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07.06.2012

20:50 Uhr

Vor dem großen Ausverkauf

Schlecker-Frauen sollen umschulen

Der Ausverkauf bei Schlecker beginnt. Das müssen die Mitarbeiterinnen trotz Kündigung noch stemmen. Ihre Zukunft ist indes noch ungewiss. Die Idee der Politik: Die Verkäuferinnen sollen Mangelberufe besetzen.

Eine Demonstration von Betriebsräten der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker. dapd

Eine Demonstration von Betriebsräten der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker.

BerlinIn den bundesweit noch rund 2800 Filialen der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker beginnt am Freitag der Ausverkauf. Waren wie Waschmittel, Toilettenpapier oder Shampoo sind um 30 Prozent reduziert, ausgewählte Produkte wie Saisonware oder Dekorationsartikel um 50 Prozent. Ausgenommen sind Zeitschriften und Bücher, für die die Buchpreisbindung gilt. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte am vergangenen Freitag nach vergeblicher Investoren-Suche die endgültige Zerschlagung der Kette bekanntgegeben. Die meisten Mitarbeiter sollen ihre Kündigungen bis Ende Juni erhalten.

Nach dem endgültigen Aus der insolventen Drogeriekette Schlecker suchen Tausende Mitarbeiter eine neue Perspektive. Nach den Vorstellungen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise könnten die gekündigten Schlecker-Beschäftigten Fachkräftelücken in anderen Branchen füllen. Besonders gesucht würden Erzieher und Altenpfleger. Die Arbeitsagenturen wollten ihnen vollwertige Umschulungen in diese Mangelberufe anbieten, kündigten von der Leyen und Weise am Donnerstag in Berlin an.

In strukturschwachen Räumen könnten viele Schlecker-Frauen keine Anstellung im Handel finden, bei Erziehern oder in der Altenpflege aber sei der Bedarf groß. „Hier müssen wir passgenau qualifizieren“, sagte von der Leyen. „Ich will den Frauen Mut zusprechen, einen Neuanfang zu wagen.“ In verschiedenen Bundesländern protestierten am Donnerstag erneut Hunderte von Schlecker-Mitarbeitern, die Angst um ihre Zukunft haben. Viele fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.

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Der Ausverkauf bei Schlecker startet am Freitag, auf Produkte gibt es bis zu 50 Prozent.

Nach der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker müssen der Arbeitsministerin zufolge etwa 25.000 Beschäftigte - meist Frauen - neue Arbeit suchen. Von den 11 190 in der ersten Welle im Frühjahr Entlassenen seien bislang rund 5000 in Arbeit oder Fördermaßnahmen vermittelt worden. Weniger als 2500 hätten einen vollwertigen Job angetreten. „Das ist keine Zahl, die beruhigt, sie zeigt aber eine gewisse Dynamik“, sagte Weise. Viele Schlecker-Beschäftigte hätten wertvolle Berufserfahrung und würden auf dem Arbeitsmarkt gesucht.

Zugleich gebe es im Einzelhandel bei 25.000 offenen Stellen derzeit aber rund 360.000 Arbeitssuchende, betonte Verdi-Chef Frank Bsirske. Viele Schlecker-Frauen seien nach der ersten Kündigungswelle lediglich in unbezahlte Praktika oder Urlaubsvertretungen vermittelt worden. „Es kann nicht sein, dass sie jetzt als billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen“, betonte er.

Während der zweijährigen Berufsqualifizierung zu Erzieherinnen oder Altenpflegern für strukturschwache Räume sollen die ehemaligen Schlecker-Beschäftigten Arbeitslosengeld I erhalten.

Kommentare (18)

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anton

07.06.2012, 18:47 Uhr

Nanu? Wir haben doch Arbeitskräftemangel und die Konjunktur brummt. Wir werben um ausländische Arbeitskräfte und haben Probleme offene Stellen zu besetzen.
Oder ist doch alles nur Propaganda einer Lügenregierung?
Die Verdrossenheit der Menschen steigt, und das ist ja wohl auch so geplant damit die NWO allgemein akzeptiert wird.

r2d2

07.06.2012, 19:22 Uhr

Ich möchte den sehen, der seine Kinder von Kassiererinnen erziehen lassen will. Erzieherin ist intellektuell weit schwieriger als ein paar Waren ins Regal einzuräumen und diese Äußerungen sind eine Ohrfeige für alle Erzieherinnen.

Nachwuchs

07.06.2012, 20:11 Uhr

Erzieher müssen 3 Jahre min. lernen und anschließend noch ein Praktikum leisten. In Berlin war sogar ein Studium vorgesehen. Jetzt reicht ein Schnellkurs von ein paar Wochen? Haben wir nur noch Kinderfeinde als Politiker? Rumänische Kinder und andere unbegleitete Kinder werden hier überhäuft mit Sozialleistungen, obwohl diese sofort ausgewiesen werden sollten. Wofür gibt es Eltern und Staaten, wenn diese die Kinder ungestraft nach Deutschland abschieben dürfen? Wieso werden deutsche Kinder so v erachtet? Steht dies jetzt so im Grundgesetz?

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