Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2007

08:33 Uhr

Vier Airports betroffen

Fluglotsen halten offenbar an Streikplänen fest

Wirrwar im Tarifstreit der Fluglotsen: Obwohl die Deutsche Flugsicherung in der Nacht zu Montag die Einleitung des Schlichtungsverfahrens verkündete, droht die Gewerkschaft weiter mit Streiks. Betroffen wären zunächst vier deutsche Flughäfen.

Die Fluglotsengewerkschaft droht mit Streiks. Damit drohen massive Verzögerungen im Flugverkehr. Foto: dpa

Die Fluglotsengewerkschaft droht mit Streiks. Damit drohen massive Verzögerungen im Flugverkehr. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Im Tarifstreit bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) hält die Gewerkschaft trotz der von Arbeitgeberseite angekündigten Schlichtung vorerst an ihren Streikplänen fest. Solange der Gewerkschaft die Anrufung der Schlichtung nicht schriftlich vorliege, gingen die Planungen für einen Streik weiter wie geplant, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) am Montag.

Ein DFS-Sprecher versicherte dagegen, das Schlichtungsverfahren sei eingeleitet und alle angekündigten Streiks damit hinfällig. Der Sprecher konnte allerdings nicht sagen, ob die designierte Schlichterin, die frühere Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, bereits angerufen worden sei.

Die GdF hatte zuvor angekündigt, ohne eine Schlichtung werde am Dienstag um 0.00 Uhr der Betrieb auf dem Flughafen Köln/Bonn für 24 Stunden lahm gelegt. Ab 6.00 Uhr sollten außerdem die Flughäfen Frankfurt und München sowie die Kontrollzentrale in Bremen bestreikt werden. Die Gewerkschaft will am Montagvormittag auf einer Pressekonferenz ihre Strategie erläutern.

Als Schlichterin ist die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin vorgesehen. Auch die Gewerkschaft hat bereits erklärt, sie werde sich an die Friedenspflicht während einer Schlichtung halten. Das Verfahren kann laut Flugsicherung etliche Wochen dauern.

Die Tarifverhandlungen für die 5300 Beschäftigten der Flugsicherung - darunter 1800 Lotsen - sind bereits seit November festgefahren. Vorige Woche hatte die Gewerkschaft ein Angebot der DFS abgelehnt. Die Flugsicherung offeriert drei Prozent mehr Gehalt und eine Einmalzahlung von 1750 Euro für ein Jahr. Die Gewerkschaft fordert vier Prozent mehr Lohn und deutlich höhere Einmalzahlungen. Ihr fehlen außerdem konkrete Aussagen zur geplanten Veränderung der Gehaltsstruktur und Ausgleichszahlungen.

Die Gewerkschaft kritisiert auch das Vorgehen des Unternehmens, weil das erste Angebot erst kam, nachdem die Gewerkschaft vorige Woche massive Beeinträchtigungen für den Luftverkehr in und über Deutschland für die nächsten Tage in Aussicht gestellt hatte.

Dies wäre der erste reguläre Streik von Fluglotsen in Deutschland und hätte nach Einschätzung von Luftfahrtexperten europaweit den Flugverkehr weitgehend lahm gelegt. Vor gut 30 Jahren sorgte bereits ein mehrmonatiger Bummelstreik der damals noch beamteten Lotsen für schwerwiegende Probleme bei den Fluggesellschaften.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×