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24.01.2014

11:04 Uhr

Victor-Chef Jackson

„Wenn wir nicht um 300 Prozent wachsen, wäre ich enttäuscht"

VonLukas Bay

Der britische Privatjet-Vermittler Victor will nicht nur Broker überflüssig machen, sondern auch den Marktführer Netjets attackieren. Im Interview verrät Victor-Chef Clive Jackson seine Strategie für das neue Jahr.

Die Flüge über Victor können auch per iPad gebucht werden.

Die Flüge über Victor können auch per iPad gebucht werden.

Handelsblatt: Herr Jackson, die Wirtschaft in Europa erholt sich, doch die private Luftfahrt kommt noch nicht richtig in Schwung. Haben Sie als Vermittler von Privatjets nicht Angst um Ihr Geschäft?

Jackson: Im Gegenteil. 2013 war ein sehr gutes Jahr für Victor. Wir haben unsere Buchungen um 300 Prozent gesteigert. Strategisch wollen wir nun weiter investieren, um im Markt Fuß zu fassen – vor allem international. Unsere Kundenzufriedenheit ist hoch, unsere Kundenloyalität auch. Das einzige, was wir derzeit brauchen, sind noch mehr Kunden.

Welche Rolle spielt Deutschland in ihren Expansionsplänen?

Ein Viertel unserer Kunden sind Deutsche. Darum wollen im ersten Quartal ein eigenes Büro in Deutschland eröffnen. Dafür haben wir gerade Steffen Fries gewinnen können, der unter anderem das Deutschland-Geschäft für Netjets in Deutschland aufgebaut hat. Derzeit evaluieren wir noch, ob wir nach Köln oder München gehen. Wir wollen einfach stärker dort investieren, wo die Kunden sind. Unser erstes Auslandsbüro haben wir darum vor drei Monaten in Moskau eröffnet.

Setzen Sie dabei eher auf die gutbetuchten Urlauber oder auf Geschäftskunden?

Sowohl als auch. Urlaubsreisende sind weiterhin ein wichtiges Standbein für Victor, aber auch im nächsten Jahr erwarten wir ein starkes Wachstum bei Geschäftsreisenden. Es wird einfacher, weil wir uns mittlerweile einen Namen gemacht haben. Das Geschäft mit Businesskunden baut vor allem auf Vertrauen. Gerade als junge Firma muss man beweisen, dass man vertrauenswürdig ist und morgen noch existiert. Es hilft daher sagen zu können, das wir mittlerweile über 1000 Flüge vermittelt haben.

Auf welchen europäischen Flughäfen die meisten Privatjets abheben

Platz 10

Kiew-Schuljany (Ukraine) - 552 Abflüge

Mit einem Wachstum von 29 Prozent bei Privatfliegern und mehr als 60 Prozent plus bei Charterfliegern im Jahresvergleich im Monat Dezember kann kein Flughafen bei Privatflügen stärker zulegen als der Hauptstadtflughafen der Ukrainer.

(Stand: Dezember 2013, Quelle: WingX Advance)

Platz 9

Wien-Schwechat (Österreich) - 612 Abflüge

4,6 Prozent mehr Privatjet-Starts als im Vorjahr, bei Charterfliegern 2,7 Prozent plus, das reicht für Österreichs Hauptstadt für einen Platz in der europäischen Top-10 der Flughäfen für Privatflieger.

Platz 8

Mailand-Linate (Italien) - 615 Abflüge

Die italienische Modemetropole hat im Jahresvergleich satte 24,6 Prozent mehr Abflüge von Privatjets zu verbuchen. Bei Charterflügen steht unterm Strich ein Minus von 8,7 Prozent.

Platz 7

Nizza (Frankreich) - 636 Abflüge

Die Metropole der Schönen und Reichen an der Cotê d'Azur gehört auch in diesem Jahr zu den beliebtesten Zielen des Jet-Sets im Dezember. Trotzdem sank die Zahl der Privatabflüge um 0,5 Prozent. Charterflüge legten um 6,7 Prozent zu.

Platz 6

Zürich (Schweiz) - 768 Abflüge

In der Schweiz sinkt das Aufkommen der Privatflieger dagegen. Im Jahresvergleich stiegen die privaten Abflugzahlen im Mai um 1,2 Prozent, bei Chartern um 0,6 Prozent.

Platz 5

London-Farnborough (Großbritannien) - 800 Abflüge

Die Privatjets landen wieder häufiger nahe der britischen Hauptstadt. Die Zahl der Abflüge konnte im Mai um 7,6 Prozent zulegen, Charterflüge um 19,2 Prozent.

Platz 4

London-Luton (Großbritannien) - 918 Abflüge

Der Flughafen im Norden von London ist der wichtigste Abflughafen für Privatflieger in England. Im Vergleich zum Vorjahr hoben 0,3 Prozent weniger Privatjets ab. Bei Chartern legten die Flugzahlen dagegen um 13,9 Prozent zu.

Platz 3

Moskau-Wnukowo (Russland) - 1.045 Abflüge

Russlands Neureiche sind international berühmt berüchtigt. Für die Privatflieger gehören sie zu den wichtigsten Kunden, auch wenn die Zahl der Privatabflüge im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent geschrumpft ist. Charter legten leicht um 3,4 Prozent zu.

Platz 2

Genf (Schweiz) - 1.277 Abflüge

Die Steueroase in der Schweiz ist Hauptsitz vieler großer Unternehmen und damit ein interessantes Ziel für gutbetuchte Fluggäste. Die Zahl der Abflüge ging im vergangenen Jahr allerdings um 11,9 Prozent zurück. Charterflieger starteten 8,9 Prozent weniger.

Platz 1

Paris - Le Bourget (Frankreich) - 1.702 Abflüge

Kunst, Mode und savoir vivre - die französische Hauptstadt versprüht viel Charme, und bleibt bei Privatfliegern die beliebteste Destination. Um 6,1 Prozent steige die Zahl der privaten Abflüge im Jahresvergleich. Charterflieger starteten 2,3 Prozent seltener.

Wie wollen Sie Unternehmen überzeugen, auf Victor umzusteigen?

Wir sind immer noch der einzige Anbieter, der komplette Transparenz garantiert. Wir zeigen, wer der Anbieter ist und welche Flugzeuge eingesetzt werden, und unsere Buchungsgebühr beträgt immer fünf Prozent. Niemand sonst verrät seine Marge.

Wäre es keine Option, Unternehmen auch vertraglich zu binden?

Wir haben keine direkten, langfristigen Exklusivverträge mit Unternehmen. Wenn man Victor bucht, dann genießt man auch die Flexibilität. Man zahlt, wenn man den Service auch nutzt. Früher mussten die Firmen über mehrere Jahre exklusiv bei einem Broker buchen und bekamen dafür Rabatt. Victor macht das nicht. Wir geben unseren Kunden auch die Chance, den Service nicht bei uns zu kaufen. Darum müssen wir bei jeder Buchung unsere Transparenz und Qualität beweisen. Sonst verlieren wir den Kunden.

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