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29.11.2012

08:33 Uhr

Vorstand

Deutsche Bahn braucht mehr Geld für Schienennetz

Wartung und Ausbau des deutschen Schienennetzes verschlingen jährlich Unsummen. Doch alleine will die Deutsche Bahn dafür nicht zahlen. Der Bund soll einspringen – gerne mit ein paar hundert Millionen Euro extra.

Teurer Ausbau des Schienennetzes: Die Bahn fordert dafür finanzielle Unterstützung vom Bund. dpa

Teurer Ausbau des Schienennetzes: Die Bahn fordert dafür finanzielle Unterstützung vom Bund.

FrankfurtDie Deutsche Bahn will mehr Geld vom Staat für ihr Schienennetz. „Wir brauchen mehr Geld, wir gehen von einem dreistelligen Millionenbetrag aus“, sagte Infrastrukturvorstand Volker Kefer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Donnerstag. Die Infrastruktur sei unter dem Strich nicht „nachhaltig finanziert“, klagte Kefer. Die Bahn dürfe sich für Investitionen nicht immer mehr verschulden, Ergebnisziele ließen sich sonst nicht mehr erreichen. Auch die Zahlungen des Bundes für den Erhalt des bestehenden Netzes seien zu gering.

Das Schienennetz der Bahn umfasst mehr als 64.000 Kilometer. Für Ersatzinvestitionen erhält das Unternehmen jährlich 2,5 Milliarden Euro vom Bund. Diese Summe müsse um mindestens 500 Millionen Euro erhöht werden, forderte auch der Lobbyverband Allianz Pro Schiene. Neubaumaßnahmen dazugezählt, benötige die Bahn sogar eine Milliarde Euro mehr, sagte die Sprecherin des Verbands, Barbara Mauersberg, dem Bielefelder „Westfalenblatt“.

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Die Deutsche Bahn blickt optimistisch auf das kommende Jahr.

Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, verlangte im „Westfalenblatt“, der Bund solle auf die Gewinnabführung der Bahn in Höhe von jährlich 500 Millionen Euro verzichten. Die Bahn müsse immer mehr Langsamfahrstellen einrichten, um die Sicherheit zu gewährleisten. In den Fahrplänen gebe es zwar einen Sicherheitszuschlag, doch wenn der ausgereizt werde, dann sei es „vorbei mit der Pünktlichkeit“.

Die Bahn in Zahlen

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

Halbjahresergebnis

Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

Mitarbeiter zum Jahresende

Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

Personenverkehr

Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

Von

afp

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

29.11.2012, 09:05 Uhr

Wenn sie mehr Geld braucht, muß sie es eben aus ihrem Gewinn nehmen!
"http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/milliardenueberschuss-deutsche-bahn-strebt-rekordgewinn-an/7453728.html"
Zum Bahnbetrieb gehören nicht nur die Einnahmen sondern auch Ausgaben für die Aufrechterhaltung des Betriebes.

Es hat sich bei den Unternehmenseignen eingebürgert, nur Gewinne einzusammeln und in die eigenen Taschen zu stecken, die Kosten aber dem Bürger aufzubürden.

Account gelöscht!

29.11.2012, 11:13 Uhr

Zu Zeiten der Beamtenbahn habe ich so manch Skurriles hingenommen wie den Kasernenhofton des Begleitpersonals. Im Normalfall funktionierten die Verbindungen aber.

Heute mache ich mit diesem Chaosunternehmen nur noch im äußersten Notfall Geschäfte. Umsteigeverbindungen plane ich nur noch mit mindestens 30 min Übergang. Was fange ich mit 10 min Übergang an, wenn 10 min Verspätung bei der Bahn als "pünktlich" gelten?

Ganz abgesehen davon ist die Bahn gegen mein Auto sowieso nur in Ausnahmefällen konkurrenzfähig: Im realen Betrieb, wenn man bis zum Hauptbahnhof sowieso schon auf den ÖPN angewiesen ist und bei der Bahn regelmäßig mit der Kirche ums Dorf fährt, hat sie gegen ein Vernunftauto mit guter Kilometerleistung auch finanziell keine Chancen.

Beispiel: Mit dem Auto sind Stuttgart-Leipzig knapp 500 km. Dafür braucht man mit der Bahn von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof im günstigsten Fall 5 h. Realistisch sind es von Tür zu Tür mindestens 8 Stunden: zweimal 45 min zum Bahnhof bzw. vom Bahnhof zum Ziel plus all das Chaos im Fahrplan plus die Anpassung an die Fahrplantakte. Dafür sieht man Mannheim, Frankfurt/M. und Fulda. Schon ohne ÖPN kostet die Fahrkarte über 100 EUR. Bei 25 ct/km Vollkosten komme ich mit dem Auto (30.000 km/a, 20.000 EUR Anschaffungskosten, 5,2 l/100 km Diesel) schon als Einzelfahrer auf den gleichen Preis und brauche von Tür zu Tür etwa 5 h. Ich bekomme also drei Stunden und den ganzen Komfort des Autos geschenkt.

Sage keiner, dass überfüllte Züge, Kofferrumgezerre, am zugigen Bahnsteig stehen usw. weniger Stress verursachten als die Chaoten auf der Autobahn!

staun

29.11.2012, 12:35 Uhr

Staatsunternehmen und Ökonomie.
Die Bahn ist weiterhin ein Staatsladen, wie kann da jemand auf den Gedanken kommen das so ein Gebilde plötzlich wirtschaftlich denkt?
Der Bund will seine Dividende ohne Rücksicht auf Verluste!
Gewinne aus denen Dividenden bezahlt werden können, berechnet man gemeinhin aus dem Überschuß von Einnahmen-Kosten(Betriebskosten+Investitionen+AfA).
Wenn nix für Investitionen übrig bleibt ist die Dividende zu hoch!
Aber mit diesen B-Leuten in den Ministerien kann man darüber halt nicht sprechen.
Falls die Bahm mit zusätzlichem Geschäft konfrontiert werden würde, wäre sie in Monaten insolvent!

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