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08.01.2007

16:13 Uhr

Vorerst kein Verkauf

Marktkauf will Baumarktsparte selber sanieren

Nachdem die Verkaufsverhandlungen bisher stockend verlaufen sind, plant die angeschlagene Edeka-Tochter Marktkauf vorerst statt des Verkaufs ihrer Not leidenden Baumarktsparte eine Sanierung aus eigener Kraft.

HB BIELEFELD. Dies habe Marktkauf bereits Anfang Dezember beschlossen, wie aus unternehmensnahen Kreisen am Montag bekannt wurde. Dazu seien fünf Märkte von bis dahin 150 geschlossen worden. „Das mittelfristige Ziel ist ein ausgeglichenes Ergebnis“, hieß es. Dennoch sei ein Verkauf der Sparte unverändert möglich und sinnvoll. Parallel werde die Sanierung aus eigener Kraft unternommen. Ein Unternehmenssprecher wollte dies nicht kommentieren.

Zuvor hieß es in Medienberichten, die Verkaufsgespräche mit dem Dortmunder Baumarktspezialisten Hellweg seien gescheitert, die Verhandlungen mit Rewe stockten seit Wochen. Wegen der Sanierungspläne sei es „nicht überraschend“, dass die Verhandlungen ausgesetzt wurden, hieß es weiter.

Bereits Mitte November wurde nach Angaben aus Arbeitnehmerkreisen bekannt, dass die Marktkauf-Verbrauchermärkte bis Ende September um mehr als zwei Prozent zugelegt hatten. Das Umsatzminus der SB-Warenhäuser lag deutlich unter zwei Prozent und die Baumarkterlöse gaben um weniger als sechs Prozent nach. In den ersten neun Monaten 2005 war das Minus bei den Baumärkten deutlich größer ausgefallen. Der Trend für 2007 bei den Baumärkten ist nach Angaben der unternehmensnahen Kreise positiv.

Weil das Warenangebot der Baumarktkette firmeninternen Analysen zufolge „diffus und völlig ausgeufert ist“, liegen „Umsatz und Rohertrag drastisch unter Plan und Vorjahr“, hieß es im „Spiegel“. Prognosen, wonach die Verluste 2007 auf 145 Mill. Euro steigen könnten, wiesen die Unternehmenskreise zurück.

Schon vor Monaten hatte Arbeitsdirektor Stephan Schelo, Ex-Chef der Spar Handels AG, von einem drohenden Verlust von insgesamt 150 Mill. Euro gesprochen. Für 2007 rechnete er in den Sparten SB-Warenhaus und Baumärkte mit einem Verlust von mehr als 117 Mill. Euro, 2006 sollte sich das Minus auf 38 Mill. Euro addieren. 2005 hatte das Unternehmen, das bis Mitte 2005 als AVA an der Börse firmierte, bei einem Umsatz von 5,6 Mrd. Euro 17,7 Mill. Euro Verlust eingefahren. Die Edeka-Tochter will laut Arbeitnehmerseite 520 Vollzeitstellen in den Märkten sowie 300 weitere in der Zentrale streichen.

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