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26.01.2012

18:14 Uhr

Vor der Entscheidung

Nyse kämpft verzweifelt um Fusion

Nyse-Chef Niederauer hat die Fusion mit der Deutschen Börse schon fast abgehakt. Sein Vize Cerutti kämpft dagegen verzweifelt gegen ein „Nein“ der EU-Kommission. Nächste Woche fällt die Entscheidung.

Die Nyse kämpft um die Fusion mit der Deutschen Börse. dapd

Die Nyse kämpft um die Fusion mit der Deutschen Börse.

ParisDer Chef des US-Börsenbetreibers Nyse Euronext, Duncan Niederauer, sieht nur noch wenig Aussicht auf eine Fusion mit der Deutschen Börse. Es gebe nur noch einen kleinen Hoffnungsschimmer, sagte Niederauer der Onlineausgabe der „Financial Times“ am Donnerstag. Er räumte gleichzeitig ein, die Haltung der EU-Wettbewerbskommission falsch eingeschätzt zu haben.

Die EU-Kommission will ihre Entscheidung zu der Börsenfusion am nächsten Mittwoch bekanntgeben, mit der die weltweit größte Börse entstehen würde. Die Wettbewerbshüter fürchten eine Dominanz der neuen Großbörse auf dem Derivatemarkt. Die Zugeständnisse der beiden Börsenbetreiber gehen der Brüsseler Behörde offenbar nicht weit genug.

Nyse-Vizechef Dominique Cerutti gab sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gegenüber dem Sender CNBC trotzig: „Wir werden bis zur letzten Minute weiter kämpfen.“ Die Konzerne wollten die EU-Kommissare und die Öffentlichkeit von ihrer Sichtweise überzeugen, dass die zuständigen EU-Beamten bei der Prüfung des Zusammenschlusses eine falsche Marktdefinition zugrunde gelegt hätten. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Beamten von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia bei der Prüfung des Deals den außerbörslichen Derivatemarkt (OTC) ausgeklammert haben, klagte Cerutti. Zudem müsse der weltweite und nicht nur der europäische Derivate-Markt betrachtet werden. „Das ist der Ansatz, den alle Regulierer und politische Entscheidungsträger seit 2008 gewählt haben“, sagte Cerutti.

EU-Kreisen zufolge haben sich 25 der 27 Kommissare hinter Wettbewerbskommissar Almunia gestellt und wollen am 1. Februar für eine Blockade stimmen, weshalb eine Ablehnung sehr wahrscheinlich ist. „Es besteht ein Risiko, dass die Fusion verboten wird“, räumte Cerutti ein. Wie Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni geht Cerutti davon aus, dass die Konsolidierung der Branche auch nach einem Scheitern der neun Milliarden Dollar schweren Fusion weitergehen wird - allerdings nicht in Europa. Der aktuelle Fall demonstriere, dass Konsolidierung in Europa zu schwierig sei, sagte der Nyse-Vizechef. „Das wird Europa mehr weh tun als uns, die Konsolidierung wird woanders weitergehen.“

Kommentare (1)

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27.01.2012, 18:34 Uhr

Der CEO erwirtschaftet Kennzahlen des Unternehmens die nierderschmetternd sind. Seit Jahren funktinieren die Fusionen nicht. Dafür ist der Artikel wunderbare Beschwichtigung

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