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08.01.2007

11:34 Uhr

Vorläufige Zwischenbilanz

Karstadt-Quelle rechnet sich schön

Der Handelsriese Karstadt-Quelle hat nach eigener Aussage die massiven Umsatzeinbußen im Versandhandel gebremst. Kein Wunder: Hat der Konzern doch die besonders schwache Tochter Neckermann.de bei der vorläufigen Bilanz fürs vierte Quartal aus der Rechnung herausgenommen. Die Börsianer reagierten verschnupft.

Neckermann.de als eine der beiden großen Katalogmarken soll schon bald verkauft werden. Deshalb klammert sie der Konzern aus der Bilanz aus. Foto: dpa

Neckermann.de als eine der beiden großen Katalogmarken soll schon bald verkauft werden. Deshalb klammert sie der Konzern aus der Bilanz aus. Foto: dpa

HB ESSEN. „Das vierte Quartal und insbesondere das Weihnachtsgeschäft erfüllten unsere eigenen hohen Erwartungen“, teilte der Konzern am Montag im so genannten Trading Statement mit. Die Restrukturierungsphase sei erfolgreich beendet, und die Gruppe sehe sich wieder auf Wachstumskurs. Vor diesem Hintergrund bekräftigte der Konzern seine Ergebnisprognose für 2006. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet er weiter eine Steigerung um 10 Prozent.

Der Konzernumsatz im letzten Quartal des Jahres habe bereinigt um Neckermann.de um 1 Prozent zugelegt auf 4,2 Mrd. Euro; Neckermann.de soll im Herbst verkauft werden, vermutlich über einen Börsengang. Im Gesamtjahr 2006 hat Karstadt-Quelle mit rund 12,9 Mrd. Euro Umsatz das Vorjahresniveau knapp verfehlt.

Karstadt rutschten nach Bekanntgabe der Zahlen leicht ins Minus. Die Aussagen hätten nicht den erwarteten Überraschungseffekt gehabt, hieß es im Handel. „Ein Umsatzanstieg von einem Prozent reißt uns nicht vom Hocker“, sagte ein Händler. Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe stört sich zudem an der Ausklammerung von Neckermann.de und anderen nicht fortgeführten Geschäften. Er sieht „Erklärungsbedarf“. Die komplette Zwischenbilanz wird erst im März veröffentlicht. Aktuelle Zahlen, in denen Neckermann.de enthalten ist, nannte das Unternehmen nicht, genauso wenig wie Daten zum Ergebnis.

Versandhandel weiter mit Problemen

Im vierten Quartal sei Umsatzschwund im Versandhandel – ebenfalls um Neckermann.de bereinigt – auf minus 2 Prozent begrenzt worden, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Erlöse in der Sparte lagen im Quartal bei 1,24 Mrd. Euro. Wie schon in den Quartalen zuvor stieg zwar der Umsatz bei den so genannten Spezialversandmarken und im Auslandsgeschäft, doch bei der Hauptmarke Quelle schrumpften die Umsätze weiter. Im dritten Quartal war die Versandsparte noch um mehr als 7 Prozent geschrumpft, damals allerdings noch inklusive Neckermann.de.

Die Waren- und Sporthäuser setzten ihren Aufschwung fort. Deren Umsatz stieg um 4,4 Prozent auf 1,38 Mrd. Euro. Ohne Berücksichtigung derjenigen Filialen, über deren endgültigen Verbleib im Konzern noch nicht entschieden sei, habe die Umsatzsteigerung sogar 5,3 Prozent betragen, hieß es. Die Top-Häuser wie das Kadewe in Berlin oder das Alsterhaus in Hamburg hätten sogar um 8,6 Prozent zugelegt. Lampe-Analyst Schlienkamp sieht nicht zuletzt in den Aktionen zum 125-jährigen Firmenjubiläum von Karstadt den Grund für die allgemeinen Zuwächse..

Thomas Cook legt zu

Die 50-prozentige Reisetochter Thomas Cook steuerte anteilig 1,38 Mrd. Euro Umsatz zum Konzern bei und damit 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Karstadt-Quelle hatte Ende Dezember die ausstehenden 50 Prozent an Thomas Cook von der Deutschen Lufthansa übernommen.

Konzernchef Thomas Middelhoff kündigte die Hebung von stillen Reserven im Bereich Finanzdienstleistungen an. Einzelheiten nannte er zunächst aber nicht.

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