Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.04.2012

14:39 Uhr

Vielflieger-Streit

Lufthansa will sich nicht geschlagen geben

Die Fluggesellschaft will im Streit um das Bonusprogramm „Miles & More“ sehr wahrscheinlich Berufung einlegen. Mittlerweile sind weitere Klagen von Vielfliegern bei Gericht eingegangen, die sich benachteiligt fühlen.

Nur einen Monat vorher kündigte die Lufthansa die veränderten Bedingungen für das „Miles & More“-Programm an. ap

Nur einen Monat vorher kündigte die Lufthansa die veränderten Bedingungen für das „Miles & More“-Programm an.

FrankfurtIm Gerichtsstreit um die Herabstufung von Flugmeilen im Bonusprogramm für Vielflieger will sich die Lufthansa nicht geschlagen geben. „Wir werden sehr wahrscheinlich Berufung einlegen“, sagte ein Sprecher der Airline am Samstag in Frankfurt der Nachrichtenagentur dpa. Die Berufungsfrist laufe in den kommenden Tagen ab. Mitte März hatte die Lufthansa vor dem Kölner Landgericht eine Schlappe im Streit um „Miles & More“ erlitten. Ein Vielflieger hatte die Kranich-Linie verklagt, weil er sich durch die Entwertung von Bonusmeilen und Veränderungen im Prämienkatalog benachteiligt fühlte.

Die Richter urteilten: Die Lufthansa habe die Umstellung zu kurzfristig vollzogen. Das Unternehmen hätte seine veränderten Bedingungen mit einem Vorlauf von vier Monaten ankündigen müssen. Die Lufthansa hatte dies jedoch erst einen Monat zuvor kundgetan. Seit der Änderung ihres Bonusprogramms wird zum Beispiel für einen Hin- und Rückflug in die USA in der Business-Klasse 105.000 statt vorher 90.000 Meilen verlangt. Es gebe aber nicht nur Nachteile sondern auch Vorteile, sagte der Airline-Sprecher.

Mittlerweile seien weitere Klagen wegen des Flugmeilen-Streits bei Gerichten eingegangen. Die Lufthansa begründete die anvisierte Berufung auch damit, Rechtssicherheit haben zu wollen. Denn die Richter hätten in dem Kölner Fall nur im Einzelfall entschieden. „Jeder andere Fall muss neu betrachtet werden“, sagte der Lufthansa-Sprecher.

Unterdessen habe der Kläger im Kölner Prozess, ein IT-Professor, Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln gegen Manager der Fluggesellschaft erstattet. Das berichtet das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“. Der Vorwurf lautet gewerbsmäßiger Betrug in 21 Millionen Fällen - so viele „Miles & More“-Kunden gibt es etwa. Die Lufthansa hält die Anzeige laut Sprecher für „absurdes PR-Theater“.

Von

dpa

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Charly

15.04.2012, 15:22 Uhr

"Die Lufthansa hält die Anzeige laut Sprecher für „absurdes PR-Theater“.

Es ist heute bei Konzernen in Mode gekommen, sich eingegangener Verpflichtungen einfach zu entziehen. Das Problem ist nicht nur bei Lufhansa so, andere machen es im Prinzip genauso. Es wird dann immer gern als "PR-Theater" des Kunden abgetan. Wenn der Kunde etwas schuldig bleibt und sei es noch so wenig wird er rücksichtslos verklagt.

In Wirklichkeit zeigt es auch die Verkommenheit des Wirtschafts- und Rechtssystems.

Ich finde es daher vollkommen in Ordnung Strafanzeige gegen die Lufthansa zu erstatten. Es ist eine Frage des Prinzips.

KeineLustmehraufLufthansa

15.04.2012, 16:24 Uhr

Die Lufthansa schafft es gerade sowieso, die Vielflieger zu verprellen. Emirates und Co. freuen sich natürlich. Umso lächerlicher, wenn die LH Führungsspitze dann nach staatlicher Hilfe ruft.

Frechheit

15.04.2012, 17:13 Uhr

Endlich wird mal die allgemeine Abzocke von Kunden auf den Prüfstand gestellt. Ich persönlich halte es auch für Betrug, kurzfristig alle Bonusprogramme umzustellen. Prinzipiell fängt der Betrug schon damit an, wenn ein Bonusprogramm eingerichtet wird und kein Bar-Refunding möglich ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×