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06.09.2014

08:37 Uhr

Vorbild Alibaba

Fab-Konkurrent Monoqi wird zum Design-Großhändler

VonChristoph Kapalschinski

Designer-Stücke laufen online mäßig. Daher suchen die Anbieter einen Ausweg: Monoqi verkauft nun auch an Einzelhändler. Vorbild dabei ist der chinesische Online-Händler Alibaba.

Design-Objekte von Monoqi: „Es gibt geniale Produkte an vielen Ende der Welt.“ Screenshot

Design-Objekte von Monoqi: „Es gibt geniale Produkte an vielen Ende der Welt.“

DüsseldorfDesigner-Ware über das Internet zu verkaufen, ist kein einfaches Geschäft. Die mit hoher Aufmerksamkeit gestartete US-Site Fab.com verkauft in Deutschland inzwischen nur noch Möbel und hat etliche Mitarbeiter in Berlin entlassen.

Die deutlich kleinere Site Monoqi, nach einem ähnlichen Prinzip als Shopping-Club gestartet, geht einen anderen Weg. Mitgründer Simon Fabich will sein Unternehmen zu einem virtuellen Großhändler machen. Die Kontakte zu Designern, deren Produkte bislang Endkunden angeboten werden, sollen somit für Einzelhändler nutzbar werden. Großes Vorbild ist dabei die chinesische Site Alibaba, über die viele Händler Teile ihrer Beschaffung in Fernost abwickeln.

Der Unterschied: Monoqi soll sich auf ausgewählte Design-Stücke – vom bunten Trinkflaschen über ausgefallene Lautsprecher bis hin zu Möbeln – beschränken. Zusätzlich will Fabich den Händlern Daten anbieten, welche Kundengruppen die Ware im regulären Monoqi-Shop nachfragen. Mittelfristig soll das Großhandelsgeschäft den Verkauf an Verbraucher überrunden.

Erfolgsfaktoren für Web-Shops

Front-End und Back-End

Sie müssen nahtlos miteinander integriert sein. Das heißt, wenn der Besucher im Shop eine Bestellung auslöst, muss dieser Prozess in den nachgelagerten Warenwirtschafts-, Kundenwirtschafts- und Produktmanagementsystemen sauber abgebildet werden.

Multi- und Cross-Channel

"In Zukunft wird es immer wichtiger sein, mehrere Kanäle gleichzeitig zu bedienen und diese gut miteinander zu vernetzen", so Reupert. Beispielsweise können integrierte Prozesse in den Webshops von Einzelhändlern eine Funktion bieten, über die der Besucher herausfindet, ob ein Artikel in einer bestimmten Filiale vorrätig ist. "Denn nach wie vor informieren sich viele Kunden im Internet und kaufen dann doch im stationären Handel."

Mobile Enablement

Der Trend zum Smartphone hält an und darum ist es für Shop-Betreiber elementar, den Shop-Content auch mobil zur Verfügung zu stellen, um Kunden nicht an technisch fortschrittlichere Konkurrenten zu verlieren.

Produktdatenqualität

Studien haben gezeigt, dass rund ein Drittel der Kaufabbrüche in einem Web-Shop auf der Produktdetailseite erfolgen. Daher ist die Qualität von Produktbeschreibungen und Produktbildern elementar wichtig. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, rät Reupert: Besser als die Mitbewerber über Produkte informieren, bessere Usability und effektive Suchmaschinenoptimierung.

Quelle: Achim Reupert, Experte des Dienstleisters Nionex, auf Mittelstandsmanager.de

„Es gibt geniale Produkte an vielen Ende der Welt. Doch kleine Designer haben oft keine strukturierten Absatzkanäle“, sagt Fabich. Er will ihnen als Vermittler ermöglichen, weltweit Händler zu finden. Aufspüren sollen 20 Scouts die Produkte von Berlin aus.

Im Endkundengeschäft gibt es ein Problem: Bei teureren Designer-Objekten gebe es weniger Wiederkäufer als etwa bei Mode, sagt ein Branchen-Insider. Daher müssen die Plattformen öfter neue Kunden gewinnen – das ist aufwendig. Wohl auch deshalb strebt Monoqi nach neuen Erlösquellen.

Monoqi peilt im laufenden Jahr mit 90 Mitarbeitern erstmals einen Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe an. Für das Großhandelsgeschäft sollen in den kommenden Monaten rund 35 neue Mitarbeiter dazukommen. Dafür reiche das Geld, das verschiedene Investoren in das Start-up gesteckt haben, sagte Fabich, der aber dennoch Kontakt zu potenziellen Geldgebern hält. Mitte 2015 will er die Gewinnzone erreichen.

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