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16.05.2014

18:25 Uhr

Verzögerte Lieferungen

Amazon will Druck auf Verlagskonzern ausüben

Um bessere Bedingungen bei der Versorgung mit E-Books zu erhalten, greift Amazon angeblich zu drastischen Mitteln. Ein Konzern soll einem FAZ-Bericht zufolge vor der Wahl stehen: Höhere Rabatte oder längere Lieferzeiten.

Amazon fordert von dem schwedischen Konzern Bonnier angeblich höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books. dpa

Amazon fordert von dem schwedischen Konzern Bonnier angeblich höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books.

FrankfurtDer Online-Versandhändler Amazon will einem Bericht zufolge Geschäftspartner mit verzögerten Auslieferungen unter Druck setzen. Amazon fordere von dem schwedischen Konzern Bonnier, zu dem bekannte deutsche Verlage wie Ullstein, Piper oder Carlsen gehören, höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom Freitag. Um bei den Verhandlungen Druck auszuüben, würden seit Anfang Mai zahlreiche Titel von zum Konzern gehörenden Verlagen nur mit Verzögerung ausgeliefert, obwohl die jeweiligen Artikel problemlos vorrätig wären.

Aufstieg mit Schattenseiten: Wie funktioniert Amazon?

Wie fing Amazon an?

Jeff Bezos gründete amazon.com im Jahr 1995. Den deutschen Ableger amazon.de gibt es seit 1998. Groß wurde das Unternehmen mit dem Versand von Büchern, Videos und Musik-CDs. Seit dem Jahr 2000 können auch fremde Händler ihre Produkte bei Amazon anbieten. Mittlerweile macht der Konzern mit Sitz in Seattle zwei Drittel seines Umsatzes mit Waren wie Computern, Digitalkameras, Mode oder Lebensmitteln. Amazon ist auch einer der Vorreiter bei elektronischen Büchern sowie Musik- und Video-Downloads. Zweites großes Standbein neben dem Handel sind die Webservices mit dem Cloud Computing.

Wie konnte der Konzern so mächtig werden?

Amazon fährt eine riskante Wachstumsstrategie: Der Konzern lockt die Kunden mit günstigen Preisen sowie einer schnellen und vielfach kostenlosen Lieferung. Zudem investiert er kräftig, in die Versandzentren wie auch in die Entwicklung neuer Technologie. Dieser Wachstumskurs hat jedoch eine Kehrseite: Die Gewinnmargen sind eher dünn. 2012 machte Amazon einen Verlust von 39 Millionen Dollar. Im Jahr 2013 blieben unterm Strich 274 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) – bei einem Nettoumsatz von 74,45 Milliarden Dollar im Jahr 2013.

Wie relevant ist der deutsche Markt?

Es ist der größte Auslandsmarkt. 2012 setzte Amazon hierzulande 8,7 Milliarden Dollar um, umgerechnet sind das derzeit etwa 6,5 Milliarden Euro. Damit lag Deutschland noch vor Japan mit 7,8 Milliarden Dollar und Großbritannien mit 6,5 Milliarden Dollar. Der wichtigste Markt überhaupt ist allerdings Nordamerika mit 34,8 Milliarden Dollar. Amazon wuchs in seiner Heimat zuletzt auch deutlich schneller als im Ausland.

Wie wichtig ist Amazon für Deutschland?

Gemessen am Einzelhandelsumsatz insgesamt ist die Rolle von Amazon überschaubar. Etwa 1,5 Prozent trägt Amazon zum Branchenumsatz von fast 428 Milliarden Euro bei. Das meiste sind jedoch Lebensmittel. Betrachtet man den Online-Handel von Unterhaltungselektronik bis hin zu Büchern, sieht die Sache ganz anders aus: Amazon hält hier fast ein Viertel des Marktes.

Wie ist der Konzern aufgestellt?

In Deutschland unterhält das Unternehmen Logistikzentren in Graben bei Augsburg, Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Brieselang und Koblenz. Dort arbeiten nach Auskunft von Amazon etwa 10.000 fest angestellte Vollzeitmitarbeiter. In Spitzenzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft kommen in jedem dieser Zentren Tausende Saisonkräfte hinzu. Weltweit arbeiteten 124.600 Mitarbeiter (Stand: März 2014) im Unternehmen.

Gegenüber Bonnier habe der Internet-Händler bestätigt, dass die längeren Lieferzeiten in Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen stünden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die Ullstein-Verlegerin Siv Bublitz. In den Verhandlungen wolle Amazon die Rabatte für E-Books von bisher 30 Prozent auf 40 bis 50 Prozent erhöhen, berichtet das Blatt weiter.

Amazon wollte sich zu den in der „FAZ“ geäußerten Vorwürfen am Freitag nicht äußern.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

16.05.2014, 20:19 Uhr

Der Erfolg basiert nur zu einem Teil auf den Preisen. Amazon bietet den Kunden aller-großzügigste und kundenfreundlichenste Bedingungen - auf Kosten der Lieferanten.

Es ist wie mit den Niedertslöhnen: Auch die sind die Basis kundenfreundlichster Preise.

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