. Doch das Unternehmen verdient dennoch prächtig. dpa

Toll Collect wird bei der geplanten Vertragsverlängerung mit dem Bund Abstriche bei der Rendite machen müssen. Doch das Unternehmen verdient dennoch prächtig.

BerlinDie geplante Verlängerung des Vertrags mit dem LKW-Maut-Betreiber Toll Collect soll dem Unternehmen einen Gewinn von über 240 Millionen Euro bringen. „Im Verlängerungszeitraum soll die Rendite der Toll Collect im 1. Jahr 86, im 2. Jahr 80 und im 3. Jahr 76 Millionen Euro betragen“, heißt es in einem Papier aus dem Verkehrsministerium, das Reuters am Donnerstag vorlag. Die Verhandlungen mit den Toll-Collect Konsortialführern Daimler und Deutsche Telekom über eine Fortsetzung des Vertrags für drei Jahre bis 2018 seien abgeschlossen, heißt es dort.

Toll Collect habe ursprünglich wie in den vergangenen Jahren auf einer Rendite von 86 Millionen Euro bestanden, was aber abgewendet worden sei. Die Betreibervergütung insgesamt soll bei jährlich 560 Millionen Euro bleiben, was dem bisherigen Niveau entspreche.

Das Verkehrsministerium bestätigt den Abschluss der Verhandlungen nicht und betont, dies sei erst mit der Unterschrift von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) der Fall. Toll Collect erfasst und kontrolliert die LKW-Maut im Auftrag des Bundes. Zuletzt zahlten Speditionen für die Nutzung der deutschen Autobahnen und rund 1000 Kilometern großen Bundesstraßen rund 4,5 Milliarden Euro im Jahr. Davon flossen etwa 3,4 Milliarden Euro in Ausbau und Erhalt der Straßen.

Toll Collect wird dem Papier zufolge wie geplant die Ausdehnung der Autobahn-Lkw-Maut auf 7,5-Tonnen-Fahrzeuge (derzeit ab 12 Tonnen) umsetzen. Gleiches gelte für die Maut-Erfassung auf weiteren 1000 Kilometer vierspurigen Bundesstraßen. Verhandelt worden sei zudem, dass der Bund bis Ende August 2015 die Möglichkeit habe, Toll Collect in sein Eigentum zu übernehmen. Dies käme in Betracht, wenn durch Klage von Wettbewerbern die Vertragsverlängerung erfolgreich angefochten werde.

Wer schnell sein will, muss blechen

Warum Re-Import?

Weils billiger ist. Bis zu 30 Prozent sparen Neuwagenkäufer, wenn sie das Fahrzeug über einen freien Händler als Re-Import bestellen. Möglich ist dies, weil die Hersteller in den Ländern der Europäischen Union eine flexible Preispolitik betreiben.

Vorteile

Durch einen Re-Import kann beispielsweise der Nettopreis eines Fahrzeugs aus deutscher Produktion in Italien mehrere tausend Euro unter dem Verkaufspreis beim Vertragshändler hierzulande liegen. Außerdem sind andere Paket-Zusammenstellungen bzw. Ausstattungs-Zusammenstellungen in unterschiedlichen Ländern üblich, die für den Käufer von Vorteil sein können. Kunden sollten sich vom Anbieter alle Details lückenlos dokumentieren zu lassen.

Gibt's Unterschiede?

Ja. Es kann zum Teil sogar an wichtiger Ausstattung mangeln, erklärt der TÜV Nord. Re-Importe sind oft landestypisch ausgestattet, deshalb können zum Beispiel Sicherheitssysteme wie Airbags oder ESP fehlen. Danach sollten Kunden auf jeden Fall beim Händler fragen. Müssen diese entsprechend der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) nachgerüstet werden, wirds teuer. In Streitfällen darf der Re-Import-Käufer außerdem keine besondere Kulanz in der deutschen Markenhändler-Werkstatt oder beim Hersteller erwarten.

Strafen

Verstöße gegen die Maut-Regelungen können teuer werden. In der Slowakei ist beispielsweise eine Strafe bis zum Zehnfachen des Jahresvignetten-Preises möglich: 500 Euro. Slowenien kann bis zu 800 Euro kassieren, wenn Autofahrer nicht sofort 150 Euro Bußgeld zahlen. Auch Österreich versteht bei Mautprellern keinen Spaß. Hier wird eine Ersatzmaut von 120 Euro fällig. Zahlt ein Autofahrer nicht sofort, können Bußgelder mindestens 300 Euro kosten. Die Schweiz verlangt den Preis einer Jahresvignette und 70 Euro zusätzlich.

Nicht Teil der Vereinbarung ist die Vorbereitung der für 2018 von Dobrindt angekündigten Ausdehnung der Lkw-Maut auf alle 40.000 Kilometer Bundesstraßen. Diese müsse in gesonderten Verhandlungen verabredet werden, heißt es in dem Papier.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×