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01.08.2012

07:14 Uhr

Vodafone-Shitstorm

Anni verzweifelt gesucht

VonMartin Wocher

Vodafone wird gerade Opfer eines klassischen Shitstorms: Im Internet beschwert sich eine gefrustete Kundin über schlechten Service - und über 60.000 Facebook-Nutzer teilen ihren Ärger.

Die Beschwerde der Kundin wurde über 60.000 geliked. dapd

Die Beschwerde der Kundin wurde über 60.000 geliked.

DüsseldorfAndy Warhol hat es gewusst. Jeder könne berühmt sein, und sei es nur für 15 Minuten. Inzwischen reicht als Anlass schon eine umstrittene Telefonrechnung. Wie die von Anni, die ein Problem mit Vodafone hat. 275 Euro habe ihr der Mobilfunker in Rechnung gestellt, obwohl sie mit ihrem neuen Smartphone gar nicht telefoniert habe.

"Ich rufe ständig beim Kundenservice an und niemand kann mir helfen", schrieb die Facebook-Nutzerin vor einer Woche auf der Pinnwand des Unternehmens.

Seitdem rollt eine Welle der Empörung über das Unternehmen hinweg: Weit über 60.000 zustimmende Reaktionen erreichten "Anni Roc", in mehr als 6.000 - mal moderaten, mal hämischen - Kommentaren machen seitdem andere Telefonkunden ihrem Ärger Luft über belegte Hotlines, falsche Abrechnungen und aggressive Verkäufer.

Die Beschwerde der Kundin (Quelle: Screenshot Facebook).

Die Beschwerde der Kundin (Quelle: Screenshot Facebook).

Die Entrüstung im Netz, neudeutsch "Shitstorm" genannt, sei nur Ausdruck "eines allgemeinen Frusts" über die Telekomkonzerne, sagt Thomas Bradler, Referent für Telekommunikation bei der Verbraucherzentrale NRW. Die meisten Beschwerden in den Beratungsstellen drehten sich um die Leistungen von Telekom- oder Internetfirmen.

Dass sich was zusammenbraut, hat Vodafone schnell erkannt. "Wir wollen den Fall ja gern klären", sagt ein Unternehmenssprecher dazu. Man habe mehrfach vergeblich versucht, Kontakt mit "Anni Roc" aufzunehmen. "Solange sie sich nicht bei uns meldet, sind uns die Hände gebunden."

Wer den Markt der Smartphones regiert

Apple

Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

Samsung

Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

Nokia

Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

RIM

Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

HTC

Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

Motorola

Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

Sharp

Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

Andere

Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

So viel Aufmerksamkeit wünschen sich auch andere Telefonkunden, wenn sie mal wieder frustriert in der Endlosschleife eines Call-Centers hängen. Aber die haben nicht die Unterstützung von 60.000 anderen. Also Anni, bitte melden!

Kommentare (25)

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Exkunde

01.08.2012, 07:56 Uhr

Hallo,
habe das gleiche Problem mit E-Plus.
Mir wurde im Juli 2012 von E-Pus eine Rechnung von März 2010 zugesendet für angeblich nichtbezahlter Portierungskosten in Höhe von 24,95€. Grund, ein Subunternehmer der E-Plus-Gruppe habe dies in 2010 versäumt.
Und um dem ganzen noch eine Krone aufzusetzen hat E-Plus gleich die Forderung an die ARGE MNP-Gebühren ( Inkasso ) verkauft und abgetreten, und sogleich mit Verzugzinsen etc. gedroht.
Der Forderungen liegen keine Rechnungsunterlage etc. bei und die E-Plus Hotline kann angeblich nicht mehr auf Kundendaten aus 2010 zugreifen.
Ich war über 10 Jahre Kunde bei E-Plus und nun bekommt man gleich ein Inkassobüro auf den Hals gehetzt !! Es ist eine bodenlose Frechheit !!

Hirte

01.08.2012, 08:21 Uhr

"Solange sie sich nicht bei uns meldet" ist gängige Praxis bei Vodafone! Du darfst dich grosszügigerweise bei Vodafone melden!!! Man lasse sich diese Unverschämtheit mal auf der Zunge zergehen. Wenn ein Kunde reklamiert hat, muss er doch wohl nicht nochmals hinter Vodafone herrennen. Es ist wohl selbstverständlich, daß dann eine Aktion von Vodafone kommt, die nicht nur darin besteht, den Kunden zum erneuten Hotlinekontakt aufzufordern. Wo leben die denn?

Clemens

01.08.2012, 08:33 Uhr

Habe alle Verträge mit Vodafone (Festnetz, DSL + Handy) gekündigt, da diese Firma das Letzte ist. Besonders die Hotline kann man vergessen. Das managemnet von Vodafone scheint nicht zu begreifen, daß es viel teurer ist einen Neukunden zu werben als einen Bestandskunden mit guten Leistungen und gutem Service zu halten. Mein Rat an alle: Hände weg von Vodafone!

Es haben sich in D in einigen Branchen Abzockerfirmen zu Marktführern entwickelen können, deren Geschäftsmodelle ausschließlich auf Nepp und Bauernfängerei basieren und die Behören schauen bewußt weg. Beispiele: Flexstrom, Teldafax, Extraenergie, etc.

Unsere Eliten leben es leider vor, wie man mit solchem Handeln erfolgreich sein kann, siehe Gas - Gerd, Gas - Joschka, etc.

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