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09.12.2013

09:42 Uhr

Vielfliegerprogramm

Lufthansa will „Miles & More“ ausgründen

Aus dem Vielfliegerprogramm „Miles & More“ der Lufthansa soll offenbar ein eigenständiges Unternehmen werden. Die neue Geschäftseinheit hat bereits mehr als 20 Millionen Kunden – und soll weiter wachsen.

Die neue Geschäftseinheit „Miles & More“ soll auch künftig an den Geschäftsbereich „Passage“ berichten. obs

Die neue Geschäftseinheit „Miles & More“ soll auch künftig an den Geschäftsbereich „Passage“ berichten.

FrankfurtDie Lufthansa will einem Pressebericht zufolge ihr Vielfliegerprogramm „Miles & More“ in ein eigenständiges Unternehmen ausgründen. Die neue Geschäftseinheit, über die der Vorstand der größten Fluggesellschaft in Europa voraussichtlich im kommenden Frühjahr entscheiden will, soll allerdings auch künftig an den Geschäftsbereich „Passage“ berichten, in dem das Passagiergeschäft der Lufthansa gebündelt ist, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) am Montag berichtete.

Mit der Ausgründung des Vielfliegerprogramms, an dem gegenwärtig mehr als 20 Millionen Kunden teilnehmen, soll die Grundlage für ein profitables Wachstum von „Miles & More“ geschaffen werden, bestätigten Lufthansa-Manager der Zeitung. Bei der Fluggesellschaft war am Morgen zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Tochter solle in der zweiten Jahreshälfte 2014 ihren Betrieb aufnehmen, schreibt die „FAZ“ weiter.

Fakten zur Umstellung von Lufthansa auf Germanwings

Diese Strecken werden umgestellt

Stuttgart wurde bereits im vergangenen Jahr umgestellt; seit Ende März läuft die Umstellung auch in Hamburg. Berlin und Düsseldorf sollen noch folgen. Bis Herbst 2014 sollen fast alle Lufthansalinien innerhalb Deutschlands und Europas von Germanwings übernommen werden. Nur München und Frankfurt werden dann noch von der Lufthansa bedient.

Das ändert sich bei Germanwings

Germanwings bekommt einen neuen Markenauftritt: Der bisherige Brombeer-Farbton bleibt erhalten, allerdings wird der Schriftzug der Lufthansa angepasst. Auch die Crew bekommt neue Uniformen.

Der Preisunterschied

33 Euro kostet ein Ticket im "Basic"-Tarif, 20 Euro teurer ist ein Ticket der Mittelklasse. Deutlich teurer ist die Premium-Variante, in der bis zu 259 Euro pro Strecke fällig werden.

Die Unterschiede zwischen den Klassen

Kunden des "Best"-Tarif haben unter anderem einen großzügigem Sitzabstand von 81,2 Zentimetern und einem freien Mittelsitz. Außerdem soll ein Bord-Menü à la Carte im Preis enthalten sein. Im "Smart"-Tarif, der Mittelklasse, sitzt man mit genauso viel Beinfreiheit wie im "Best"-Tarif. Servicemäßig sind 23 Kilo Freigepäck enthalten, ein kostenloser Snack und alkoholfreie Getränke. Nur in der Holzklasse ist dies nicht enthalten - hier zählt es nur so billig wie möglich zu reisen.

Warum Businesskunden Germanwings nutzen sollen

Germanwings bekommt nicht nur ein neues Markenkonzept, sondern auch eine neue Tarifstruktur: Die Linie soll dann Passagiere mit unterschiedlichen Ansprüchen bedienen und nicht nur für Billigflieger attraktiv bleiben. Dazu wird es drei Arten von Tickets geben.

Die Gültigkeit der neuen Tarifstruktur

Ab 1. Juli gelten die neuen Tarife, die allerdings schon seit Mitte April gebucht werden können. Die Tickets behalten auch seine Gültigkeit, wenn ein Flug der Lufthansa von Germanwings durchgeführt wird. Er wird automatisch umgebucht.

Das Bonusprogramm

Die Meilenprogramme von Lufthansa und Germanwings bleiben erhalten. Die einzige Neuerung: Kunden können in Zukunft entscheiden, in welchem Programm sie ihre Meilen gutschreiben lassen wollen.

Die Lounges

Business-Vielflieger im "HON-Circle" und Vielflieger mit Senator-Status können auch mit Germanwings-Bordkarte die Senator- und Business Lounges der Lufthansa aufsuchen. Der ursprüngliche Plan war, dass sich sogenannte "Frequent Traveller" einen Zugang zur Business-Lounges für 25 Euro kaufen können - dagegen regte sich Widerstand. Nun hat diese Gruppe auch Zugang zu den Business Lounges und den Miles&More-Partnerlounges.

Geschäftszahlen des Bonusprogramms veröffentlicht die Lufthansa bisher nicht. Laut der Zeitung schätzen Kenner des Konzerns den Gewinn von „Miles & More“ im Jahr 2012 auf rund 700 Millionen Euro. Für das laufende Jahr werde ein ähnlich hoher Gewinn erwartet. Als neues Unternehmen solle „Miles & More“ die Zahl der Geschäftspartner außerhalb des Fluggeschäfts steigern und so auch Umsatz und Gewinn weiter erhöhen.

Die Lufthansa wäre nicht die erste Fluggesellschaft, die ihr Vielfliegerprogramm ausgliedert. Die entsprechende Gesellschaft von Air Canada erwirtschaftet dem Bericht zufolge eine Umsatzrendite von rund 30 Prozent.

Von

rtr

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